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Stadtrat erliegt Covid-19-Erkrankung

Hans-Joachim Donath hat sich über viele Jahre für die Stadt Hoyerswerda engagiert.

© Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Es konnte schon einmal passieren, dass ein anderer Fraktionsvorsitzender im Stadtrat über Hans-Joachim Donath sagte: „Den hätte ich auch gern in meiner Fraktion.“ Sehr besonnen und sachorientiert sei er gewesen, sagt Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) über den Vorsitzenden der Fraktion von Aktives Hoyerswerda und Bündnis 90/Grüne. Noch vor einer Woche hatte der OB in der Stadtratssitzung gemeint, er hoffe, Hajo Donath in Bälde wieder im Rat begrüßen zu können. Da lag dieser schon ein paar Tage mit Covid-19 auf der Intensivstation des Seenland-Klinikums. Am Wochenende ist Hajo Donath verstorben – gerade 57-jährig.

Er war über Jahre ein sehr engagierter und für die Stadt prägender, wenngleich nie lauter Akteur. Donath war studierter Diplom-Sozialarbeiter. In den 1990ern leitete er das Sachgebiet Jugend der Stadtverwaltung, bevor er den Chefposten in deren Kulturamt beziehungsweise später Kulturbüro übernahm.

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Ehrenamtlich wirkte er über viele Jahre in der KulturFabrik mit, davon lange Zeit im Vereinsvorstand. Als es die Grubenbahn noch gab, war Donath aber auch in deren Förderverein tätig. Und 2005 wurde er zum sächsischen Landesvorsitzenden der Deutsch-Finnischen Gesellschaft gewählt. In dieser Zeit fing er zudem an, vor allem Kultur-Beiträge für das Hoyerswerdaer Tageblatt zu schreiben.

2014 gründete er gemeinsam mit anderen die Wählervereinigung Aktives Hoyerswerda und zog im selben Jahr erstmals in den Stadtrat ein. Seine Steckenpferde hier: Kultur einerseits, der öffentliche Personennahverkehr andererseits. Hajo Donath war ein großer Freund von Fahrrad und Eisenbahn, ließ dabei andere Themen jedoch nicht aus dem Blick.

Im Jahr 2020 gab es Redebeiträge von ihm unter anderem zum Mehrheitstausch beim Klinikum, zur Ausrichtung einer Landesgartenschau, zur Arbeit des Altstadt-Managements sowie zur Neustrukturierung des Bauhofs. Donath gehörte der AG Stadtentwicklung sowie dem Kuratorium zur Verleihung der städtischen Konrad-Zuse-Plakette an. Ehrenamtlich als Aufsichtsrat tätig war er bei den Städtischen Wirtschaftsbetrieben sowie bei der Zoo-, Kultur- und Bildung gGmbH.

Die KuFa schickte Hajo Donath am Sonntag im Internet Gerhard Gundermanns Requiem „Einmal“ hinterher. Von der Lausitzhalle hieß es, Donaths kulturelles, soziales und politisches Engagement werde noch lange fortwirken. Linken-Stadtrat Ralph Büchner erklärte: „Hajo wird mit seinen Ideen und Gedanken für die Entwicklung von Hoyerswerda fehlen.“ OB Torsten Ruban-Zeh wies auf das große Wissen des Verstorbenen hin und sprach von einem herben Verlust. Er sagte zudem, Donaths Tod zeige überdies, wie gefährlich die aktuelle Situation sei. Auch die örtliche CDU kondolierte: „Wir sprechen seiner Familie und allen Angehörigen unser tief empfundenes Mitleid aus und wünschen viel Kraft für diese schwere Zeit.“

Das Team des Hoyerswerdaer Tageblattes schließt sich an. Hoyerswerda hat einen klugen und sensiblen Stadtvater verloren. Wir denken insbesondere an seine Ehefrau und die große Familie.

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