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So steht’s um die Weihnachtsmärkte im Kreis

Im vorigen Jahr fielen die Märkte wegen Corona aus. Diesmal sollen sie stattfinden.

Weihnachtsmarkt im Innenhof der Schlosses in Hoyerswerda
Weihnachtsmarkt im Innenhof der Schlosses in Hoyerswerda © Archivfoto: Gernot Menzel

In den Einkaufsmärkten werden Lebkuchen bereits seit ein paar Wochen verkauft, auch Spekulatius ist erhältlich. Doch so richtige Weihnachtsstimmung herrscht noch nicht. Bis Heiligabend sind es auch noch deutlich mehr als 70 Tage, und bis zum ersten Advent dauert es noch mehr als sieben Wochen. Trotzdem: Für die Vorbereitung von Advents- und Weihnachtsmärkten ist es höchste Zeit. Doch noch ist unklar, wie sich bis dahin die Corona-Zahlen entwickeln und unter welchen Bedingungen die Märkte dann stattfinden können.

Vor einem Jahr um diese Zeit wurde der Wenzelsmarkt in Bautzen abgesagt. Hintergrund waren die gestiegenen Corona-Infektionszahlen im Landkreis. Die hatten laut Stadtverwaltung zu deutlich schärferen Hygieneauflagen geführt, als zunächst absehbar war. Und es hätte bei weiter steigenden Corona-Zahlen jederzeit eine Schließung des Marktes gedroht. Unter diesen Umständen, erklärte die Bautzener Stadtverwaltung damals, sei die Absage alternativlos gewesen. In Hoyerswerda traf man dieselbe Entscheidung Anfang November. Allerdings hat der mehrwöchige Weihnachtsmarkt in Bautzen andere Dimensionen als der dreitägige Teschenmarkt in Hoyerswerda. Auch jetzt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Bautzen wieder über 100. Der Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt wurde wegen der ungewissen Situation schon zum zweiten Mal abgesagt. Die Weihnachtsmärkte sollen aber trotz der steigenden Zahl an Corona-Infektionen stattfinden.

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Welche Regeln gelten?

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) hat das am vergangenen Montag nach einer Videoschalte mit rund 30 kommunalen und privaten Veranstaltern angekündigt. „Allen Partnern ist bewusst, dass wir uns noch immer in der Pandemie befinden. Dennoch ist unser gemeinsames Ziel, dass Weihnachtsmärkte und Bergparaden stattfinden und dies möglichst praktikabel ohne aufwändige Kontrollen von 3G-Nachweisen oder Kontaktnachverfolgung“, wird Klepsch in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Veranstalter benötigten Planungssicherheit und dabei Rahmenbedingungen, die auch in der Praxis umsetzbar seien. „Hessen ist diesen Schritt bereits gegangen und hat Einschränkungen für Volksfeste und Weihnachtsmärkte aufgehoben“, sagt die Ministerin. Sie wolle für die nächste Corona-Schutz-Verordnung ab dem 21. Oktober Regeln vorschlagen.

In Bautzen laufen die Planungen für den Wenzelsmarkt. Wie Pressesprecherin Josephine Brinkel mitteilt, steht die Stadtverwaltung schon jetzt im engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Es würden die verschiedenen Szenarien durchgespielt. „Die angedachten Einschränkungen wie Kontakterfassung und Abgrenzung sind eigentlich unmöglich umzusetzen“, sagt Brinkel auf Nachfrage.

Dennoch soll Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wieder stattfinden. Vom 26. November bis zum 22. Dezember werden auf dem Haupt- und dem Kornmarkt, wie vor Corona, verschiedene Händler ihre Waren anbieten.

In Hoyerswerda findet der Teschenmarkt stets am dritten Adventswochenende statt, das wäre in diesem Jahr vom 10. bis 12. Dezember. Wie Rathaus-Sprecher Christian Hoffmann auf TAGEBLATT-Nachfrage mitteilt, gehe man derzeit mit dem Teschenmarkt-Veranstalter Lausitzhalle drei Varianten durch: 1. Durchführung wie vor Corona. 2. Ausweitung des Weihnachtsmarktes von der Dauer her, um Stoßzeiten zu entzerren. 3. Weihnachtsmarkt an mehreren Standorten stattfinden lassen, um ihn zu entzerren. Die Entscheidung könnte bereits Ende der 41. Kalenderwoche getroffen werden. Immerhin umfasste das Gesamterlebnis Weihnachtsmarkt in Hoyerswerda in der Vor-Corona-Zeit auch die Angebote des Bürgerzentrums Braugasse, des Schloss- und Stadtmuseums. Und wie alle zwei Jahre wollen die Modellbahnfreunde Hoyerswerda in diesem Jahr auch wieder den Sparkassensaal mit ihren Anlagen beleben.

Keine Zäune

Auch in Kamenz soll das Advents-Spectaculum stattfinden. „Eine Absage ist keine Option“, sagt Ines Müller-Spindler vom Museum der Westlausitz, das von Beginn an das Spectaculum mitorganisiert. Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) sieht das genauso: „Das Spectaculum soll auch unter Bedingungen der Corona-Zeit durchgeführt werden.“ Dazu laufen derzeit die Planungen.

In Bischofswerda ist man schon weiter. Hier soll der Weihnachtsmarkt vom 3. bis zum 5. Dezember stattfinden. „Eine Begrenzung der Besucherzahl wird es nicht geben. Denn erfahrungsgemäß werden wir nicht die Grenze zu einer Großveranstaltung mit über 5.000 Besuchern gleichzeitig überschreiten, was 3G-Regeln und Kontaktverfolgung zur Folge hätte“, teilt Sascha Hache, Referent des Oberbürgermeisters, mit. Der Weihnachtsmarkt werde unter den dann geltenden Bestimmungen der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ablaufen. „Wie diese im Dezember aussehen, kann heute noch keiner sagen“, sagt Hache. Eine Einzäunung des Altmarktes werde es aber definitiv nicht geben.

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