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Sommerfest statt Weihnachtsfeier

In vielen Betrieben sind Feiern im Advent Tradition. Die fallen in diesem Jahr aus, aber es gibt Ideen für Ersatz.

© Symbolfoto: www.adobestock.com

Alle Jahre wieder gibt es in vielen Unternehmen ein Ritual: In der Adventszeit treffen sich die Mitarbeiter mal außerhalb der Werkhallen oder Büros, genießen etwas Köstliches, schauen zusammen auf das scheidende Jahr zurück und ins kommende voraus. Man geht bowlen, genießt ein Kulturprogramm. Und zuweilen gibt es vom Chef noch eine Überraschung.

Doch in diesem ernsten Jahr ist vieles anders – aber nicht alles, wie eine Umfrage von SZ und Tageblatt bei Unternehmen im Landkreis Bautzen ergab.

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Sachsen krempelt die #ärmelhoch
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Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Schlauchboot oder Panzer?

Das Team der Hoyerswerdaer Wochenblatt Verlag GmbH, der das Tageblatt herausgibt, ist schon vor einigen Jahren unabhängig von Corona mit der Weihnachtsfeier vom Advent in den Sommer gewechselt. Das bedeutet weniger Stress in der Zeit, wo eh alle schon genug zu tun haben, und mehr Auswahl bei den Möglichkeiten der Betätigung. Das gemeinsame Erlebnis an einem ausgedehnten Samstag steht im Vordergrund. Essen und Trinken auf Kosten des Chefs gibt es natürlich reichlich. So gab es in den letzten Jahren schon Fahrten mit dem Schlauchboot auf der Spree zur Ruhlmühle, eine Paddeltour im Spreewald, einen Trip am Geierswalder See mit einem urigen, riesigen Spaß-Tretmobil und in diesem Jahr Geländefahrten mit Panzer und Co. beim Armee-Spaß-Verein in Königsbrück. Jedes Jahr ist eine andere Abteilung dran mit dem Organisieren.

Der Autozulieferer Deutsche Accumotive in Kamenz organisiert keine Weihnachtsfeiern, erklärt Madeleine Herdlitschka von der Pressestelle der Mercedes-Benz AG. „Auf eine kleine, weihnachtliche Aufmerksamkeit können sich die Mitarbeiter jedoch sehr wohl freuen.“ Wie diese Aufmerksamkeit aussieht, möchte die Sprecherin vorab nicht verraten. Etwas anderes verkündet sie aber gern öffentlich: Der Vorstand der Aktiengesellschaft hat in Abstimmung mit dem Gesamtbetriebsrat beschlossen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland einen einmaligen Corona-Bonus von bis zu 1.000 Euro auszuzahlen.

Corona-Goodbye-Party

Die Firma Yados, in Hoyerswerda ansässiger Wärmeanlagenspezialist, hat seine Weihnachtsfeiern aufgrund der Firmengröße immer in den eigenen Hallen durchgeführt. „Die Geschäftsleitung stand hinterm Tresen und hat ausgeschenkt. Es gab reichlich Essen und Trinken und Musik zum Tanzen. Also alles ziemlich bodenständig und gemütlich. Natürlich muss das in diesem Jahr ausfallen“, sagt Prokurist Olaf Besser. Traditionell gibt es ein kleineres Sommerfest sowieso jedes Jahr bei Yados. Es wird immer von einer anderen Abteilung organisiert. Es gibt dann meist Gegrilltes, Salate und ein paar kleine Spielchen und ist mehr im Sinne einer Sommer-Sonne-Party zu verstehen. Olaf Besser: „Eigentlich haben wir uns vorgenommen, eine Corona-Goodbye-Party zu machen. Die Hoffnung war, dass dies zu Ostern möglich wäre. Im Moment sieht es so aus, als wenn es erst zum Sommerfest klappen wird.“

