merken
PLUS Hoyerswerda

„Urlaub am Wasser ist stark im Kommen“

Im Campingpark Silbersee läuft die Saison-Vorbereitung. Mit dem Corona-Jahr war Pächter Falk Nowotnick zufrieden.

Falk Nowotnick (51) ist seit 2010 Betreiber des Campingparks Silbersee – idyllische Lage am Wasser und teilweise im Wald.
Falk Nowotnick (51) ist seit 2010 Betreiber des Campingparks Silbersee – idyllische Lage am Wasser und teilweise im Wald. © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. Mitten im Kiefernwald liegt auf zwei Hektar Fläche der Campingpark Silbersee / Lausitz. Derzeit ist vor Ort Winterruhe. Dauercamper kommen sonst bis aus Regensburg, aus Bremen und aus Tschechien, ebenso aus dem Raum Dresden, Pirna und Freiberg. „Urlaub am Wasser ist stark im Kommen. Gerade in der Corona-Zeit“, meint Geschäftsführer Falk Nowotnick (51). Der gebürtige Lohsaer und heutiger Bad Muskauer ist seit 2010 Betreiber des Campingparks – verpachtet von der Gemeinde Lohsa.

Herr Nowotnick, war 2020 ein verlorenes Jahr?

Anzeige
Frische & Geschmack der Region genießen
Frische & Geschmack der Region genießen

Mit den Marktschwärmern und Gruners Eis & Café kommt man ganz unkompliziert an regionale Leckereien.

Nein. Wir büßten zwar den kompletten April und die Oster-Feiertage ein. Doch mit den 170 Dauercampern fanden wir einen fairen Kompromiss. Wir brauchten trotz des Total-Ausfalls im April kein Geld an sie zurückzahlen. Das war eine solidarische Geste von ihnen. Im Juni, Juli und August wurde es dann deutlich besser. Wir waren komplett ausgebucht. Es reisten auch viele Tagescamper an – zum Beispiel mit Wohnmobil oder mit dem Zelt. Der Herbst verlief überschaubarer. Insgesamt war 2020 trotz Pandemie noch ein gutes Jahr. Wenngleich weniger Badegäste als sonst kamen.

Wie sind Sie ins neue Jahr gestartet?

Mit Hoffnung und mit Tatkraft. Derzeit schreibe ich die ersten Verträge für die 170 Dauercamper. So ein Vertrag ist stets auf 185 Tage Saison von April bis Oktober befristet. Erfreulich ist: bei den Dauercampern sind wir ausgebucht; es gibt sogar schon eine Warteliste. Derzeit schließe ich ebenfalls die Verträge für die Miet-Objekte ab, zum Beispiel für die Wohnwagen und für die Wohnmobil-Heime. Wir halten insgesamt 60 Stellplätze vor. Es kommen bereits viele Anfragen.

Ist Urlaub im eigenen Land wieder im Kommen?

Ja. Vor allem beim Tagescamping ist ein Aufschwung zu erkennen. Viele zieht es in Zeiten eingeschränkter Kontakte hinaus ins Freie, in die Natur, ans Wasser. Rege steigt ebenso das Interesse für Dauercamping. Vor allem junge Familien mit Kindern und Ehepaare im Ruhestand wollen sich frühzeitig ein Objekt für die Ferienzeit sichern. Sozusagen eine „Oase“, die sie im Laufe des Jahres dann immer wieder aufsuchen können.

Was macht gerade den Silbersee so reizvoll und einladend?

Seine Natürlichkeit. Seine Ruhe. Die in Jahrzehnten gewachsene idyllische Natur mit Tier- und Pflanzenwelt. Oft sagen mir Camper aus Dresden: sie fahren nur eine Stunde heraus aus der lauten Stadt und sind hier mitten im Grünen. Gleich in der Nähe liegen einladende touristische Ziele wie die Jakubzburg in Mortka, und die Energiefabrik in Knappenrode. Unweit des Silbersees verlaufen die Radwanderwege „Seenlandroute“ und „Niederlausitzer Bergbautour“. Gerade hier in der Bergbau-Folgelandschaft kann man den Seeadler und andere Tierarten entdecken.

Trotz Corona läuft die Saisonvorbereitung. Was steht aktuell an?

Wir bereiten die Anlagen vor. Da geht es zum Beispiel um den Baum-Verschnitt, um das Verfüllen von Entwässerungsgräben. Wir wollen auch den Rasen neu einsäen. Wichtig ist auch, die ganzen technischen Anlagen zu warten und auf Vordermann zu bringen. Offiziell beginnt die neue Saison am 1. April.

