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So teuer werden Strom und Wärme

Ein Durchschnittshaushalt muss ab kommendem Jahr 164 Euro im Jahr mehr berappen.

Von Uwe Schulz
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© Symbolfoto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Auf dem Weltmarkt sind die Gaspreise seit dem vergangenen Jahr nach oben geschnellt, die Stromeinkaufspreise auch. Doch die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda haben Elektroenergie und Gas für das gesamte Jahr 2022 in mehreren Tranchen im Verlauf des Jahres eingekauft und verkünden ihren Kunden ab heute in individuellen Anschreiben, dass Strom- und Gaspreise zwar steigen, aber die Erhöhungen für 2022 unter den zuletzt zu erwartenden Größenordnungen liegen. Wer jetzt jubiliert, dass bei ihm mit Fernwärme geheizt wird, der muss sich auch mit höheren Kosten anfreunden. Lediglich bei Wasser und Abwasser gibt es keinerlei Preisveränderungen. Hier die Details:

Strompreise steigen um rund drei Prozent

Der Börsenpreis für Strom hat sich laut VBH-Geschäftsführer Wolf-Thomas Hendrich seit Oktober 2020 vervielfacht, am stärksten in den vergangenen beiden Monaten. Doch bereits im September hatten die VBH ihre gesamte Elektroenergiemenge für 2022 eingekauft. Traditionell geschah das in sechs Tranchen. und auch wenn die staatliche EEG-Umlage abgesenkt wurde, so kompensierte das doch nicht die Kosten des teureren Einkaufs. Bei den Stromprodukten für die Grundversorgung erhöhen sich der Verbrauchspreis brutto um 0,48 Cent /kWh und der Grundpreis brutto um 9,52 Euro je Jahr. Für den durchschnittlichen VBH-Kundenhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 2.500 kWh steigen im Grundversorgungstarif die monatlichen Stromkosten um 1,79 Euro pro Monat. Das sind drei Prozent mehr als im Jahr 2021. „Damit sind wir im moderaten Bereich“, sagt Hendrich, der aber auch weiß, dass die VBH mit den Preisen der Marktführer nicht mithalten können. Dröselt man den Strompreis in seine Bestandteile auf, so waren dies im laufenden Jahr zu 51 Prozent Steuern und Abgaben, zu 25 Prozent Netzentgelte und zu 24 Prozent Beschaffungskosten. Im kommenden Jahr machen die Steuern nur noch 31 Prozent aus, die Netzentgelte 32 Prozent und der Einkauf 37 Prozent.

Heizgaspreis steigt um 10 Prozent gegenüber 2021 an

Auch beim Gas konnten die VBH rechtzeitig einkaufen. Und dennoch liegen die Einkaufspreise 20 Prozent über denen des Vorjahres. Hinzu kommen angepasste Netznutzungsentgelte und der steigende nationale Kohlendioxid-Preis. Bei den Kunden wird aber nur eine Erhöhung von 10 Prozent ankommen. Die VBH erhöhen den Verbrauchspreis Gas in der Grundversorgung brutto um 0,8 Cent/kWh, was bei Durchschnittskunden mit 18.000 kWh brutto eine Mehrbelastung von 12 Euro im Monat mit sich bringt.

Preis für Fernwärme zieht um 5 Prozent an

Die Fernwärme, die in Hoyerswerda an die drei Großkunden Wohnungsgesellschaft, LebensRäume-Genossenschaft, Seenlandklinikum und mehrere Kleinabnehmer in der Altstadt geliefert wird, ist ja ein Abprodukt des Kohlekraftwerks in Schwarze Pumpe und gerade deshalb ziehen auch hier die Preise an. Laut VBH orientieren die sich zum einen an der allgemeinen Preisentwicklung und zum anderen sind eben die Kohlendioxid-Zertifikate zu berücksichtigen. Deren Durchschnittspreise für das jeweilige Jahr werden erst im Januar veröffentlicht, so dass die VBH den genauen Preis für die Fernwärme nur schätzen können. Man geht von einer Anpassung zwischen 6,13 und 7 Euro je Monat aus. Was rund 5 Prozent mehr sind als in diesem Jahr. Aber dennoch sei eine Fernheizungsversorgung immer noch preiswerter als eine Gas- oder Ölheizung.

Die Preise für Trinkwasser und Abwasser bleiben stabil

Beim Lebensmittel Nummer 1 ändert sich preislich im kommenden Jahr nichts. VBH-Kunden zahlen für die Wasserversorgung und die Entsorgung des Abwassers je Kubikmeter genau so viel wie in diesem Jahr.

Angebote der ServicePlusCard und veränderte Verbrauchsabrechnungen

Man kann mit etwas Mühe natürlich selbst herausfinden, wie günstig oder teuer die VBH sind und wie man mit seinem persönlichen Jahresverbrauch an Elektroenergie selbst so im Vergleich liegt. Ganz einfach machen dies die künftig viel ausführlicheren Verbrauchsabrechnungen, zu denen die Energieversorger verpflichtet sind. Die VBH weisen aber auch stets auf Angebote hin, die sie vor Ort ihren Kunden bieten. Dazu gehören die Beratung, die thematisch weiter ausgebaut wird, zum Beispiel um die Bereiche Planung und Realisierung von Photovoltaikanlagen und E-Ladesäulen, sowie die Angebote der ServicePlusCard, für die sich bereits 9.000 Kunden angemeldet haben.