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Spielend an digitale Möglichkeiten herangeführt

Das Projekt „Kultur trifft Digital“ fand letzte Woche in der Kulturfabrik statt. So verlief der erste Workshop.

Zum Abschluss des ersten Workshops des Projektes „Kultur trifft Digital“ wurden die Ergebnisse präsentiert.
Zum Abschluss des ersten Workshops des Projektes „Kultur trifft Digital“ wurden die Ergebnisse präsentiert. © Foto: KulturFabrik

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Auf eine eintägige Schnupper-Veranstaltung folgte nun ein mehrtägiger Workshop, der die vielfältigen kreativen Möglichkeiten digitaler Medien aufzeigte. Eigene Projekte wurden dabei umgesetzt. Ina Züchner, Mitarbeiterin der KulturFabrik im Bereich der kulturellen Kinder- und Jugendbildung resümiert die Woche.

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Frau Züchner, was verbirgt sich hinter dem Projekt „Kultur trifft Digital“?

Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen kamen aus unterschiedlichen Schulen und sind zwischen 10 und 15 Jahre alt. Das Projekt besteht aus drei aufeinander aufbauenden Veranstaltungen, bei denen kulturelle Werke mit Hilfe digitaler Medien gestaltet werden können. Im Juli gab es einen ersten digitalen Orientierungsparcours, quasi eine Schnupperveranstaltung, bei der an vier Stationen erste Erfahrungen mit der Vielfalt kreativer Möglichkeiten im digitalen Medienbereich gesammelt werden konnten. Dazu gehörten die Bereiche digitaler Sound, Technik, Sprache und Realität. Am Ende wurden dann die Erlebnisse und Eindrücke besprochen und Antworten auf die Fragen gesucht: Was haben die Kinder und Jugendlichen erlebt, was hat besonders viel Spaß gemacht? Sind sie auf neue Ideen gekommen? Aus all diesen Ergebnissen entwickelten sie dann gemeinsam mit einer Fachkraft für Medien eigene Projektideen.

… die dann in einem medienpraktischen Workshop umgesetzt wurden?

Richtig. Dabei setzten die Kinder und Jugendlichen auch zwei eigene kreative Projektideen um. Beispielsweise konnten die Teilnehmenden beim ersten Workshop einen Film mit einem heute gängigen Verfahren in der Film- und Fototechnik, der sogenannten Greenscreen-Technik, drehen. Beim zweiten Workshop wurde ein Computerspiel programmiert. Dabei wurden digitale Schwerpunkte aus dem Orientierungsparcours bearbeitet oder mehrere Schwerpunkte miteinander verbunden. Im zweiten Workshop wurde eine weitere Projektidee zu einem anderen thematischen Schwerpunkt umgesetzt.

Und was hat das Ganze mit Makey Makey zu tun?

Der Makey Makey war in unseren Workshops ein echter Dauerbrenner. Mit dieser Erfindung können alltagstaugliche Objekte in eine Tastatur verwandelt werden. Man kann beispielsweise eine Treppe in ein Klavier verwandeln oder ein Computerspiel mit Bananen steuern. Der Kreativität sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt. Und ganz nebenbei lernt man etwas über den Stromkreislauf und die Leitfähigkeit verschiedener Materialien. Diese Station bot einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema Making und schaffte ein Bewusstsein dafür, dass digitale Tools auch veränderbar und gestaltbar sein können.

Ähnlich sieht es bei der sogenannten Scratch aus …

Mit Scratch, einer bildungsorientierte Programmiersprache für Kinder und Jugendliche, kann man in wenigen, einfachen Schritten richtig tolle Animationen zaubern und lernt dabei die Grundlagen des Coding. Indem man verschiedene Bausteine zusammensetzt, schreibt man quasi die Befehle, die die Figur dann ausführt. Das schnelle Erfolgserlebnis weckte bei unseren Workshop-Teilnehmenden immer schnell die Lust auf mehr!

Sie sehen in dem Projekt aber noch viel mehr, nicht wahr?

Auch die Befassung mit der Sprache des Computers, Coding, ist in Zeiten der Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. In vielen Berufen ist es wichtig, die Grundlagen des Programmierens zu kennen. Doch Coding kann auch kreativ sein: Man kann Spiele programmieren, Roboter steuern und Kunstwerke erschaffen. Und wenn ein Befehl nicht auf Anhieb so funktioniert wie geplant? Kein Problem! Aus Fehlern lernt man. Frustrationstoleranz, Problemlösungskompetenz und Teamwork entwickelt man an dieser Station ganz nebenbei.

Was sind die konkreten Ergebnisse des Projektes?

Die Teilnehmenden haben eigene Point-and-Click-Spiele entwickelt und programmiert, Spielkonsolen gebaut, Knetpianos oder Pappgitarren wurden über Leiterplatinen mit dem PC verbunden und konnten so Töne erzeugen. Es wurden Rätsel über die spielebasierte Lernplattform Kahoot entwickelt. Die Ergebnisse wurden Familien und Freunden präsentiert, und die Besucher konnten sich selbst ausprobieren. Im Oktober findet der zweite Ferienkurs dazu statt. Aufgrund der Nachfrage soll es nächstes Jahr eine Wiederholung geben. Wer möchte, kann auch in den Programmierclub der KulturFabrik einsteigen, um seine Kenntnisse zu vertiefen.

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