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Viel Natur und kleine Gedenktafel

Aus dem geplanten großen Fest im Stadtpark wurde letztlich eine kleine Führung.

Die Ex-Lautaerin und Neu-Main-Frankfurterin Manuela Köhler war zu Gast und verfolgte fasziniert die Berichte über die historische Entwicklung des Stadtparks.
Die Ex-Lautaerin und Neu-Main-Frankfurterin Manuela Köhler war zu Gast und verfolgte fasziniert die Berichte über die historische Entwicklung des Stadtparks. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Lauta. Antje Weiß hatte ein paar Bedenken und Zweifel. Würden sich wenigstens ein paar Besucher für die kostenfreie Führung begeistern lassen? Die für den Naturschutz zuständige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung liebt nicht nur ihren Job, sondern engagiert sich auch, um die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren.

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Antje Weiß wurde nicht enttäuscht. Fünfzehn Besucher fanden am Sonnabend den Weg zum Treffpunkt am Spielplatz in der Schulstraße, dem Haupteingang des etwa neunzehn Hektar großen Stadtparks, von dem seit Anfang der 80er-Jahre drei Hektar der Fläche nicht mehr bewirtschaftet werden.

Nach der Kurzzeit-Bekanntschaft mit einer Ulme am Eingang führte sie die Besucher rechts vom Spielplatz direkt in den 100 Jahre alten Park, der im Zuge der damaligen Industrialisierung in Lauta als Erholungsort für die arbeitende Bevölkerung und als „grüne Filteranlage“ geschaffen wurde. Die Besuchergruppe verlässt auch die befestigten Wege und betritt jenes Terrain, das, wie Antje Weiß es formuliert, „nur für Unerschrockene zugänglich“ ist. Es geht über feuchte Wiesen, Stock und Stein sowie durch hohes Gras vorbei an jener Stelle wo einst die Buschmühle stand. Früher war hier ein Weg, auf dem man in dreißig Minuten per pedes das Dorf Tätzschwitz erreichen konnte.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Weiter entlang am Wassergraben geht es jetzt am Rodelberg vorbei. Gelegentlich tauchen aufgestapelte Berge von altem Holz auf. Unordnung? Nein – von vielen Tierarten genutzter Lebensraum!

Katrin Peter, Leiterin des Bauamtes, ist sicher, dass der Lautaer Stadtpark viel Potenzial im Lausitzer Seenland bietet, welches viel zu wenig genutzt werde. „Man könnte so viele Ideen entwickeln: einen Baumwipfel-Pfad. Einen Kletterpark. Oder andere Projekte. Hier müssten die Bürger auch mehr Interesse zeigen.“

Der verstorbene Helmut Springer zählte seinerzeit zu den sehr engagierten Enthusiasten, der mit weiteren Privatleuten in Eigeninitiative fachlich sehr viel bewegt habe. Im Andenken an ihn wurde am Sonnabend die Idee geboren, auf einem Findling eine Gedenkplatte mit seinem eingravierten Namen anzubringen. Zudem wünscht sich Antje Weiß die Belebung eines sanften Tourismus rund um den Erika-See – in Verbindung mit dem Stadtpark: „Ich denke da beispielsweise an Streuobstwiesen, auf denen alte Fruchtsorten angebaut werden.“

Zukunftsmusik ... Müsse doch der Erika-See erst einmal bergbautechnisch gesichert und dann saniert werden. Erst dann könne man über die Umsetzung von Projekten nachdenken, so Antje Weiß, die darauf hofft, dass dies noch zu ihren Lebzeiten passiere. Ganz zeitnah aber freut sie sich auf 2022: Da soll das das Stadtparkfest nachgeholt werden, das 2021 wegen Corona abgesetzt worden war.

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