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Stadt Hoyerswerda hofft auf Impf-Kontingente

Hunderte Senioren bedienen sich der Vermittlungsstelle im örtlichen Bürgeramt.

© Symbolfoto: www.pixabay.com

Hoyerswerda. Naja, sagt Jana Nitschmann, vielleicht hätte man die „Servicestelle Corona-Schutzimpfung“ besser Vermittlungsstelle nennen sollen. Doch es musste ja verhältnismäßig schnell gehen. Aber, so berichtet die Chefin des Hoyerswerdaer Bürgeramtes, das häufigste Missverständnis in den nun drei Wochen des Betriebs sei tatsächlich, dass Manche glauben, man könne sich an der Dillinger Straße impfen lassen. So ist das nicht. Die Stadtverwaltung verfügt weder über Impfstoff noch über Mediziner, um ihn zu verabreichen.

Die Verwaltung hat aber eine Kollegin aus dem Vollzugsdienst und eine weitere aus dem Pass- und Meldewesen abgestellt, um Daten von älteren Impfberechtigten aus Hoyerswerda, Spreetal sowie der Elsterheide entgegenzunehmen und die Betreffenden dann anzumelden. Bis zur Mitte der Woche hatten 550 Personen das Angebot angenommen. „Das Telefon steht tatsächlich kaum still“, berichtet Jana Nitschmann. Aber da auch die Stadt nur das sächsische Internet-Impfportal zur Verfügung hat und wie jeder Bürger auf freie Kapazitäten angewiesen ist, geht es auch hier nicht ohne Wartezeiten. Das Bürgeramt konnte so bis Mittwoch lediglich 60 Termine buchen. Doch der Gedanke ist ja, den betreffenden Senioren vor allem einen Zugang zu verschaffen. Denn wohl nicht wenige haben keinen Internetanschluss und/oder auch niemanden im privaten Umfeld, der ihnen die Anmeldung erledigen könnte.

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Die Dankbarkeit ist groß

Bevor es am Anfang des Monats mit der Vermittlungsstelle losging, hat Jana Nitschmann in einer anderen Stadt nachgefragt, wie es dort so läuft. Radeberg hatte nämlich schon Mitte Januar ein ähnliches Unterstützungsangebot unterbreitet. Mittlerweile gab es im Hoyerswerdaer Rathaus einen Anruf aus Spremberg. Die Verwaltung der Nachbarstadt wollte nun ihrerseits gern wissen, wie man hier älteren Impfberechtigten unter die Arme greift.

Eines kann Jana Nitschmann mit Bestimmtheit sagen. Diejenigen, die sich melden, um sich registrieren zu lassen, sind allgemein recht froh darüber, dass die Stadt über ihre gesetzlichen Verpflichtungen hinaus Hilfe anbietet: „Wir nehmen wirklich viel Dankbarkeit von den älteren Bürgern entgegen“, freut sie sich.

Um den relativen Andrang schneller abarbeiten zu können, hofft man im Bürgeramt auf eine Erleichterung seitens des Landes Sachsen und des von ihm mit dem Betrieb der Impfzentren beauftragten DRK-Landesverbandes. „Unser Ansinnen wäre es, Kontingente zu erhalten“, schildert die Bürgeramtschefin. Wenn man etwa vier Impfberechtigten vier aufeinanderfolgende Termine vermitteln könnte, wäre es auch möglich, die Betreffenden gemeinsam nach Kamenz zur Impfung bringen zu lassen. Bürgermeister Mirko Pink (CDU), sagt Nitschmann, wolle in dieser Richtung noch einmal einen Vorstoß unternehmen.

Eine weitere Hoffnung der Verwaltung ist ein mobiler Ableger des Impfzentrums in Hoyerswerda, etwa in Kooperation mit dem Seenland-Klinikum. Immerhin sollte es mehr Möglichkeiten geben, je mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Das Landratsamt Bautzen hat am Montag dieser Woche – wohl nach Rücksprache mit dem verantwortlichen Roten Kreuz – wissen lassen, dass es ab kommender Woche zumindest etwas schneller gehen dürfte: „Ab März sollen zudem die Betriebszeiten des Impfzentrums deutlich erweitert werden, um noch mehr Impfungen durchzuführen.“

Und dann scharren ja auch schon geraume Zeit die niedergelassenen Ärzte mit den Hufen. Sie sind nicht nur generell erfahren, was Impfungen betrifft, sondern auch deutlich leichter zu erreichen, weil die Praxen dichter über die Fläche verteilt sind. Das Land Sachsen sprach zuletzt von einem Pilotprojekt mit einer zweistelligen Anzahl von Praxen im gesamten Freistaat.

Die Stadt Hoyerswerda will ihre Servicestelle so lange aufrecht halten, wie nötig. Jana Nitschmann rechnet damit, dass die Anfragen nachlassen, wenn die sehr betagten Personen versorgt sind. Jüngere Menschen hätten doch eher Netz-Zugang.

Die Vermittlungsstelle ist von Montag bis Freitag unter 03571 - 457 273 zu erreichen.

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