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Weihnachtsfilm statt Weihnachtsmarkt

Angela Schuster und ihr hoyerswerdisches Film-Team möchten die Tradition des „Bože dźěćatko“ dokumentieren.

Filmtitelbild zu „Bože dźìćatko“ – dieser Streifen zu einer sorbisch-
hoyerswerdischen Tradition entsteht derzeit in der
Hoyerswerdaer KulturFabrik. Geldgeber (und es handelt sich NICHT um Millionenbeträge) werden dringend gesucht.
Filmtitelbild zu „Bože dźìćatko“ – dieser Streifen zu einer sorbisch- hoyerswerdischen Tradition entsteht derzeit in der Hoyerswerdaer KulturFabrik. Geldgeber (und es handelt sich NICHT um Millionenbeträge) werden dringend gesucht. © Foto: privat

Hoyerswerda. Weihnachtsmärkte sind für 2020 abgesagt. Da bleibt wohl mancher Euro in den Falten des Portemonnaies, ohne das tun zu können, was ihm zugedacht war: vorweihnachtliche Freuden zu finanzieren. Doch genau das kann er trotzdem – und das sogar dauerhaft über den Schluck Glühwein und den kandierten Bratapfel (den’s ja wohl ohnehin nicht mehr gibt ...) hinaus.

Nämlich, indem er seinen Besitzer (Geber) zum Film-Finanzier aufsteigen lässt: zum Unterstützer eines Lausitzer Weihnachtsfilmes, der in/mit der KulturFabrik Hoyerswerda gedreht werden und Bräuche der Heimat in und um Hoyerswerda ins Bild setzen soll: „Bože dźěćatko“.

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Für diesen Lausitzer Weihnachtsfilm ist eine Crowdfunding-Kampagne gestartet worden, deren Ziel 2.000 Euro sind. Bereits eingekommen sind 515 Euro; „Sammelschluss“ ist im Februar.

Organisatorin und Filmerin Angela Schuster organisiert diese Kampagne und wirbt: „Mögt Ihr Weihnachtsfilme? Habt Ihr ein wenig Geld übrig, das Ihr sonst für Schlemmereien auf dem Weihnachtsmarkt ausgeben hättet? Dann unterstützt uns und schenkt der Lausitz eine kleine filmische Weihnachtsgeschichte über den sorbischen Brauch des Bože dźěćatko (Bescherkind, Gotteskindlein, Christkind). Schafft gemeinsam mit uns etwas Bleibendes: einen Film, der, jedes Jahr aufs Neue, Freude zur Weihnachtszeit bringen kann.“

Das Team um Regisseurin Angela Schuster hat bereits erfolgreich an mehreren Kurzfilm-Projekten gearbeitet, so an dem sorbischen Kurzspielfilm „Zmij“, der auf vielen Filmfestivals und im MDR-Fernsehen gezeigt wurde und mehrere Preise gewann. Die Darstellerinnen und Darsteller des Filmes sind Kinder und Jugendliche aus der Region, die selbst einen Bezug zur sorbischen Sprache und den sorbischen Traditionen haben.

Zurück in die 20er-Jahre

Und darum geht es: In Form eines Kurzspielfilmes soll der sorbische Weihnachtsbrauch des „Bože dźěćatko“ (Bescherkind, Gotteskindlein) in der Region Hoyerswerda dargestellt und vor dem Vergessen bewahrt werden. Das Bože dźěćatko besuchte früher mit seinen zwei Begleiterinnen in der Vorweihnachtszeit die sorbischen Familien. Ein junges Mädchen trug dabei eine spezielle Tracht und eine mit Schleifen geschmückte Rute. Schweigend verteilte es Äpfel und Nüsse und segnete die Familienmitglieder durch die Berührung mit der Rute. Auf Weihnachtsmärkten und bei öffentlichen Veranstaltungen kann man das Bože dźěćatko heute noch erleben.

Der Kurzfilm möchte diese Tradition aufgreifen und von einer Zeit erzählen, zu der der Brauch noch im privaten Bereich gepflegt wurde. Als Handlungszeitraum wurden die 20er-Jahre gewählt, da zu dieser Zeit der Brauch vermutlich noch gepflegt wurde. Die Gestaltung des Filmes orientiert sich an diesem Handlungszeitraum: Es wird ein Schwarz-Weiß-Stummfilm mit Schrifttafeln sein. Dabei soll es verschiedene Sprachfassungen des Filmes geben: Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch. Die Filmmusik wird auf einer historischen Kino-Orgel im Kino Babylon in Berlin eingespielt. Die Drehorte für das Filmprojekt befinden sich in der Lausitz, so in Hoyerswerda, in Königswartha oder dem Schulmuseum „Korla Awgust Kocor“ in Wartha. Im Oktober haben die Dreharbeiten begonnen. Um sie rasch fortsetzen zu können, ist jetzt finanzielle Unterstützung vonnöten: ein Geschenk an und für die Lausitz – und für hiesige Weihnachtsfreunde und Gönner gleichermaßen.

https://de.gofundme.com/f/ein-lausitzer-weihnachtsfilm

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