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Hoyerswerda

Solarpark-Vorhaben erhitzt die Gemüter

Die Entscheidung im Bernsdorfer Stadtrat fiel denkbar knapp aus. Der Bürgermeister wundert sich.

© Symbolfoto: www.pixabay.com

Bernsdorf. Im Bereich des Gewerbegebietes an der Waldbadstraße darf auf einer Fläche von zweieinhalb Fußballfeldern eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Das hat der Bernsdorfer Stadtrat in seiner Dezember-Sitzung beschlossen. Die Entscheidung fiel allerdings denkbar knapp aus. Bei einer Stimmenthaltung stimmten vier Stadträte dafür und die drei Vertreter von Freien Wählern/BKC geschlossen dagegen.

„Was hat Bernsdorf von dieser Anlage?“, hinterfragte Arne Henschel (CDU), der sich über das in Bayreuth beheimatete Unternehmen, das diese Anlage errichten möchte, kundig gemacht hat. „Reich werden wir nicht werden“, räumte Bürgermeister Harry Habel (CDU) ein. Und Kämmerer Thomas Beyer merkte an, dass durchaus die Gefahr besteht, dass „kein Steuer-Euro hierbleibt“.

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Es gib auch ein paar Vorteile

Ungeachtet dessen sieht der Bürgermeister allerdings auch Vorteile. So verschwindet ein Schandfleck. Den Anwohnern bleibt Lkw-Verkehr erspart, der mit einer anderen Nutzung der Gewerbegebietsfläche einhergehen würde. Und trotz Bau der Photovoltaikanlage bleibe im Gewerbegebiet noch genug Platz für Ansiedlungen. Die Nähe zur umliegenden Wohnbebauung sieht Markus Neumann (Freie Wähler/BKC) als ein Problem an. Ein größerer Abstand zur Wohnbebauung wie beim Solarpark auf dem Gelände des ehemaligen GUS-Tanklagers an der B 97 wäre die bessere Lösung. Dem widersprach der Bürgermeister. Aus seiner Sicht ist eine Photovoltaikanlage an dieser Stelle weit weniger störend als anderes Gewerbe. Auch sei er gegen die Errichtung solcher Anlagen auf der sogenannten Grünen Wiese. „Unser Gewerbegebiet Straßgräbchen hätten wir damit zupflastern können. Wir wollen aber Gewerbe.“

Frage kommt zwei Jahre zu spät

Dass die Photovoltaikanlage an der Waldbadstraße ausgerechnet zum Abschluss der planerischen Vorbereitungen im Stadtrat Gegenwind bekam, wunderte den Bürgermeister. Die Frage, ob man so eine Anlage in Bernsdorf haben wolle, hätte man sich 2018 stellen müssen, als man sich in der Stadt begonnen hat, damit zu befassen, erklärte er in der Ratsrunde. Auch erinnerte er daran, dass 2019, als es um den Beschluss zur Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes ging, von 14 Stadträten alle 14 dafür gestimmt haben.

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