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Sie wollen etwas für die Jugendlichen der Stadt tun

Der neue Hoyerswerdaer Jugendstadtrat kam zu seiner ersten offiziellen Sitzung zusammen. Die jungen Menschen haben viel vor.

Der Jugendstadtrat besteht in dieser Legislaturperiode aus acht Mitgliedern, die eine weiterführende Schule im Stadtgebiet besuchen. Hier sind sie am Hintereingang des Neuen Rathauses postiert. Bürgermeister Mirko Pink (2.v.r.) war Gastgeber.
Der Jugendstadtrat besteht in dieser Legislaturperiode aus acht Mitgliedern, die eine weiterführende Schule im Stadtgebiet besuchen. Hier sind sie am Hintereingang des Neuen Rathauses postiert. Bürgermeister Mirko Pink (2.v.r.) war Gastgeber. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Als sich jüngst der Hoyerswerdaer Jugendstadtrat konstituierte, begleitete Bürgermeister Mirko Pink stellvertretend diese Sitzung; der Oberbürgermeister war verhindert. Er eröffnete mit einer kleinen Ansprache an die Jugendlichen. „Die Beteiligung unseres jungen Nachwuchses ist uns wichtig“, hieß es dazu von ihm. Er sagte ebenso schnelleres Handeln zu, „damit ihr auch Erfolg in eurer Arbeit seht.“ Doch als Hauptaufgabe machte Mirko Pink aus, dass es wichtig sei, miteinander zu reden, Argumente zu vermitteln, und Einigkeit zu erzeugen. Die Arbeit in dem Gremium hat er als gutes Übungsfeld bezeichnet und versuchte, etwas Ängstlichkeit zu nehmen.

Für die größtenteils erstmals gewählten Jugendstadträte ist die Arbeit in diesem Gremium etwas Neues. Einzig der in seiner Position bestätigte Vorsitzende Pascal Stallerscheck bringt die Erfahrung aus zwei Legislaturperioden mit. Noch vor den Sommerferien fanden im Juli die Wahlen statt. Acht Jugendliche, die in Hoyerswerda eine weiterführende Schule besuchen, sind nun für die nächsten zwei Jahre die gewählten Vertreter. Je drei von ihnen besuchen das Lessing- beziehungsweise das Léon-Foucault-Gymnasium, zwei gehen auf das Berufliche Schulzentrum „Konrad Zuse“.

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Eine Menge Ideen …

Noch vor der ersten offiziellen Sitzung sind die Jugendlichen schon zusammengekommen, lernten sich kennen und haben über ihre möglichen Ziele gesprochen. Dabei stehen für Pascal die „Verwirklichung unserer Projekte und das Einsetzen für eine bessere und zukunftsorientiertere Politik zugunsten der Jugend“ im Vordergrund. Julius Langer, der zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, sagte darüber, dass er eine „volle Liste mit Ideen“ habe, und sie sich gemeinsam auf die wichtigsten beschränken mussten, um konkrete Ziele vor den Augen zu haben. Den Eindruck teilt auch Rebecca Schiller: „Wir arbeiten bisher noch nicht lang miteinander, doch wir haben uns viel vorgenommen, und sehen hoffentlich bald Ergebnisse unserer Arbeit.“ Sie ist bereits drei Jahre im Schülerrat aktiv gewesen, interessiert sich für Politik und Kunst. Die Schülerin ist genauso wie Josie Gabriele Martens und Jonas Räßler von einem ehemaligen Jugendstadtrat angesprochen worden, ob ein Engagement denkbar sei, er könne sich das gut vorstellen ...

Selbst in die Hand nehmen

Beide sind sich einig, dass sie etwas für die Jugendlichen der Stadt erreichen wollen. Josie sagt, dass sie nicht gerne zuschaut, sondern die Dinge lieber selber in die Hand nimmt. Es geht ihr dabei um Orte für die Jugend – zum Treffen und Sich-Kennenlernen. „Ich will etwas für meine Generation machen“, sagt sie. Für Jonas sind damit auch die Jugendlichen der umliegenden Dörfer gemeint, wie er sagt: „Hoffentlich schaffen wir es, die Stadt für diese Altersklasse attraktiver zu machen.“ Für ihn besonders wichtig ist Kommunikation. „Die Menschen in meinem Alter wissen doch gar nicht, dass sie an öffentlichen Sitzungen des Stadtrates teilnehmen dürfen“, sagt Jonas. Er wünscht sich, dass schon in der Schule vermittelt wird, welche Möglichkeiten der Teilhabe bestehen – und dass diese auch genutzt werden.

Julius wünscht sich ebenso, dass Ideen und Wünsche offen angesprochen und eingebracht werden. „Doch leider sind nur wenige bereit, ihre Freizeit gegen freiwillige Arbeit einzutauschen“, stellt er mit Bedauern fest. Doch der Spremberger sieht das einfach als Ansporn, mit Gleichaltrigen ins Gespräch zu kommen. Er ist außerdem im Kreisvorstand der Jungen Liberalen tätig.

Mit 13 Jahren ist Marietta Heinze das jüngste Mitglied. Das Mädchen ist als Klassensprecherin und in der Schülervertretung aktiv. Sie freut sich darauf, sich „mit anderen Jugendlichen zu verbinden und Ideen zu teilen“. Die Wahl bedeutet für sie, Verantwortung zu übernehmen. Als großes Ziel sieht die Hoyerswerdaerin die Schaffung eines Skateparks an, was schon lange angestrebt wird. „Wir wollen versuchen Politik näher an die Jugend zu bringen, und zeigen, dass jeder etwas bewegen kann“, bekräftigt sie ihre Vorstellung. Kommunalpolitik ist für sie spannend, weil sie direkt vor Ort passiert und „die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung gegeben ist“. Sie spielt Geige, mag Sport, liest und programmiert gerne.

Weitere Partner an der Seite

Auch Richard Friedrich ist Klassensprecher und wurde wie Marietta durch eine Lehrerin auf die Idee einer Kandidatur gebracht. Der Lessing-Schüler möchte „mit seinem Wirken etwas in der lokalen Umgebung verändern“. Dabei sieht er sich als Ansprechpartner der Jugend in der Stadt und natürlich seiner Schule. Auch die direkter Ansprache könne, seiner Meinung nach, zu aktiver Mitarbeit animieren. Er ist bereits Mitglied der Schulkonferenz und Kapitän seiner Fußballmannschaft.

Nachdem in der ersten Sitzung alle Posten, vom Vorsitzenden über den Schriftführer bis hin zum Kassenführer per Wahl verteilt wurden, kann jetzt die Arbeit aufgenommen werden. Weitere personelle Unterstützung steht den Jugendlichen nun auch durch den Internationalen Bund und die RAA Hoyerswerda zur Verfügung. Cindy Paulick, die bei der RAA unter anderem politisch-historische Projekte koordiniert, bringt schon die Überlegung ein, auf andere Jugendparlamente zu schauen und von ihnen zu lernen. Denn die Frage, wie dieses Gremium für Jugendliche attraktiv wird, steht weiterhin im Raum. Während eines gemeinsamen Tages soll die Gruppe weiter gestärkt werden, um eine effektive Arbeitsweise zu ermöglichen, die vielen Ideen in die richtigen Bahnen zu lenken.

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