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Sorbische Sprach- und Brauchtumspflege

Hoyerswerdaer Sorbenbeirat unterstützt Engagement in den Ortsteilen und will an der neuen Gesamt-Oberschule Sorbisch integrieren.

Tagung des Sorbenbeirates im November 2019
Tagung des Sorbenbeirates im November 2019 © Archivfoto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Ein Exkurs in die sorbische Sprache eröffnet jede Zusammenkunft: „Dort geht es mir immer um Lexik. Es geht um Vokabeln zum Beispiel über Corona, über die Wahl zum Oberbürgermeister, über die Stadt Hoyerswerda, über die Ortsteile. Ebenso geht es mir um das tägliche sorbische Leben“, erläutert Brigitte Schramm, Mitglied des neunköpfigen Hoyerswerdaer Sorbenbeirates. Dieser war 2020 sehr aktiv.

Er durchlebte ein intensives Jahr. Ein kurzer Rückblick: „Am 18. Januar nahmen wir in der Lausitzhalle am 24. Hoyerswerdaer «Markt der Möglichkeiten» der Vereine teil,“ eröffnet Evelin Graf, Vorsitzende des Sorbenbeirates, den Reigen. „Wir informierten an unserem Stand mit Texten und Fotos über die Hoyerswerdaer Sorben, über sorbische Literatur, über die Hoyerswerdaer Tracht. Das kam gut an.“

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Satzungs-Änderungen stehen an

Im Haus der Domowina in Hoyerswerdas Dresdner Straße 18 erfuhren die Mitglieder mehr über die Geschichte des Hauses, über die Arbeit des Domowina-Regionalverbandes Handrij Zejler Hoyerswerda und seine Initiativen. Regionalsprecherin Sonja Rehor informierte unter anderem zur mittlerweile 20. Hauptversammlung der Domowina 2021, die sich unter anderem mit der Änderung der Satzung befassen soll – zwecks einer Regelung für die Einzelmitglieder und für die Ehrenmitglieder. Ort und Zeitpunkt der Versammlung werden, corona-abhängig, noch festgelegt.

Im Hoyerswerdaer Haus der Domowina lernte der Sorbenbeirat ebenso die Arbeit des Übersetzungs- und Servicebüros für sorbische Sprache kennen. Vor Ort arbeiten Franciska Grajcarek und Jan Krahl. Gezielt und konkret unterstützen sie die Kommunen, Vereine und Gruppen immer wieder mit Übersetzungen.

Gabriela Linack, seit 2010 ehrenamtliche Sorbenbeauftragte der Stadt Hoyerswerda, gab dem Sorbenbeirat Einblicke in Fördermöglichkeiten. Vereine, Kulturgruppen, Trachtengruppen und Jugendklubs können bei der Pflege der sorbischen Sprache und Kultur davon Gebrauch machen. Sie können Anträge stellen. Der Sorbenbeirat will sie dazu ermutigen. „Ganz wichtig war uns der Erfahrungsaustausch in den Ortsteilen“, unterstreicht Evelin Graf. In Bröthen-Michalken, in Dörgenhausen, in Schwarzkollm und in Zeißig traf sich der Sorbenbeirat vor Ort mit den Ortschaftsräten, Kindergärten, Kulturvereinen und Jugendklubs. Dabei ging es um den Erfahrungsaustausch, speziell um aktuelle Ziele, Probleme und Möglichkeiten. „Wir haben gespürt: gerade die Jugendklubs dort fühlen sich der sorbischen Kultur stark verbunden. Sie pflegen Bräuche und Traditionen das gesamte Jahr. Das ist sehr erfreulich“, sagt Evelin Graf. Der Sorbenbeirat unterstützt jetzt die Jugendklubs mit je 200 Euro für dieses Engagement. Das soll Anerkennung und Ermutigung sein. Die Mittel kommen aus dem 1.500-Euro-Fonds der Stadt für die Arbeit des Sorbenbeirates.

Ganztagsangebot für Interessierte

„Nicht locker lassen wollen wir beim Thema «Neue Oberschule Hoyerswerda»“, unterstreicht Gabriela Korch, Mitglied des Sorbenbeirates. Ziel ist, dort Sorbisch zumindest als Ganztagsangebot oder Arbeitsgemeinschaft für Interessierte zu erreichen. Der Beirat will sich vor Ort genauer über die Bedingungen informieren, über Unterrichts-Inhalte, über die Zubringer-Möglichkeiten für die Schüler, über das Interesse und die mögliche Absicherung des Sorbisch-Unterrichts. „Das wird kein leichter Weg. Wir bleiben aber dran“, versichert Evelin Graf.

Im Beirat für sorbische Angelegenheiten Hoyerswerda arbeiten mit: Evelin Graf (Hoyerswerda, Vorsitzende), Brigitte Schramm (Hoyerswerda, erste Stellvertreterin), Marcel Fröschl (Hoyerswerda, zweiter Stellvertreter und Schriftführer), Gabriela Korch (Dörgenhausen, Verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit), Jan Kregelin (Hoyerswerda), Dirk Nasdala (Dörgenhausen), Birgit Sarodnick (Zeißig), Karl-Heinz Schütze (Hoyerswerda) und Dr. Christoph Wowtscherk (Dörgenhausen).

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