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Warten auf die Masken

Was die Bundespolitik für Dienstag versprach, war vor Ort noch nicht angekommen. Die Nachfrage ist groß.

FFP2-Masken schützen bei korrekter Anwendung den Träger recht gut vor Infektionen über die Atemwege. Über-60-Jährige sollen einige davon kostenlos bekommen.
FFP2-Masken schützen bei korrekter Anwendung den Träger recht gut vor Infektionen über die Atemwege. Über-60-Jährige sollen einige davon kostenlos bekommen. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Gut gemeint bedeutet nicht, dass es gut gemacht ist. Das bekam am Dienstag zu spüren, wer sich seine kostenlose FFP-2-Maske in einer Apotheke abholen wollte. Aus Lauta erreichte uns ein Leser-Anruf, dass er dort keine Maske bekommen habe und man ihm auch nicht sagen könne, wann es welche gebe.

Wer irgendwo in einer Apotheke anrief, der konnte förmlich bei der Annahme des Gesprächs spüren, wie die Mitarbeiter unter Druck stehen. Alle wollen das gleiche wissen, mal abgesehen davon, dass man sich noch vor den Feiertagen mit seinen Medikamenten eindecken will.

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Im Lausitz-Center an der Herz-Apotheke hingen bereits am Vormittag Plakate aus, dass es derzeit keine FFP2-Masken gibt. Die Leute akzeptierten es und wussten sich dennoch nicht zu helfen – es war doch überall verkündet worden. Ungefähr dieselbe Szenerie in der Apotheke im Treff-8-Center. Man möge sich an die Apotheke im Klinikum gegenüber wenden. Beide gehören zum Apothekenverbund der Geschwister Zeitz mit insgesamt fünf Standorten in Hoyerswerda und Lohsa. Gleich vor der Apotheke im Ärztehaus am Klinikum die klare Ansage: FFP2-Masken gibt es erst ab Freitag.

Ausweis nicht vergessen

Inhaber Sten-Gunnar Zeitz hat, wie all seine Kollegen, richtig Stress, findet aber die zwei Minuten, um die Situation zu erklären. Wenn der Gesundheitsminister an einem Tag erkläre, dass es am nächsten Tag die Masken in den Apotheken gibt, dann bedeutet das ja noch lange nicht, dass die diese auch vorrätig haben. Apotheker Zeitz hat für den Zeitzschen Apothekenverbund ein Kontingent von 45.000 Masken zugesprochen bekommen. Doch wo er die herbekommt, muss er sich kümmern. Was er auch tut, wie eben alle anderen Apotheker auch. Um die Menge zu bewältigen, wird im Windfang vor der Apotheke am Klinikum beispielsweise ein provisorischer Stand aufgebaut und mit zwei Studentinnen besetzt, die dann ab Freitag die FFP2-Masken ausgeben. Die Maßgabe der Politik ist, dass drei Stück an Menschen, die mindestens 60 Jahre alt sind, kostenlos abgegeben werden. Das muss man lediglich durch Vorlage seines Personalausweises nachweisen. Sten-Gunnar Zeitz weiß, dass man beispielsweise unter Vorlage des Ausweises also auch Masken für seinen Partner, seine Eltern oder sogar den Nachbarn abholen könnte. Allerdings dürfte auch hier gelten: Wenn das Kontingent aufgebraucht ist, gibt es keine mehr. Allerdings sollen auch jüngere Menschen Masken erhalten können, wenn sie eine chronische Vorerkrankung haben. Auch diese sind vom Bundesgesundheitsministerium definiert. Vor Ort in der Apotheke muss man das dann glaubhaft versichern. Rein theoretisch erfolgt die Maskenverteilung auf diese Art und Weise bis zum 6. Januar.

Dann greift die nächste Verteilstufe. Alle Berechtigten erhalten dann zwei dem Vernehmen nach fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken von ihren Krankenkassen oder ihrer privaten Krankenversicherung. Diese können sie in zwei klar definierten Zeiträumen im neuen Jahr ebenfalls in den Apotheken einlösen. Die Anspruchsberechtigten zahlen dann pro eingelösten Coupon einen Eigenanteil von zwei Euro hinzu. So kommt man in der betreffenden Gruppe ohne nennenswerte Kosten an 15 kostenlose FFP-2-Masken, deren Wert irgendwo zwischen 45 und 90 Euro liegen dürfte. Mit langen Schlangen ist allerdings zu rechnen.

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