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Trockenopfer im Baumbestand

Es wird nur bedingt gewässert. Einer großen Linde wurde aber wohl fehlendes Flusswasser zum Verhängnis.

Diese Linde dominiert den Parkplatz in der Senftenberger Straße. Doch in diesem Jahr hat sie nicht ausgetrieben. Ein Baumgutachten soll klären, wie es um den Baum wirklich steht.
Diese Linde dominiert den Parkplatz in der Senftenberger Straße. Doch in diesem Jahr hat sie nicht ausgetrieben. Ein Baumgutachten soll klären, wie es um den Baum wirklich steht. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Am Rande des großen Parkplatzes in der Senftenberger Straße steht eine jahrzehntealte Linde. Sie prägt den Parkplatz, bei der Neuanlage des Platzes vor 19 Jahren und der Gestaltung der Wegeführung war am Baum eine Sitzecke geschaffen worden. Der Baum selbst wurde regelmäßig gepflegt, einige der starken Hauptäste wurden miteinander verbunden, so dass sie nicht auseinanderbrechen konnten.

Die Linde war lange Zeit zuverlässiger Schattenspender, Sauerstofflieferant und Nahrungsquell für unzählige Insekten. Doch nachdem sie im vergangenen Jahr nur noch schwach ausgetrieben hatte, blieb sie in diesem Jahr praktisch komplett ohne Blätter. Anlieger gehen davon aus, dass sie jetzt abgestorben ist, da in den vergangenen drei Sommern der direkt vorbeifließende Elsterfließ stets für mehrere Wochen trockengefallen war. Die Wurzeln hätten sich wohl zu sehr an diesem Wasserspiegel orientiert.

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Birken, Pappeln, Nadelbäume

Bei der Stadtverwaltung hält man sich mit einem endgültigen Urteil noch zurück: „Die benannte Linde wurde in den letzten Jahren regelmäßig im Zuge der durchgeführten Baumkontrollen besichtigt. Aufgrund des schwachen Austriebes in diesem Jahr wurde ein Baumgutachten beauftragt, welches Aufschluss über weitergehende Maßnahmen geben wird“, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Damit ist die Linde einer der markanten Bäume, der zumindest droht einzugehen. Andere sind es definitiv. „In den letzten Jahren sind hauptsächlich Birken, Pappeln und Nadelgehölze aufgrund von Trockenheit und der folgenden Massenvermehrung rindenbrütender Schadinsekten abgestorben“, beantwortet Rathaussprecherin Corinna Stumpf eine entsprechende Tageblatt-Anfrage nach Zuarbeit aus dem entsprechenden Fachbereich. Eine genaue Anzahl könne aber nicht benannt werden, da abgestorbene Bäume auf bebauten Grundstücken nicht Bestandteil der aktuellen Baumschutzsatzung der Stadt Hoyerswerda sind.

Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat zumeist in Großstädten auch zu Debatten darüber geführt, ob man Straßenbäume nicht wässern sollte. Anwohner waren teilweise zu Patenschaften aufgefordert. Doch wie sieht das im überdurchschnittlich grünen Hoyerswerda aus?

Lässt die Stadt Hoyerswerda Bäume bei Trockenheit wässern? Ja und Nein. „Die Bewässerung der Grünanlagen und Bäume in der Stadt Hoyerswerda wurde in den letzten Jahren hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit reduziert und wird im notwendigen Maß zur Erhaltung des Bestandes regelmäßig durchgeführt“, heißt es aus dem Rathaus. „Jungbäume werden im Zuge der Entwicklungspflege für eine vitale Weiterentwicklung bei lange anhaltenden Trockenperioden bedarfsgerecht gegossen. Sollten nach dieser Zeit weitere Wässerungsgänge nötig sein, werden diese in ausgedehnten Abständen durchgeführt, um eine natürliche Anpassung der Gehölze an trockene Gegebenheiten zu erwirken.“

Kein Wasser für Altbäume

Eine zusätzliche Wässerung der Altbäume werde nicht durchgeführt, da der Baumbestand weitestgehend über ein ausgebildetes Wurzelsystem bis in tiefere Schichten verfüge und dieses kaum über die Baumscheibe wirksam erreicht wird.

In einigen Städten sah man gerade im letzten Jahr an Bäumen sogenannte Baumbewässerungssäcke. Diese werden allerdings in der Stadt Hoyerswerda noch nicht eingesetzt. Ein Einsatz ist aber nach Stand der Dinge auch nicht geplant. Doch selbst das Wässern allein reicht manchmal nicht. Mindestens eine der Säulenhainbuchen im Zentralpark, gepflegt und gewässert im Auftrag der Wohnungsgesellschaft, hat es auch nicht geschafft.

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