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„So nah am Wasser rasten ist einzigartig“

Besucher aus ganz Deutschland und Europa kommen gern auf den Caravan-Platz am Nordufer des Dreiweiberner Sees.

Auf dem Caravan-Platz am Nordufer des Dreiweiberner Sees gibt es insgesamt 14 Stellplätze. Die Besucher kommen aus ganz Deutschland und Europa.
Auf dem Caravan-Platz am Nordufer des Dreiweiberner Sees gibt es insgesamt 14 Stellplätze. Die Besucher kommen aus ganz Deutschland und Europa. © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. Jutta und Roland Böhm sind erfahrene Wohnmobil-Fahrer. Oft zieht es sie in die Natur. Mit ihrem Wohnmobil reisen sie Jahr für Jahr durch die Welt. Fast drei Monate sind sie dann unterwegs. Bis nach Norwegen, Italien und Frankreich fuhren die Rentner aus Berlin schon. „Dieses Jahr wollen wir die Lausitz entdecken. Das Wohnmobil bleibt auf dem Stellplatz. Wir erkunden alles per Rad“, erzählt das Ehepaar auf dem Caravanplatz am Nordufer des Dreiweiberner Sees.

Jörg Berndt aus Litschen ist hier seit dem Jahr 2009 der Pächter. Insgesamt 14 Stellplätze gibt es für die Caravan-Mobile. Eben sind die Berliner Eheleute vom Senftenberger See angereist. Das Frühstück am späten Vormittag mundet ihnen.„Eigentlich braucht ein Wohnmobil-Fahrer nicht viel: vor allem Abwasser, Frischwasser, Toilette, Strom“, meint Jutta Böhm. Am Dreiweiberner See finden sie all das vor. Sie loben den fairen und angemessenen Preis. Sie genießen den Blick auf den See. „Wir haben schon viel erlebt. Auffällig ist, dass die Preise jetzt oft ansteigen“, sagen die beiden Berliner.

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Ruhe, Idylle und Natur genießen

Unweit von ihnen packen Hans-Joachim Wußler aus Hockenheim (Baden-Württemberg) und Sohn Stephan aus Viernheim (Hessen) für die Abreise zusammen. Sie sind auf langer Rundreise. Ursprünglich starteten sie in Viernheim. Über Rendsburg und Kiel in Schleswig-Holstein ging es nach Rostock, Stralsund und auf die Insel Rügen, dann weiter nach Waren (Müritz) und in die Lausitz. Am Dreiweiberner See wurden sie offen und freundlich empfangen. „Essen und Preis stimmen“, meinen die beiden. Sie genießen die Ruhe, die Idylle, die nahe Natur. Keine laute Straße ist in der Nähe. Der nahegelegene Badestrand lädt zum Schwimmen ein. Der (Rad-) Wanderweg bietet sich für Ausflüge an. Auf dem Caravan-Platz selbst geht es hilfsbereit und ungezwungen zu. „Die An- und Abfahrts-Zeiten sind flexibel. Keiner wird am Tag der Abreise gedrängt. Man kann noch bis Mittag bleiben. Das ist wirklich angenehm“, meinen die beiden Urlauber und unterstreichen: „So nah am Wasser rasten und übernachten – das ist fast einzigartig.“

Berührt von der Naturnähe erzählt Ute Ackermann aus Herdecke bei Dortmund von ihrem Aufenthalt. Mit ihrem Lebenspartner Hans-Jürgen Sucker blieb sie drei Nächte am Dreiweiberner See. „Wir haben zwei große Radtouren unternommen“, erzählt sie kurz vor der Abreise. Einmal ging es für 79 Kilometer auf den Seeadler-Radweg. Die zweite Tour führte 72 Kilometer den Krabat-Radweg entlang. „Bis auf einige Umleitungen unterwegs hat das gut geklappt“, sagt die Urlauberin.

Am Dreiweiberner See gefallen ihr die Offenheit und die Spontanität. Caravan-Fahrer können kurzfristig anreisen. Sie brauchen nicht lange vorher zu reservieren. Jeder kommt, wie es ihm passt. Mit guten Eindrücken fahren sie nach Hause.

„Genau das wollen wir erreichen“, sagt Pächter Jörg Berndt. Seit 2005 betreibt der 53-Jährige am Nordufer Hipos Imbiss. 2009 pachtete er von der Gemeinde Lohsa die Fläche für den Stellplatz. Eine feste Holzhütte mit Küche und Ausschank entstand. 2015 wurde das Umfeld mit Strand-Sand aufgeschüttet. Eine Beachbar mit Ausschank, Eis-Verkauf und urigen Sitz-Ecken entstand. Daran anknüpfend will Jörg Berndt bald den zweiten Bauabschnitt realisieren: eine Küche, Toiletten, Duschen, ein Lager- und Personalraum sowie zwei Ferienwohnungen sollen entstehen. „Erst muss geprüft werden, ob die vorgesehenen Flächen als Bauland geeignet und zulässig sind. Ein Antrag liegt Gemeinde und LMBV vor. Ich warte noch auf Antwort.“

Gelernt hat der Litschener ursprünglich Anlagen-Monteur. Später fuhr er für 14 Jahre Schwertransporte per Lkw. Zu den Ladungen gehörten unter anderem Baumaschinen, Kranteile und Anlagen. Die Freude an der Natur und am Lausitzer Seenland gab ihm sein Großvater mütterlicherseits, Richard Dschietzig, mit. „Bei der Erschließung am Silbersee Mitte der 1970er Jahre hat er die ersten Gebäude mit errichtet. Er war dort damals Polier“, erzählt Jörg Berndt. „Ich selbst war Jugendlicher. Fast jeden Tag war ich draußen am See.“ Damals genoss Jörg Berndt die gute Wasserqualität, den Fisch-Reichtum, die Wanderwege am Silbersee. All dies findet er so heute auch am Dreiweiberner See wieder. Caravan-Fahrer, Skater, Radler und Wanderer zieht es hierher. „Ich wollte nah an meinem Zuhause arbeiten. Ich wollte nicht mehr ständig durch die Gegend fahren“, erinnert sich der Litschener an den Schritt in die Selbstständigkeit. Und den hat er nicht bereut. Die Offenheit und Dankbarkeit der Urlauber geben ihm Recht. Bis aus Schweden, England und Tschechien kommen die Wohnmobil-Fahrer an den See in der Lausitz.

Verluste wieder einholen

Erst seit Pfingstmontag kann Jörg Berndt Hipos Imbiss und den Caravan-Platz wieder öffnen. Seit November vorigen Jahres blieb beides Corona-bedingt geschlossen. Der Verlust beläuft sich auf etliche tausend Euro. Jörg Berndt wird lange brauchen, um dieses Defizit wieder aufzuholen. Veranstaltungen wie das traditionelle Country-Fest richtet er vorerst nicht aus. Er hofft auf verlässliche Einnahmen durch Wohnmobil-Besucher, Radwanderer und Badegäste. „Aufgeben gilt nicht“, meint der Litschener zuversichtlich. „Wir wollen in jedem Fall weitermachen.“

Am Dreiweiberner See auf dem Caravan-Platz stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Es ist fair und ausgewogen. Das meinen Jutta und Roland Böhm aus Berlin. Sie sind erfahrene Wohnmobil-Fahrer.
Am Dreiweiberner See auf dem Caravan-Platz stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Es ist fair und ausgewogen. Das meinen Jutta und Roland Böhm aus Berlin. Sie sind erfahrene Wohnmobil-Fahrer. © Foto: Andreas Kirschke

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