Dürfen in der neuen Saison überhaupt Camper kommen?

Dauercamper und Kurzcamper dürfen voraussichtlich ab Anfang April kommen. 2020 gab es da eine ziemlich verworrene, unklare Rechtslage. In Brandenburg zum Beispiel waren Dauercamper erlaubt, in Sachsen hingegen nicht. Per Brief wandte ich mich an das Landratsamt Bautzen. Von dort kam keine für mich befriedigende Antwort. So wandte ich mich weiter ans Sächsische Innenministerium. Von dort erhielt ich die Erlaubnis: Dauercamper sind gestattet; mit Wohnmobilen hingegen dürfen nur Besucher aus Sachsen anreisen.

Stellen Sie infolge der Unklarheiten Investitionen 2021 zurück?

Ja. Gezwungenermaßen. Geplant sind eigentlich Investitionen im Wert von rund 10.000 Euro. Neue Trinkwasserleitungen, neue Stromkästen, neue Kabel sind zu verlegen und zu installieren. Ebenso muss ein Duschcontainer repariert oder gar erneuert werden. Das sind alles notwendige Arbeiten. Gerade für Besucher mit Wohnmobil ist die Erweiterung der Trinkwasser-Leitungen elementar wichtig. Ebenso für die Versorgung der Tagescamper.

Sie sprachen von 170 Dauercampern. Wie weit sind sie selbst aktiv bei der Saisonvorbereitung?

Sie bringen sich immer wieder ein, so gut sie können. Sie beräumen den Schnee, sie helfen beim Säubern der Wege, sie leisten auch handwerkliche Arbeiten. Sie helfen mit, dass das Gelände attraktiv für alle bleibt. Unter anderem entstand sogar ein Insektenhotel. Von einem der Dauercamper konnte ich eine historische Getreide-Drusch-Maschine erwerben. Sie verschönert jetzt das Gelände.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2021 mit sich?

Die Betriebs- und Unterhaltungskosten steigen deutlich. Preise für Gas, Benzin und Diesel erhöhen sich. Die im Vorjahr günstige Mehrwert-Steuer-Erstattung fällt jetzt weg. Einstellen müssen wir uns auch auf weitere Sanierungen durch die LMBV.

Worauf genau?

Aktuell errichtet die LMBV die Einsetzstelle im sogenannten Bereich O nahe des Bahnhaltepunktes am Silbersee. Geplant ist ebenfalls die weitere Sanierung der Uferbereiche. Wir Anrainer am See – Gastwirt Burgfried Tannenhauer und ich als Campingpark-Betreiber – wünschen uns mehr Offenheit, Transparenz und Einbindung. Wir wollen direkt von der LMBV, nicht erst durch die Gemeinde, klare, verbindliche Informationen zum weiteren Zeitplan und zu den geplanten Maßnahmen der Sanierung erhalten. Die LMBV steht da unserer Meinung nach in der Verantwortung.

Was erhoffen Sie sich für 2021?

Ich erhoffe mir natürlich zuallererst, dass wir im April pünktlich loslegen können. Ich erhoffe mir gute Auslastung der Plätze für die Dauercamper, Kurzzeitcamper und Wohnmobil-Besucher. Ich hoffe natürlich ebenfalls auf viele Badegäste im Sommer. Langfristig hoffe ich auf den Abschluss der Sanierungsarbeiten durch die LMBV. Denn erst dann kann die Gemeinde Lohsa im großen Stil unseren Sanitär-Trakt erneuern und auf dem Gelände eine fachgerechte Biokläranlage mit errichten. Das im Ganzen ist eine dringende Investition für die Zukunft. Nicht zuletzt erhoffe ich mir die Sicherung aller unserer Arbeitsplätze. Daran hängen schließlich Existenzen.

Wie viele Mitarbeiter hat derzeit der Campingpark Silbersee?

Derzeit haben wir sechs fest angestellte Mitarbeiter. Das sind zwei Kräfte in der Reinigung, eine Kraft in der Rezeption, eine im Laden, eine im Bistro am Strand und ein Platzwart. Darüber hinaus gibt es immer wieder Saisonkräfte von April bis Oktober. Zum Beispiel helfen Studenten mit aus. Sehr dankbar bin ich auch den zusätzlichen stundenweise tätigen Reinigungskräften. Wir haben zum Beispiel drei Vorruheständler, die sich rege einbringen. Sie sind selbst Dauercamper auf dem Gelände. Für ihre fleißige Unterstützung bin ich ihnen sehr dankbar.


Mehr zum Thema Hoyerswerda