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Unterwegs mit einer Spendenbox

Der für den 3. Oktober geplante Feuerwehrspendenmarsch ist verschoben. Als Ersatz gibt’s einen Trainingsmarsch.

Mit einem zur Spendenbox umfunktionierten und entsprechend präparierten Feuerlöscher werden Harald Skopi und seine Mitstreiter am Samstag einen 30-Kilometer-Marsch absolvieren, der von Nardt über Hoyerswerda und Wittichenau führt.
Mit einem zur Spendenbox umfunktionierten und entsprechend präparierten Feuerlöscher werden Harald Skopi und seine Mitstreiter am Samstag einen 30-Kilometer-Marsch absolvieren, der von Nardt über Hoyerswerda und Wittichenau führt. © Foto: privat

Nardt. Er sollte ein besonderer Höhepunkt im 112. Jahr des Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Nardt werden, über eine Wegstrecke von 112 Kilometer führen und ein großes Bündnis im Zeichen der „112“, dem allseits bekannten Telefonnotruf der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in lebensbedrohlichen Situationen, schmieden.

Die Rede ist von einem Feuerwehrspendenmarsch, für den der Nardter Feuerwehrmann und Extremsportler Harald „Harry“ Skopi seit dem Jahreswechsel die Werbetrommel gerührt hat. Mit 200 bis 250 Feuerwehrleuten aus ganz Deutschland hat er gerechnet. Eine Spendensammlung zugunsten brandverletzter Kinder und an Krebs erkrankter Feuerwehrleute hat große Sogwirkung, weiß Harald Skopi. Am 3. Oktober, also überübermorgen, sollte der Feuerwehrspendenmarsch durch das Lausitzer Seenland stattfinden – mit Start und Ziel auf dem Flugplatz Nardt. Daraus wird nun aber nichts werden: Corona!

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Hygiene-Konzept kein Problem

Bereits im Sommer hatte Harald Skopi angesichts der aktuellen Entwicklung den Spendenmarsch ins kommende Frühjahr verschoben. Zwar hätte der Marsch trotz Corona am 3. Oktober starten können. Ein entsprechendes Hygiene-Konzept wäre nicht das Problem gewesen, weiß der Nardter, der erst unlängst den KnappenMan-Triathlon mit in Summe 1.000 Teilnehmern als Organisationschef bewältigt hat. Das Problem seien vielmehr die im Jahresverlauf wegen Corona abgesagten Veranstaltungen wie Hexenfeuer, Dorf- und Stadtfeste sowie andere Festivitäten. „Wir hatten ja vor, unsere Spendenboxen bei diesen Veranstaltungen aufzustellen, um einerseits Geld einzusammeln und gleichzeitig auf den Feuerwehrspendenmarsch aufmerksam zu machen.“

Mit Energie ins neue Jahr

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der nicht unerheblichen Einfluss hat. „Firmen, die uns gern unterstützen würden, müssen nun selbst erst einmal sehen, wie sie über die Runden kommen“, weiß Harald Skopi, der sich mit dem Jahreswechsel einen neuen Schub für die von ihm initiierte Charity-Aktion verspricht. „Nach Weihnachten und Neujahr starten viele mit neuer Energie ins Jahr“, so seine Erfahrung. Zuvor möchte er zudem die Zeit der Weihnachtsmärkte nicht ungenutzt verstreichen lassen. „Wir wollen sehen, wo wir unsere Spendenboxen aufstellen können, um ein finanzielles Fundament für die Gesamtspendensumme zu schaffen.“

Bis dahin sollten aber nach Möglichkeit schon die ersten Euro eingesammelt werden. Harald Skopi hofft auf den Trainingsmarsch, der nun am 3. Oktober um 9 Uhr auf dem Flugplatz in Nardt starten wird. „So mancher hatte sich extra diesen Termin frei gehalten. Das soll nicht umsonst gewesen sein. Wir wollen auf uns und unser Anliegen aufmerksam machen.“ Der Trainingsmarsch wird unter den gleichen Bedingungen wie der Spendenmarsch stattfinden, allerdings nur knapp 30 Kilometer lang sein. Marschiert wird in Einsatzkleidung mit Pressluftflasche auf dem Rücken und Helm auf dem Kopf. Aber auch Teilnehmer in Tagesdienstkleidung sind willkommen. Wobei nicht nur Feuerwehrleute angesprochen sind, sondern alle, die in irgendeiner Form mit dem Rettungswesen zu tun haben. „Das können also auch Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes oder Polizisten sein“, betont der Nardter. Ein Tipp vom Experten Harald Skopi, der schon mehrere Langstrecken bewältigt hat: „Auf Stiefel verzichten und mit Turnschuhen marschieren. Das ist besser für die Füße und erspart schmerzhafte Blasen.“

Marschiert wird über Wittichenau

Treffpunkt am Samstag ist um 8.30 Uhr. Nach dem Start um 9 Uhr geht es über die Alt- und Neustadt von Hoyerswerda zum ersten Stop am Feuerwehrgerätehaus in Zeißig. Von dort führt die Tour weiter über Spohla zum Gerätehaus in Wittichenau. Der dritte Stopp schließlich ist am Gerätehaus in Michalken vorgesehen, ehe es über Bröthen zurück zum Ausgangspunkt des Marsches geht. Den Abstecher am Samstag nach Wittichenau hat Harald Skopi mit Bedacht gewählt, um auch dort Flagge zu zeigen. Der Spendenmarsch im Frühjahr wird ja in Richtung Lausitzer Seenland führen.

Unterwegs das Anliegen erklären

Noch ist unklar, wie viele Personen den Trainingsmarsch in Angriff nehmen werden. „Ich hoffe aber auf rege Beteiligung aus den hiesigen Ortsfeuerwehren.“ Harald Skopi empfiehlt jedenfalls die Teilnahme. „Das ist auch ein kleiner Form-Check, der zeigt, was es heißt, sechs bis sieben Stunden in voller Montur zu marschieren.“ Sicher ist allerdings schon jetzt, dass ein ganz spezieller Behälter mit auf Tour gehen wird. Es handelt sich um einen leeren Feuerlöscher, der so präpariert wurde, dass er anstelle der Pressluftflasche als Spendenbox auf dem Rücken getragen werden kann. Platz genug für jede Menge Euros. „Wir freuen uns aber über jede noch so kleine Spende“, sagt Harald Skopi, der hofft, dass Passanten, denen man unterwegs begegnet, keine Scheu vor den marschierenden Feuerwehrleuten haben. Gern will er ins Gespräch kommen und das Anliegen der Spendensammlung erläutern.

Spendenerlös durch zwei geteilt

Wer unterstützen möchte, so der Hinweis des Nardters, findet alle nötigen Informationen und das Spendenkonto auf der eigens im Internet eingerichteten Homepage (www.feuerwehrspendenmarsch.de). Alle Gelder gehen in einen großen Spendentopf, der am Ende zu gleichen Teilen an den Paulinchen e. V. und an die FeuerKrebs gUG gehen wird. Auf der Homepage kann man sich auch für den Feuerwehrspendenmarsch über 112 Kilometer anmelden. Der wird am 27./28. März 2021 stattfinden. Pro Teilnehmer wird eine Gebühr von 6 Euro erhoben. Auch dieses Geld landet selbstverständlich im großen Spendentopf.

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