Fast 3.000 Menschen arbeiten am Sachsenmilch-Standort in Leppersdorf. Da sieht es die Unternehmensführung als Erfolg an, dass die Gesundheit der Mitarbeiter geschützt und die Produktion durchgehend aufrechterhalten werden konnte. An Weihnachtsfeiern oder Ähnliches sei nicht zu denken, sagt Carolin Linseis von der Zentrale der Muttergesellschaft Müllermilch im bayerischen Freising. Trotzdem möchten die Chefs den Beschäftigten Danke sagen: „Nicht nur mit Worten, sondern auch in Form einer kleinen Überraschung, die in der Weihnachts-Produkttüte für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter in diesem Jahr zusätzlich enthalten sein wird.“ Welche Überraschung das ist, verrät die Sprecherin vorab natürlich nicht.

Die Zoo-, Kultur- und Bildung GmbH Hoyerswerda hat in den vergangenen Jahren das Thema Weihnachtsfeier unterschiedlich gehandhabt: Mal feierten alle zusammen, später die Belegschaft jeder Einrichtung für sich mit einem kleinem Obolus der Geschäftsführung zum Weihnachtsessen dazu. In diesem Jahr ist alles gecancelt. Über ein Sommerfest, so heißt es von Prokuristin Kerstin Noack, wolle man aber mal nachdenken.

Hoffnung auf 2021

Bei der Radeberger Exportbierbrauerei gibt es „im Vorfeld der Advents- und Feiertage immer viel zu tun, sodass wir vor Weihnachten generell zu keiner gemeinsamen Veranstaltung einladen“, berichtet Sprecherin Jana Kreuziger. Statt einer Weihnachtsfeier gab es bei Radeberger immer im Januar ein geselliges Zusammentreffen - dies sei zu einer eigenen Tradition der Brauerei geworden. Wegen Corona sieht die Unternehmensführung diesmal jedoch keine Chance, für Januar eine gemeinsame Feier zu planen.

Hoyerswerdas Großvermieter sind mit ihren Belegschaften genauso betroffen. Bei der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda haben sich in den Vorjahren die einzelnen Teams ihre eigenen Weihnachtsfeiern ganz individuell geplant und durchgeführt. Unternehmenssprecherin Petra Scholz schildert: „Eher eine Tradition in unserem Unternehmen ist ein organisiertes Sommerfest für alle Mitarbeiter, das musste in diesem Jahr leider ausfallen. Und wenn sich nächstes Jahr alles wieder etwas entschärft hat und wir alle zu einem ganz normalen Leben zurückkehren können, dann wird es sicherlich eine kleine Veranstaltung für unsere MitarbeiterInnen geben. Jedoch geplant haben wir bisher dafür noch nichts.“

Feste Termine im neuen Jahr

Die LebensRäume-Genossenschaft hatte schon eine Weihnachtsfeier für alle Beschäftigten mit Spaß und Bewegung in der Natur bei Glühwein und deftiger Kost geplant und dann natürlich abgesagt. Für 2021 gibt es nun schon erste Planungen, wie Sprecherin Gudrun Ladusch sagt: „Bereits mit Abschluss der jährlichen Betriebsvereinbarung zwischen Vorstand und Betriebsrat werden die Termine für Betriebsveranstaltungen terminlich festgeschrieben. So sind in 2021 jeweils teamfördernde Veranstaltung im September und Dezember 2021 fest terminiert, so dass sich auch alle MitarbeiterInnen mit ihren persönlichen Jahresurlaubs-Planungen darauf einrichten können, die beiden Tage mit ihren Mitstreitern ganz zwanglos zu genießen.“

Die Automatisierungsprofis von der Firma AVI in Hoyerswerda mussten in diesem Jahr sowohl auf die Weihnachtsfeier als auch auf das Sommerfest coronabedingt verzichten. Geschäftsführer Frank Seifert sinniert zumindest darüber, ob man davon etwas nachholen kann. Irgendwann, wenn es die Situation wieder zulässt.

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