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Wassersport und Strandgastronomie

Wo Surf-Renner Geschichte ist, packt jetzt Alfred Tempel am Geierswalder See die Dinge an.

Alfred Tempel hat das Geschäft am Geierswalder See zum Laufen bekommen. Pläne für die Zukunft hat er auch schon.
Alfred Tempel hat das Geschäft am Geierswalder See zum Laufen bekommen. Pläne für die Zukunft hat er auch schon. © Foto: Juliane Mietzsch

Geierswalde. Heute sagt Alfred Tempel, dass er wahnsinnig froh sei, wieder zurückgekommen zu sein. Damit meint er die Rückkehr in seine Heimatregion. Und das hätte er vor 13 Jahren, als er die Gegend verließ, nicht gedacht. Er hat gewissermaßen einen Bürojob eingetauscht gegen einen Arbeitsplatz am See. „Ich brauche nicht mal Schuhe“, scherzt der Jungunternehmer. Im vergangenen Jahr hat er am Geierswalder See das Gelände von Klaus Renner übernommen. Doch erst dieses Jahr kann er so richtig loslegen.

Alfred Tempel ist in Leipzig geboren, in Senftenberg zur Schule gegangen, und fühlt sich definitiv in Brandenburg verhaftet, spricht aber lieber von der Lausitz. Zuletzt war der Ingenieur in Braunschweig beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. Nun ist er in der Tourismusbranche tätig. Schon vor einigen Jahren war Alfred Tempel als Aushilfe bei Carsten Nötzold tätig, der „Wake & More“ an der Südböschung des Geierswalder Sees betreibt. Diese Nähe und der Einblick haben letztlich dazu geführt, dass der Lausitzer während eines Heimaturlaubes beim Surf- Renner-Inhaber vorstellig wurde. Andere Bewerber um die Nachfolge gab es nicht mehr. Schon im August 2019 stellte er sich bei der Gemeinde Elsterheide vor. Das Konzept „Ostufer“ überzeugte, und alle waren sich einig, dass an dem Standort die Schwerpunkte bei Wassersport und Strandgastronomie bleiben sollen.

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Comeback für Surfen und Segeln

So sollte bereits Ende 2019 eine Übergabe stattfinden, im Frühjahr 2020 kehrte Alfred Tempel in die Lausitz zurück, dann kam die Pandemie. Obwohl der Nachfolger das Grundstück erworben hatte, musste er die Flächen erst über eine Beräumung erklagen. Darüber wurde Mitte 2020 entschieden, bis Ende des Jahres wurde dem Vorgänger dazu Zeit eingeräumt. „Ich konnte nichts machen und habe die Saison verloren“, geht Alfred Tempel über das Ärgernis hinweg. So blieb nur wenig Vorlauf, um 2021 vorzubereiten, als er dann ein völlig leeres Feld vorfand – daher die provisorischen Lösungen.

Zwei Container dienen als Verkaufsstellen, die nach den individuellen Bedürfnissen gefertigt worden sind. Die Konstruktion im Hintergrund hat Alfred Tempel selbst entworfen und sich nur noch abnehmen lassen. Nun soll nach und nach die Gestaltung angegangen werden. Für die noch weiße Außenfläche sei eine Bemalung denkbar. „Ich versuche den Spagat zwischen Bekanntem und Neuem“, erklärt der in Senftenberg Wohnende über die inhaltliche und gestalterische Ausrichtung.

Erstes Anliegen war nun, „erstmal den Betrieb zum Laufen zu kriegen“ und dabei die Ausgestaltung des Geländes voranzubringen sowie die Wassersport-Angebote auszubauen. Es wurde völlig neues Equipment angeschafft, mit dem Anspruch das vormalige Portfolio abzudecken. Es gibt sieben intakte Tretboote und 20 Bretter fürs Stehpaddeln, auch Stand-Up-Paddling (SUP) genannt. „Das ist gerade die Szene-Aktivität und ein gutes Ganzkörpertraining.“ Als nächstes wird über die Anschaffung von Paddelbooten und geführten Touren nachgedacht, was sich auch zu Firmenevents ausbauen ließe. Und ebenso soll mit einem externen Partner das Surfen und Segeln wieder etabliert werden. Als neues Angebot gibt es meist zweimal wöchentlich einen Yoga-Kurs auf SUP-Boards auf dem See.

Freilich gibt es Stoßzeiten, gepaart mit begrenzten Lagerkapazitäten, erschwert das die Planbarkeit schon mal. Das gastronomische Angebot schätzt Alfred Tempel mit einem „höheren Niveau als ein Imbiss“ ein. Kürzlich wurde eine Softeismaschine angeschafft und es gibt eine kleine Auswahl Longdrinks. „Wir wollen ein ähnliches Barboot, wie zuvor“, ist ein weiterer Ausblick. Dank einer Kooperation gibt es Strandkörbe, deren Vermietung Alfred Tempel am „Ostufer“ koordiniert. Überhaupt versucht der Unternehmer, „mit allen Akteuren am See einen guten Kontakt zu haben“.

Wandel kann nur gemeinsam gelingen

Erst recht sei die Zusammenarbeit schon wegen des länderübergreifenden Seenlandes wichtig. „Durch Entscheider wurde die richtige Entwicklung vorangetrieben“, schaut Alfred Tempel auf die Zeit zurück, als er die Region verließ und die Seen noch ganz anders aussahen. „Den offiziellen Stellen und einzelnen Vorreitern gebührt Respekt.“ Die Lausitzer können stolz sein, so Alfred Tempel weiter.

Mit der Gemeinde ist der Unternehmer eine Bebauungsverpflichtung eingegangen. Er schätzt diese Weitsicht und die „Ambitionen, dauerhaft etwas zu schaffen“. Vier Baufelder, mit einer Fläche von 1.200 Quadratmetern, sind vorgesehen. Es soll nach Alfred Tempel eine Bebauung werden, die den Charakter des Strandes wiedergibt – „ich wünsche mir Strandbarcharme“. Das Niveau soll insgesamt erhalten bleiben, aber eben auf einer professionelleren Ebene. So steht auch die Idee im Raum, saisonübergreifend tätig zu werden.

Doch zunächst wird die Sonnenterrasse weiter ausgebaut, die Website demnächst auf Englisch und Tschechisch umgestellt, eventuell ein eigenes Buchungssystem für die Kurse und Leihgeräte ergänzt. Jetzt geht der Blick erstmal in Richtung sächsischer Sommerferien. „Die Gäste sind hungrig und dankbar“, ist die Erfahrung der ersten Wochen, die mit der Öffnung der Campingplätze Fahrt aufgenommen haben. Trotz sieben Mitarbeitenden wird noch Verstärkung gesucht, gerne auch mit Tschechisch- und Polnisch-Kenntnissen.

Weitere Informationen: https://ost-ufer.de/

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