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Über 200 Dosen im Lausitz-Center verimpft

Diese Impfaktion hat erst den Auftakt gebildet. Mindestens drei weitere Tage in der Einkaufspassage werden folgen.

Benedikt Schmid, Holger Beier und Peter Mark (v.l.) haben als Verantwortliche die Impfaktion vor Ort im Lausitz-Center Hoyerswerda begleitet. Das ehemalige Reisebüro im Hintergrund (rechts) steht gerade leer und wird fürs Impfen genutzt.
Benedikt Schmid, Holger Beier und Peter Mark (v.l.) haben als Verantwortliche die Impfaktion vor Ort im Lausitz-Center Hoyerswerda begleitet. Das ehemalige Reisebüro im Hintergrund (rechts) steht gerade leer und wird fürs Impfen genutzt. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Anderthalb Stunden Wartezeit mussten diejenigen als Minimum mitbringen, die sich am gestrigen Donnerstag im Lausitz-Center Hoyerswerda für eine Corona-Schutzimpfung anstellten. So ähnlich war es schon einige Tage zuvor im Bautzener Kornmarkt-Center. Die Impfaktionen gehen damit nun einen neuen Weg – abseits von den Möglichkeiten in den Impfzentren und bei den Hausärzten.

Das Deutsche Rote Kreuz, unter dessen Leitung das Impfzentrum des Landkreises in Kamenz läuft, ist unter anderem auch in den beiden Einkaufspassagen für die Organisation zuständig. Vor Ort sind die Mitarbeiter der beiden mobilen Impfteams tätig. Deren Koordination liegt beim Malteser Hilfsdienst. Das zeigt, dass auch noch mit dem Center-Management insgesamt viele Partner involviert sind und diese Aktion in gegenseitiger Absprache im Sinne der Landesregierung umsetzen.

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„Wir sind überwältigt von der Resonanz“, erklärt Holger Beier vom DRK zu der enormen Nachfrage und der Anzahl der Impfwilligen, die sich stundenlang in die Warteschlange einreihen, um am Ende das Vakzin von Biontech/Pfizer oder Johnson and Johnson zu erhalten. Dreiviertel der Dosen für die Impfaktion kommen von dem deutschen Unternehmen. Doch mehrheitlich wurde der Einmalimpfstoff des US-Konzerns nachgefragt.

Verglichen mit der Kapazität des Impfzentrums in Kamenz, wo nach Auskunft des DRK etwa 700 Dosen täglich verabreicht werden können, sind über 200 gesetzte Spritzen in Bautzen und Hoyerswerda „eine überwältigende Leistung“, so Holger Beier weiter. Zum Vergleich: Benedikt Schmid, als Koordinator der mobilen Teams, die vor ein paar Wochen vor allem Altenpflege-Einrichtungen besucht haben, weiß um die Machbarkeit von etwa hundert bis 120 Impfungen pro Tag und Team.

Nun sind die beiden mobilen Teams vor Ort, um dem Ansturm gerecht zu werden. Wo in Bautzen noch Personal und Impfdosen nachgeordert werden mussten, ging es in Hoyerswerda gleich mit erhöhter Kapazität los. „Wir wollen weiterhin gewissenhaft arbeiten“, erklärt Holger Beier in diesem Zusammenhang die Aufstockung.

Schon vor 8 Uhr sollen schon Menschen vor Ort gewesen sein. Über den Tag ist die Schlange nicht abgerissen. Bis zum Ende am Donnerstagabend erhielten weit über 200 Menschen eine Corona-Schutzimpfung. Das Angebot wurde sogar spontan um eine Stunde verlängert, weil kein Ende in Sicht war. „Das ist doch gut so“, kommentiert Holger Beier die Überstunden.

Für die meisten war es einfach eine günstige Gelegenheit, im Wohnort mit kurzen Wegen diese Möglichkeit der Immunisierung wahrzunehmen. Auf Nachfrage heißt es oft, dass die Wartezeit beim Hausarzt als zu lange empfunden wird oder der Weg nach Kamenz nicht oder sehr aufwendig zu stemmen sei. So fand sich jede Altersgruppe bei der Impfaktion wieder. Einigen geht es um einen baldigen Urlaub und das Umgehen von Quarantäne-Regelungen, andere wollen sich und nahe Menschen schützen. Die eine oder andere Begleitperson ist auch dabei, um Menschen mit Einschränkungen behilflich zu sein, oder Partner und Freunde sind gemeinsam vor Ort.

Dass vermutlich der Weg bis nach Kamenz und zurück, samt Impfvorgang schneller vonstattengehen würde, ist oft wenig überzeugend. Zufällig sind die wenigsten Impfwilligen an diesem Tag hier, eher war es eine ganz bewusste Entscheidung, um auch möglicherweise drohenden Einschränkungen für Nicht-Geimpfte aus dem Weg zu gehen, die gerade stark diskutiert werden.

Für Peter Mark, den DRK-Kreisgeschäftsführer, ist „das Herausgehen in die Peripherie“ eine Chance, nun auch „Wackelkandidaten“ zu erreichen und für eine Impfung zu begeistern. Dass die angesetzten vier Termine noch erweitert werden, ist jetzt schon eine Überlegung wert, aber Bedarf mindestens einer Auswertung.

Außerdem wird das Ganze von Peter Mark als „schöne Ergänzung angesehen, wenn die Impfzentren mittlerweile zaghafter“ frequentiert werden. „Wir gehen dorthin, wo es Bedarf gibt“, erklärt Holger Beier, dass es auch Gespräche mit interessierten Gemeinden gibt.

Impfaktion im Lausitz-Center: 12. August, 26. August, 2. September, 9.30 bis 17.30 Uhr

Weitere Informationen: drksachsen.de/impfaktionen.html

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