merken
PLUS Hoyerswerda

Trinkwasserverband vor Millionen-Investitionen

Die Südleitung ist zu groß und in die Jahre gekommen. Auf der Leitungstrasse wird bereits Baufreiheit geschaffen.

Der Bau der Trinkwasserleitung zum Anschluss des Erlebnishofes „Terra Nova“ in der Elsterheide an das zentrale Netz war eine größere Investition des Trinkwasserzweckverbandes „Kamenz“ im letzten Jahr.
Der Bau der Trinkwasserleitung zum Anschluss des Erlebnishofes „Terra Nova“ in der Elsterheide an das zentrale Netz war eine größere Investition des Trinkwasserzweckverbandes „Kamenz“ im letzten Jahr. © Foto: Ralf Grunert

Elsterheide. Der Trinkwasserpreis bleibt für die kommenden zwei Jahre unverändert. Darauf hat sich die Verbandsversammlung des Trinkwasserzweckverbandes (TZV) „Kamenz“ kürzlich verständigt. „Es besteht im Moment keine Not, den Preis zu verändern“, erklärte der Verbandsvorsitzende und Bürgermeister der Gemeinde Elsterheide, Dietmar Koark, auf TAGEBLATT-Anfrage.

„Wir schauen aber nicht ganz ohne Sorge, was rings um uns passiert. Wir haben meines Erachtens nach bereits vernünftig die Weichen gestellt, indem wir unseren Liefervertrag mit dem Wasserverband Lausitz erweitert und ergänzt haben“, so der Chef des TZV, dem immerhin 19 Städte und Gemeinden angehören. Das Verbandsgebiet reicht von Lauta, Bernsdorf und der Elsterheide an der brandenburgischen Grenze über Wittichenau, Kamenz und Elstra im Süden bis nach Königsbrück und Laußnitz im Westen sowie Lohsa im Osten. Die Stadt Hoyerswerda und die Gemeinde Spreetal gehören nicht dazu.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Der TZV „Kamenz“ hat sich auch an der Erweiterungs-Investition am Wasserwerk in Tettau beteiligt, aus dem das Gros des im Verbandsgebiet benötigten Wassers stammt. „Das sollte uns langfristig Sicherheit geben“, ist Dietmar Koark überzeugt. Und er ergänzt: „Wir haben außerdem einen Wasser-Liefervertrag mit den Versorgungsbetrieben Hoyerswerda, allerdings mit einem relativ überschaubaren Kontingent. Auch dieser Vertrag ist langfristig angelegt. Und wir haben die eigene Wasserfassung in Kamenz-Jesau, die wir ausbauen, um unsere eigene Kapazität zu erhöhen.“

Die Verteilung des Trinkwassers im Verbandsgebiet erfolgt vom Hochbehälter Skaska aus über die sogenannte Südleitung. Und das ist der Knackpunkt, wie der Verbandsvorsitzende betont: „An der Südleitung werden in den nächsten Jahren definitiv größere Investitionen nötig sein.“ Einige Leitungsabschnitte stammen aus den 1950er-Jahren. Es handelt sich teilweise um 1000er-Leitungen. „Diese Dimensionen benötigen wird heute nicht mehr. Hier schwebt uns vor, eine Art Masterplan zu erarbeiten, wie wir die Südleitung sanieren können, indem wir Rohre mit einem geringeren Querschnitt in die vorhandene Leitung einziehen. Für die Zukunft reicht uns wahrscheinlich eine 500er-Leitung aus.“

Um die entsprechenden Arbeiten realisieren zu können, wird natürlich Baufreiheit benötigt. Teile der Südleitung verlaufen allerdings über Grundstücke, auf denen im Verlauf der Jahre von allein Wald gewachsen ist oder auch gepflanzt wurde. Betroffene Grundstückseigentümer, unter anderem in Wiednitz, haben daher schon Post von der Ewag Kamenz als Geschäftsbesorgungsunternehmen des TZV „Kamenz“ erhalten. Darin gibt es den Hinweis, dass die Leitungstrasse auf einer Breite von zehn Metern von Bewuchs freizuhalten sei. Den Grundstückeigentümern wird die Wahl gelassen, ob sie die nötigen Rodungs- und Holztransportarbeiten zur Trassenberäumung bis Ende Februar selbst durchführen oder der Ewag gestatten, die Trasse ab Juni zu beräumen oder ein Unternehmen mit der Beräumung zu beauftragen.

Um die Südleitung den heutigen Erfordernissen anzupassen, rechnet der TZV nach Auskunft von Dietmar Koark mit Aufwendungen von etwa einer Million Euro pro Kilometer. „Wir reden da insgesamt von etwa 21 Millionen Euro. Das macht uns schon Sorgen, auch was die Kalkulation des Trinkwasserpreises für die Zukunft angeht. Hier bemühen wir uns aber intensiv um eine Förderung nach dem Strukturstärkungsgesetz. Die Stärkung der Infrastruktur einschließlich der Wasserversorgung ist ja auch explizit im Gesetz benannt.“

Das große Ziel wird es sein, das Preisniveau beim Trinkwasser zu halten. Das sei ganz klar, sagt der Verbandschef. „Dass dies auch gelingt, wenn es keine Förderung gibt, so weit würde ich mich nicht hinauslehnen“, übt er sich in Zurückhaltung.

Mehr zum Thema Hoyerswerda