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Verein verwehrt sich gegen Affront

Die Gesellschaft für Heimatkunde stellt sich demonstrativ hinter die Schau zum Lager Elsterhorst in Nardt.

Kriegsgefangenenlager Elsterhorst (heute Nardt). Die Aufnahme zeigt im September 1939 polnische Gefangene die auf Verpflegung warten.
Kriegsgefangenenlager Elsterhorst (heute Nardt). Die Aufnahme zeigt im September 1939 polnische Gefangene die auf Verpflegung warten. © Quelle: Stadtmuseum Hoyerswerda

Hoyerswerda/Knappenrode. Als im September zum Tag der Heimat der „Transferraum Heimat“ in Knappenrode eingeweiht wurde, berichtete Tageblatt darüber in der Ausgabe vom 14. September. Mit einigen dort getroffenen Aussagen ist indes die Gesellschaft für Heimatkunde Hoyerswerda – Museumsverein e. V. nicht einverstanden.

„Wir sind erschüttert, welche Aussagen in Bezug auf das Ausstellungs- und Dokumentationszentrum zur Geschichte des Kriegsgefangenen- und Vertriebenenlagers Elsterhorst auf dem Gelände der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen in Nardt formuliert und veröffentlicht wurden. Es ist bereits mehr als bedauerlich, dass diese Ausstellungsbaracke, in welcher seit 2011 die Geschichte des Lagers Elsterhorst vermittelt wird, wegen des geplanten Ausbaus der Landesfeuerwehrschule nun abgerissen werden soll. Somit geht ein authentischer Ort der Vermittlung der Lagergeschichte für immer verloren“, schreibt Vereinsvorsitzende Rita Hertel im Namen des Vereins. Der begleitet seit Jahren die Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Elsterhorst.

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„Dass nun aber öffentlich formuliert wird, dass dieser wichtige Ort, eine ehemalige Lazarettbaracke, in der zahlreiche Kriegsgefangene und Vertriebene lagen und auch hier ihr Leben verloren «… den Ansprüchen an ein würdiges Museum …» nicht mehr genügt, ist ein Affront den Opfern gegenüber und gegenüber der jahrelangen Forschungsarbeit all jener, die dazu beigetragen haben, dass 2011 genau dieser authentische Ort zur Vermittlung der Lagergeschichte geschaffen wurde. Hunderte von Besuchern, oftmals Zeitzeugen, die in den Jahren 1946/47 einige Zeit im Lager verbringen mussten, bestätigten, dass gerade der Teil zum Vertriebenenlager höchst sensibel und emotional präsentiert wird.“

Zudem verwehrt man sich gegen die Behauptung, dass die Baracke nicht immer zugänglich gewesen wäre. Vor der Corona-Pandemie konnten Schulklassen und Besucher ohne weiteres die Baracke werktags eigenständig besuchen, und darüber hinaus ermöglichte das Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda auch Besuche und Führungen an den Wochenenden.“

Und so ist es auch jetzt. Fakt ist, dass die Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen eigene Interessen verfolgt. Der vor über einem Monat eröffnete Transferraum hat aktuell keine regulären Öffnungszeiten und ist trotz unmittelbarer Nachbarschaft nicht mit dem Bergbaumuseum Energiefabrik Knappenrode verbunden. Die Schau widmet sich den Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

In Nardt widmet sich die Ausstellung als Außenstelle des Stadtmuseums Hoyerswerda der gesamten Geschichte des einstigen Lagers Elsterhorst, das in seiner Schlussphase zwar als Quarantäne- und Umsiedlerlager genutzt wurde, von 1939 bis 1945 aber als Kriegsgefangenenlager Oflag IV D diente.

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