merken
PLUS Hoyerswerda

Warten auf den Baubeginn – seit knapp zehn Jahren

Und es gibt noch immer keinen Termin für die Elster-Deich-Sanierung zwischen Forstwegbrücke und Brandenburger Tor.

An dieser Stelle endet der Radweg auf dem Deich der Schwarzen Elster aus Hoyerswerda kommend. Seit inzwischen zehn Jahren wird über den fehlenden Lückenschluss ins Seenland gesprochen.
An dieser Stelle endet der Radweg auf dem Deich der Schwarzen Elster aus Hoyerswerda kommend. Seit inzwischen zehn Jahren wird über den fehlenden Lückenschluss ins Seenland gesprochen. © Archivfoto: Gernot Menzel

Die Sanierung des Deiches rechter Hand der Schwarzen Elster zwischen der Forstwegbrücke an der Kläranlage Bergen und dem sogenannten Brandenburger Tor ist die Voraussetzung für einen Lückenschluss im Seenland-Radwegenetz. Schon um das Jahr 2010 herum spielte das in Planungen eine Rolle. Seinerzeit hat die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen einen Sanierungsbeginn für den Zeitraum 2012/2013 in Aussicht gestellt (TAGEBLATT berichtete).

Seither verschiebt sich der Termin ein Jahr ums andere. Im Mai 2019 hieß es noch, dass die Arbeiten frühestens im Herbst 2020 beginnen. Das passierte nicht. Nun lautet die aktuelle Auskunft von LTV-Pressesprecherin Katrin Schöne: „Baubeginn wird frühestens im Herbst 2021 sein.“

Zoo Dresden
Tierisch was erleben
Tierisch was erleben

Welche spannenden Neuigkeiten gibt es bei Pinguin, Elefant und Co.? Wer wird Tier des Monats? Hier können Sie abstimmen und erfahren mehr über die tierischen Bewohner des Zoo Dresden.

Hoher Koordinierungsaufwand

Die Erklärung für die Verzögerung ist so gut wie identisch mit der, die von der LTV schon vor knapp zwei Jahren zu haben war. Ins Feld geführt werden umfangreiche bauvorbereitende Maßnahmen und der damit verbundene hohe Koordinierungsaufwand. „Hierzu zählen: Bau des Radweges auf dem Deich; Rückbau von Altanlagen der LMBV im Bereich unserer Hochwasserschutzanlagen; Rückbau diverser Gasleitungen in bzw. unter der Schwarzen Elster und den Hochwasserschutzanlagen; Erneuerung des Pegels im Baubereich.“

Formalien und Untersuchungen

Hinzu komme, so die LTV-Pressesprecherin, dass alle weiteren notwendigen Planungen im öffentlichen Verfahren gemäß Vergabeverordnung europaweit ausgeschrieben werden mussten und müssen. Letzteres hat die LTV offenbar auch das gesamte vergangene Jahr beschäftigt, denn auf eine entsprechende Nachfrage heißt es: „In Vorbereitung auf die Deichsanierung wurde das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren durchgeführt.“ Zusätzlich seien auch Baugrunduntersuchungen in Hinblick auf das Bodenmanagement durchgeführt worden. Was das angeht, so hat die LTV in einer früheren Mitteilung darüber informiert, dass man vor habe, so viel vorhandenes Deichbaumaterial wie möglich wiederzuverwenden, um Kosten und Ressourcen zu sparen und zugleich die Belastung des Verkehrs im Umfeld der Baustelle zu minimieren. Bekanntlich verläuft parallel zum Deich über dessen gesamte Ausbaulänge eine wichtige Staatsstraße.

Baufreiheit in Form von Baumfällungen wurde bereits im Verlauf des Jahres 2017 geschaffen. Allerdings fielen seinerzeit weder 800 noch mehr als 1.000 Bäume, diese Zahlen kursieren, sondern insgesamt 465 Bäume. Nach Auskunft von Katrin Schöne handelte es sich um 177 Laubbäume, davon überwiegend Eichen, und um 288 Nadelbäume, hier waren es vor allem Kiefern. Notwendige Ersatzmaßnahmen sind längst erledigt. Diese erfolgten in ein bis zwei Kilometer Entfernung von der künftigen Deichbaustelle nördlich auf LMBV-Gebiet im ehemaligen Kippengelände an zwei großräumigen Standorten.

Pflegeauftrag für 25 Jahre

Das beinhaltete unter anderem die Pflanzung von 1.300 Traubeneichen und das Anlegen von 40 Amphibien-Habitaten in Form von jeweils drei Meter langen und einen Meter breiten Lesesteinhaufen. Auch 70 Totholz-Habitate wurden errichtet, bestehend aus jeweils drei Stämmen, wofür die auf dem Deich gefällten Eichen Verwendung fanden. Eine Fläche von rund 3.100 Quadratmetern wurde zum Reptilien-Habitat umgewandelt. Ein Verbissschutzzaun aus Drahtgeflecht mit einer Länge von 2.930 Metern dient dem Schutz der Anpflanzungen. „Die Flächen werden bis 25 Jahre nach ihrer Fertigstellung gepflegt“, sagt Katrin Schöne.

Entgegen dem Gewohnten

Die Kosten für die Deichbaumaßnahme werden sich auf ca. 4,5 Millionen Euro belaufen. Mit dieser Zahl agiert die LTV schon seit ein paar Jahren, was durchaus bemerkenswert ist. Gewöhnlich ist es ja so, dass Baumaßnahmen, umso länger sie sich hinziehen, auch immer teurer werden.

Nicht in der genannten Summe enthalten sind die Kosten für den Bau des öffentlichen Radweges auf der Deichkrone, der die Radweglücke zwischen Hoyerswerda und dem Seenland schließen soll. Das wird dann aber auch eine Baustelle des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr sein. „Mit dem Bau des Radweges kann begonnen werden, wenn der neue Deich fertiggestellt ist – also frühestens in 2023“, ließ die LTV-Pressesprecherin wissen. Das wiederum passt zur Aussage von vor knapp zwei Jahren aus dem gleichen Hause, als es hieß, dass der Radweg nicht vor 2023 kommt.

Mehr zum Thema Hoyerswerda