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Wann wird Dörgenhausens Dorfmitte schick ?

Im Hoyerswerdaer Rathaus bemüht man sich um die Erfüllung einer sehr alten Zusage.

Dieser Platz in Dörgenhausen soll attraktiver gestaltet werden.
Dieser Platz in Dörgenhausen soll attraktiver gestaltet werden. © Foto: Mirko Kolodziej

Dörgenhausen. Fast zwei Jahrzehnte alt ist dieses Versprechen: „Dörgenhausen wertet ab 2004 sein Zentrum auf“, schrieb das Hoyerswerdaer Tageblatt im August 2002 unter Berufung auf eine Sitzung von Hoyerswerdas Technischem Stadtratsausschuss sowie auf ein Rahmenkonzept „Zur Freiraumgestaltung für den Bereich der Dorfmitte im Ortsteil Dörgenhausen“. Der Ortsteil-Status war damals recht neu, die Eingemeindung des Dorfes in die Stadt gerade einmal vier Jahre her. Nun sieht es so aus, als würde die Erfüllung der Zusage zumindest in greifbare Nähe rücken.

Es sind inzwischen durchaus größere Versprechen aus dem Ehe- beziehungsweise Eingemeindungsvertrag abgearbeitet. 2008 zum Beispiel wurde die Elsterbrücke nahe dem Dorfausgang in Richtung Keula saniert. Dann dauerte es etwas mit dem gleich im Anschluss vorgesehenen Ausbau der Ortsdurchfahrt. Aber im Herbst 2019 war auch die Wittichenauer Straße in Ordnung gebracht. In diesem Zusammenhang kam schon vorher wieder einmal die Sprache auf den Platz vor der einstigen Gemeindeverwaltung, die für Dörgenhausen so eine Art Dorfgemeinschaftshaus ist.

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Als nämlich im Februar 2015 bei einem Vor-Ort-Termin die anstehende Straßensanierung besprochen wurde, zeigte Dietmar Wolf von der Bauverwaltung im Rathaus zwar eine Zeichnung zur Umgestaltung der Dorfmitte, dämpfte aber die Hoffnung. „Sie haben gelegentlich von unseren Geldsorgen gehört“, sagte er den Dörgenhausenern lakonisch. Doch im Februar 2018 erneuerte die Stadtverwaltung ihre Zusage: Nach der Ortsdurchfahrt solle nun endlich die Dorfmitte an der Reihe sein!

„Die Geldprobleme bestehen nicht mehr“ sagt Dietmar Wolf. Nicht, dass die Stadt plötzlich zu Reichtum gekommen wäre. Aber es ist ein passendes Förder-Programm gefunden worden. Das nötige Geld soll aus dem Topf kommen, den die Europäische Union für die Entwicklung des ländlichen Raumes zur Verfügung hält, früher bekannt als Ile und heute als Leader. Um die 300.000 Euro will die Stadt für die Dörgenhausener Dorfmitte ausgeben.

Wenn man so will, sind der Austausch des steinernen Buswartehäuschens gegen eines aus Glas im Zuge des Straßenbaus sowie die Aufstellung eines Schwibbogens vor dem Jahreswechsel schon die ersten Schritte gewesen. Folgen sollen unter anderem noch eine Milchrampe zur Erinnerung an frühere Zeiten, eine Sitzgruppe, eine Aufstellfläche für die Osterreiter und reichlich Grün. Dem Abriss geweiht ist in Verbindung mit dem Projekt das bis 1999 als Feuerwehrgerätehaus genutzte Gebäude.

Nun ist der betroffene Platz eng umbaut und hat daher so einige Nachbarn. Vor dem Bauen muss die Stadt sich mit diesen zu diversen Grundstücks-Eigentums- und Grenzfragen einigen. Hier geht es um die Pflasterung einer Grundstückszufahrt, dort um die Versetzung eines Zaunes und da um den Eigentumswechsel von ein paar Quadratmetern. Vor ein paar Tagen setzten sich Dietmar Wolf und Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) deshalb im Gemeindehaus mit den Anrainern sowie mit Ortsvorsteher Eugen Diesterheft zusammen, um die offenen Fragen zu klären. „Es geht darum, wo welches Problem ist und bis wann es von wem abgearbeitet werden soll“, erklärte das Stadtoberhaupt.

Nach gut einer Stunde war man sich über die wesentlichen Punkte einig. Parallel wird am fertigen Vorentwurf für die Planung gefeilt. „Zum Entwurf hat der Ortschaftsrat das letzte Wort“, sicherte Dietmar Wolf zu. Die Planung soll in den nächsten Monaten abgeschlossen werden. Dass man dann noch 2021 zum Bauen kommen wird, scheint jedoch fraglich. Der Oberbürgermeister nennt als Zielmarke für die Fertigstellung 2023. Und: „Das wird ganz schön hier, wenn wir das gestaltet haben“, gab sich beim Gespräch der Leiter des Fachbereichs Bau im Rathaus zuversichtlich.

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