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Unvoreingenommen und offen für Neues

Christian Huth wird der neue Pfarrer in Uhyst Spree, Lohsa und Groß Särchen.

Christian Huth (li.) wird am 1. September neuer Pfarrer für den Evangelischen Pfarrsprengel Oberlausitzer Seenland mit den Kirchengemeinden Lohsa, Uhyst Spree und Groß Särchen.
Christian Huth (li.) wird am 1. September neuer Pfarrer für den Evangelischen Pfarrsprengel Oberlausitzer Seenland mit den Kirchengemeinden Lohsa, Uhyst Spree und Groß Särchen. © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. „Singet dem Herrn ein neues Lied“, hieß der Leitspruch am Sonntag zum Gottesdienst in der Lohsaer Evangelischen Kirche. Begleitet wurde er von Kantor Johannes Leue an der Orgel. „Wir haben einen fließenden Übergang. Ich darf meinen Nachfolger begrüßen. Das ist eine seltene Gnade“, sagte Pfarrer Matthias Gnüchtel (65) dankbar und begrüßt seinen Nachfolger Pfarrer Christian Huth (46) mit dessen Familie. „Zum Pfarramt gehört immer auch die Pfarrer-Frau. Suchen Sie als Gemeindeglieder ihren Rat. Achten Sie auf die Pfarrer-Familie. So, wie ich es getan habe.“

Zu Hause im Lohsaer Pfarrhaus

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Matthias Gnüchtels Nachfolger übernimmt hohe Verantwortung. Er leitet künftig die drei Kirchengemeinden Lohsa (566 Gemeindeglieder), Uhyst Spree (364) und Groß Särchen (564). Seit Februar 2021 bilden sie den Evangelischen Pfarrsprengel Oberlausitzer Seenland. Christian Huth ist ab 1. Juni Vakanz-Vertreter. Am 1. September tritt er die Pfarrstelle an. Wohnort der Familie ist künftig das Lohsaer Pfarrhaus.

In Leipzig wuchs Christian Huth auf. „Ich komme aus einer sehr singefreudigen Kirchgemeinde. Das war im Stadtteil Kleinzschocher die evangelisch-lutherische Tabor-Kirchgemeinde“, stellt er sich am Sonntag im Gottesdienst vor. „Unser Kantor Hans-Jürgen Thomm war Landeskirchen-Musikdirektor. Er führte sogar Bachs Weihnachtsoratorium auf. Das war damals eher ein Privileg der Thomaskirche ...“

Gewissheit in der Jugend-Freizeit

Zum christlichen Glauben fand Christian Huth während einer Jugend-Freizeit in Portugal. Damals leistete er als 18-Jähriger seinen Zivildienst beim CVJM Bielefeld. Religion war für ihn bis dahin sehr allgemein. „Ich wollte Gott nicht wahrhaben. Doch bei der christlichen Jugend-Freizeit erfasste mich der Glauben. Das war wie ein Einschlag, wie ein Fundament, wie eine Gewissheit. Ich wusste, das ist jetzt für die Ewigkeit. Der Glauben wird mich im Leben tragen“, erzählt der 46-Jährige.

In Bielefeld lernte er Tischler. In Bethel und in Leipzig studierte er evangelische Theologie. Im evangelisch-lutherischen Kirchspiel Frauenstein im Osterzgebirge (bei Altenberg) war er daraufhin zwei Jahre Vertreter für eine Pfarrerin in Elternzeit. 2009 bis 2021 leitete Pfarrer Christian Huth die Evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde am See (nahe Niesky). Zu ihr gehören die Kirchen See, Petershain und Kollm mit insgesamt rund 700 Gemeindegliedern.

Jetzt zieht er mit seiner Frau Ina (40) und den Kindern Josia (10), Elias (8) und Hanna (5) nach Lohsa. „Ich freue mich auf die drei Gemeinden und ihre Menschen. Sie sind mir bisher sehr offen und gütig begegnet“, sagt Christian Huth. „Die Freude ist gegenseitig.“ Auf die Geschichte der drei Kirchengemeinden, auf ihre sorbischen Wurzeln (vor allem in Lohsa) und auf ihr lebendiges vielfältiges Glaubensleben ist er gespannt. Unvoreingenommen und offen für Neues will er sein. Jede der drei Gemeinden soll ihre Besonderheiten bewahren. „Jesus Christus ist unser aller verbindender guter Hirte“, unterstreicht der neue Pfarrer. Eines Tages will er die sorbischen Inschriften in der Lohsaer Kirche lesen und verstehen können.

Viel zu tun bis zum Einzug

„Wir freuen uns sehr, dass er kommt. Wir sind sehr erleichtert“, meint Hubertus Neugebauer, seit 2005 Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Lohsa. Seit jenem Jahr steht die Pfarrwohnung leer. Zuvor von 1977 bis 2005 war Reinhard Meister Pfarrer in Lohsa. „Wir haben jetzt viel zu tun bis zum Einzug des neuen Pfarrers im August“, weiß Hubertus Neugebauer.

Der Gemeindekirchenrat sorgt in der Pfarr-Wohnung für neue Elektrik, für neuen Fußboden, für neue Dämmung und Malerarbeiten. Zwei Zimmer im Dachgeschoss hat er schon hergerichtet. Sie können künftig als Kinder-Zimmer dienen. „Im Erdgeschoss wechselt das jetzige Pfarrbüro auf die andere Seite, rechts von der Eingangstür. Aus dem bisherigen Pfarrbüro wird das Amtszimmer des neuen Pfarrers.“ Hubertus Neugebauer hofft auf neue Impulse durch Pfarrer Huth. Er hofft vor allem auf eine Belebung der Kinder- und Jugendarbeit in der Kirchengemeinde.

Das Singen ist elementar

Carmen Hörenz aus Litschen singt seit 2012 im Kirchenchor Lohsa unter Leitung von Kantor Johannes Leue. Sie engagiert sich zugleich im Gemeindekirchenrat. „Ich freue mich über den nahtlosen Übergang von Pfarrer Gnüchtel zu Pfarrer Huth. Vor allem hoffe ich natürlich, dass unser Chor bald wieder proben und singen darf – sobald es die Corona-Auflagen erlauben“, erklärt sie und betont: „Gerade das Singen ist Gottes Lob. Wir singen zur Ehre Gottes. Das ist für uns elementar.“ Seit 2014 leitet Carmen Hörenz einen Bibel-Hauskreis in Litschen. Im März 2020 musste dieser Corona-bedingt vorerst aufhören. Sobald wie möglich soll er sich wieder treffen. Vielleicht erinnert er sich dann auch an den Vorstellungsgottesdienst für den neuen Pfarrer. „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“ weist dessen Leitspruch aus Psalm 98 weit in die Zukunft.

Am 9. Mai um 10.15 Uhr findet der Vorstellungsgottesdienst mit Pfarrer Christian Huth in Groß Särchen statt. Gemeindeglieder und Interessierte sind dazu willkommen.

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