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Vier Optionen für Kühnicht – mindestens

Vor dem Beginn der Straßenplanungen in 2022 muss klar sein, wie der Verkehr geführt wird. Daran wird gearbeitet.

Dass die Kühnichter Straße saniert werden muss, ist unstrittig. Die Frage ist, wie dann der Verkehr organisiert wird.
Dass die Kühnichter Straße saniert werden muss, ist unstrittig. Die Frage ist, wie dann der Verkehr organisiert wird. © Foto: Uwe Menzel

Hoyerswerda. Die Kühnichter Straße wird Hoyerswerda noch eine Weile beschäftigen. Der Neubau einer Ortsumfahrung ist vom Tisch. Wie Baufachbereichsleiter Dietmar Wolf in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses nicht ohne eine gewisse Wehmut schilderte, hätte sie die Hauptprobleme der Anwohner der Kühnichter Straße gelöst – nämlich Verkehrsmenge und Verkehrslärm. Dass es freilich neue Probleme gegeben hätte, die es ohne neue Straße nicht gibt, ist klar. Und – die Kühnichter Straße selbst hätte dann ja trotzdem noch saniert/grundhaft erneuert werden müssen.

Die Gelder für die Planungen sind für das kommende Jahr eingeplant. Doch die Emotionen kochen hoch. Es gibt völlig unterschiedliche Interessenlagen. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh strebt jetzt keine schnelle Lösung an, sondern eine gut durchdachte. Die Marschlinie lautet: Die Verwaltung prüft fachlich die infrage kommenden Möglichkeiten auf Vor- und Nachteile, wahrscheinlich auch grob den zu erwartenden Kostenaufwand, dann diskutieren die Räte die Varianten, und mit den daraus resultierenden konkreten Vorschlägen geht man in die Bürgerbefragung. Hier ist freilich nicht klar, wie groß man die Gruppe der Befragten fasst, zum Beispiel, ob man sie nur auf Kühnicht beschränkt, oder eben auch die angrenzenden Bewohner im WK VIII mitnimmt oder alles noch weiter ausdehnt. Das Klinikum mit seinen knapp 1.000 Arbeitsplätzen ist ja auch nicht zu unterschätzen. Der OB weiß längst, dass man zu diesem Thema 50 Leute fragen kann und 51 Meinungen bekommt, wie er sinngemäß formulierte. Vertreter verschiedener Ansichten sind dabei, Mehrheiten für ihre Sicht auf die Dinge zu sammeln. Bei den Verkehrzählungen kommt die Kommune aber regelmäßig auf rund 5.000 Fahrzeuge in der Kühnichter Straße, womit beide Richtungen zusammengefasst sind und beispielsweise auch die täglich 30 Stadtlinien-Busse umfassen.

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In der Information des Technischen Ausschusses spielen aktuell vier Varianten eine Rolle, wenn man die zu den Akten gelegte Spange außen vor lässt. Torsten Ruban-Zeh betont aber: „Wir sind mit den Überlegungen noch nicht am Ende“. Hier also der Zwischenstand:

Vollsperrung mit Pollern

Eine Variante ist, die Kühnichter Straße zwar zu sanieren, aber an einer Stelle für den Durchgangsverkehr mit absenkbaren Pollern zu sperren. So könnten Busse und Rettungsfahrzeuge passieren, der Individualverkehr nicht. Damit wäre Ruhe, aber es würde weiträumige Umwege für alle Beteiligten bedeuten.

unechte Einbahnstraße

Straße sanieren und Zufahrt von der S108 aus untersagen, wiederum mit Ausnahme ÖPNV und Rettungsfahrzeuge. Das würde den Verkehr um mindestens die Hälfte in der Kühnichter Straße reduzieren, wäre aber auch schwer zu kontrollieren.

echte Einbahnstraße, Kastanienweg öffnen

Straße sanieren und aus Richtung S 108 sperren, dafür den Kastanienweg öffnen –- so wäre die Kühnichter Straße ortsauswärts Einbahnstraße und der Kastanienweg wäre es von Süden nach Norden ebenfalls. Um die Verkehrsströme zu beherrschen, müsste aber der Knoten zur S 108 ausgebaut und die Kreuzung Kastanienweg/Kühnichter Straße wohl mit einer Ampel versehen werden. Die Verkehrsbelastung würde auf breitere Schultern verteilt werden. Allerdings könnte es auch neuen Schleichverkehr geben.

Umbau zur schmalen Dorfstraße

Man könnte die Kühnichter Straße auch sanieren und versuchen, die Alleebäume zu erhalten, was wiederum bedeutet, dass man eine schmale Dorfstraße baut. Die wäre in beide Richtungen befahrbar, aber eben fürs Vorankommen eher unattraktiv. Ähnlich hat vor vielen Jahren Senftenberg den Hauptstraßenverkehr aus dem Ortsteil Buchwalde herausgeholt und die Buchwalder Straße/ Steindamm verkehrsberuhigt.

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