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Seminar-Räume im einstigen Nähstübchen?

Die IBS-Stiftung in Laubusch hat eine Anfrage zur Nachnutzung einer Baracke – aus Wuppertal.

Am Flachbau im Vordergrund könnte sich noch dieses Jahr etwas tun.
Am Flachbau im Vordergrund könnte sich noch dieses Jahr etwas tun. © Foto: Ralf Grunert

Laubusch. Vor nunmehr fünf Jahren hat der Stadtrat von Lauta beschlossen, ein 15.500 Quadratmeter großes Grundstück samt den darauf befindlichen Gebäuden in bester Lage in Laubusch zu verkaufen. Eigentümerin wurde die Stiftung Internationales Informatik- und Begegnungszentrum Sachsen (IBS), die schon 2007 das – auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstraße befindliche – Verwaltungsgebäude der ehemaligen Brikettfabrik Laubusch erworben und zum Tagungszentrum mit Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut hat.

Seinerzeit gab es zwei Bewerber für das Grundstück. Das Konzept der IBS-Stiftung erhielt den Vorzug. Der Gebäudekomplex rund um das einstige Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Laubusch soll saniert werden, hieß es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. „Nicht sanierungsfähige Bausubstanz wird abgerissen. Die so entstehenden Freiflächen werden als Grünanlagen hergerichtet. Es entstehen Ausstellungsräume, Seminar- und Mehrzweckräume, offene Wintergarten- und Pavillon-Anlagen, eine Werkstatt und Garagen sowie eine befestigte Freifläche für Open-Air-Veranstaltungen.“ Vorgesehen war auch eine Teilvermietung, um Vereinen der Region kostengünstig Räumlichkeiten anzubieten.

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Nach Außen hin Sichtbares ist im Verlauf der zurückliegenden fünf Jahre allerdings nicht geschehen, sieht man mal davon ab, dass die IBS-Stiftung für einen ordentlichen Anblick des Geländes gesorgt hat. Das so schnell nichts passieren würde, war den Stadträten allerdings bei ihrer Verkaufsentscheidung sehr wohl bewusst, schließlich sollte die Finanzierung der IBS-Expansion über Eigenmittel, Projektförderung und Erträge erfolgen.

Inzwischen sei man hierbei aber ein Stück weiter, ließ Prof. Dr. Wolfram Hardt als Vorstandsvorsitzender der Stiftung jetzt wissen. „Wenn alles klappt, soll noch in diesem Jahr etwas Neues passieren.“ Dabei gilt die Aufmerksamkeit erst einmal dem Flachbau zwischen dem einstigen Domizil der Feuerwehr und der Hauptstraße, in dem früher unter anderem das Nähstübchen samt Kleiderkammer und Kostümverleih sowie zwischenzeitlich auch mal der Jugendklub „Hemmi“ ansässig waren. „Wir würden dort gern zusätzliche Seminar-Räume und einen Museums-Bereich schaffen“, erklärte Prof. Hardt, der signalisierte, dass die Bemühungen um die Vermietung von Räumlichkeiten anlaufen.

So gebe es eine ernsthafte Anfrage des Vereins Museum für Bibelgeschichte aus Wuppertal. Das Museum war schon mal mit einer Wanderausstellung in der Region, erinnerte der Stiftungs-Chef. 2016 wurde eine kulturhistorische Ausstellung „Zur Geschichte der Bibel“ im IBS gezeigt. Dazu gab es auch einen begleitenden Vortrag. „Das stieß auf sehr großes Interesse.“

Alle auf dem Grundstück stehenden Flachbauten dürften aber wohl nicht auf ewig stehen bleiben. „Teilweise werden Baracken abgerissen werden müssen, weil sie sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand befinden“, so die Einschätzung von Prof. Hardt, der aber hierbei mit Fingerspitzengefühl wird vorgehen müssen. Aufgrund des Bestandsschutzes, so weiß er, will es gut überlegt sein, auf welche Baracke in Zukunft verzichtet werden kann.

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