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Von der Praktikantin zur Apotheken-Chefin

Tina Zschech aus Wiednitz ist seit dem Jahreswechsel die neue Inhaberin der Storchen-Apotheke in Lauta.

In der Storchen-Apotheke Lauta hat Tina Zschech ein Praktikum absolviert. Seit 2015 arbeitete sie hier als Apothekerin. Nun ist sie die Inhaberin.
In der Storchen-Apotheke Lauta hat Tina Zschech ein Praktikum absolviert. Seit 2015 arbeitete sie hier als Apothekerin. Nun ist sie die Inhaberin. © Foto: Ralf Grunert

Lauta/Wiednitz. Viel Zeit des Reinschnupperns bedurfte es nicht, um das Feuer der Begeisterung bei Tina Zschech zu entfachen. Keine zwei Wochen dauerte ihr Praktikum in der Storchen-Apotheke in Lauta und der Berufswunsch war gefunden. Apothekerin! Wobei die damalige Zehntklässerin nicht ahnen konnte, dass sie 22 Jahre später einmal selbst Inhaberin einer Apotheke sein würde – und ausgerechnet auch noch Inhaberin ihres einstigen Praktikumsbetriebes. Seit Jahresbeginn ist das nun der Fall.

Zielstrebig hat die inzwischen 38-jährige Wiednitzerin den Weg zu ihrem Traumjob verfolgt. Nach dem Abitur am Lessing-Gymnasium in Kamenz folgte eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin. Als solche hat Tina Zschech ein halbes Jahr in einer Apotheke in Radebeul gearbeitet und gewissermaßen die Zeit bis zum Beginn des Pharmaziestudiums an der Uni Leipzig überbrückt. „Dieses Studium war ja von Beginn an mein Ziel.“ Nach vier Jahren und einem Praktikumsjahr hatte sie die Approbation als Apothekerin in der Tasche. Besagtes Praktikumsjahr half ihr bei der Entscheidung über die Richtung, die sie in diesem Beruf einschlagen würde. Unter anderem lernte sie in Heidelberg die Abläufe in einem Krankenhaus kennen. „Die Zusammenarbeit mit den Ärzten hat mir gefallen.“ Was ihr weniger gefiel, so erzählt Tina Zschech zurückblickend, war der gewöhnlich nur kurze Kontakt zu den Patienten. „Menschen über einen längeren Zeitraum in verschiedenen Situationen begleiten, das liegt mir mehr“, betont sie. So etwas fand sie aber nicht in einem Krankenhaus und auch nicht in der Industrie, sondern in einer Apotheke. Gut fünf Jahre arbeitete sie in einer solchen in Radebeul.

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Zurück im Praktikumsbetrieb

Die Geburt ihres zweiten Kindes gab den Anstoß, mit der vierköpfigen Familie ins heimatliche Wiednitz zurückzukehren. Das Elternhaus wurde eigens dafür umgebaut. In der Storchen-Apotheke an der Mittelstraße in Lauta wurde Tina Zschech mit offenen Armen von Apothekerin Petra Hillmann, bei der sie auch schon 1998 ihr Praktikum mit Bestbewertungen absolviert hatte, empfangen. Im Juni 2015 fand sie hier eine Anstellung. Dass die Übernahme der Apotheke ein Thema wurde, das ist erst etwa zwei, drei Jahre her. „Frau Hillmann hatte den Wunsch, die Apotheke jemandem zu übergeben, dem sie vertraut und dem sie es auch zutraut, diese zu führen.“ Im September letzten Jahres stand fest, dass es mit dem Jahreswechsel auch den Eigentümer-Wechsel geben wird. Alle Beschäftigten blieben an Bord.

Seit 2. Januar stehen Tina Zschech und ihre Mitarbeiterinnen einheitlich in grünen Shirts hinterm Apotheken-Tresen. „Wir sind ein Team und zeigen das auch nach außen“, betont die 38-Jährige. Moderner kommt auch das aufgefrischte Logo der Storchen-Apotheke daher, ergänzt um das Motto „Einen Flügelschlag voraus“. „Ich kann der Apotheke ein Gesicht geben.“ Das sei auch ein Aspekt, warum die Selbstständigkeit überhaupt für sie infrage kam.

Neuer Netto ist ein Glücksfall

Auf eine Feier zur Geschäftsübernahme hat Tina Zschech aus naheliegenden Gründen verzichtet. „Es war auch so schon ein Kraftakt unter Lockdown-Bedingungen.“ Wichtig sei jetzt vor allem, dass die Versorgung der Kunden sichergestellt wird. Der Einzugsbereich der Storchen-Apotheke reicht immerhin über die Stadtgrenzen von Lauta hinaus bis ins Brandenburgische. Wenn es Corona zulässt, könnte die Feier aber durchaus nachgeholt werden. Denkbar sei das im Zusammenhang mit der zu Pfingsten ins Auge gefassten Eröffnung des neuen Netto-Marktes. Der entsteht in direkter Nachbarschaft zur Apotheke und wertet ohne Zweifel deren Standort auf. „Es ist ein Glücksfall, wie sich das gefügt hat“, freut sich die 38-Jährige.

Die Familie stärkt den Rücken

Die vor über 20 Jahren geweckte Begeisterung für die Tätigkeit als Apothekerin hat sich Tina Zschech bis heute bewahrt. „Ich liebe diesen Beruf“, schwärmt sie. „Ich fühle mich im Urlaub unwohl, wenn ich nicht ein Fachbuch dabei habe.“ Ständig gibt es Neues zu lernen. So hat sie Zusatzqualifikationen in Geriatrischer Pharmazie und Palliativ-Pharmazie erworben. Gern wendet sie ihr Wissen auch außerhalb des Tagesgeschäfts in der Apotheke an. Sie engagiert sich als Referentin des DRK Senftenberg in der Weiterbildung von Pflegepersonal. Zudem ist sie auch Mitglied der Prüfungskommission für Geriatrische Pharmazie bei der Sächsischen Apothekenkammer. „Das alles funktioniert aber nur, weil meine Familie hinter mir steht“, weiß Tina Zschech.

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