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Welche Straße hat oberste Priorität?

Hoyerswerda hat etliche marode Straßen.

Die Oberfläche der Käthe-Niederkirchner-Straße wird im September auf rund 280 Meter Länge erneuert. So wie hier an der Zufahrt der inneren Claus-von-Stauffenberg-Straße sollen auch die Anschlüsse betrachtet werden.
Die Oberfläche der Käthe-Niederkirchner-Straße wird im September auf rund 280 Meter Länge erneuert. So wie hier an der Zufahrt der inneren Claus-von-Stauffenberg-Straße sollen auch die Anschlüsse betrachtet werden. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Betonstraßen haben strukturell eine solide Basis. Wenn die Oberfläche schlecht ist, kann der Unterbau nicht weiter geschädigt werden. Was dem Nutzer der Straße meist wenig hilft. Doch da könnte nur ein grundhafter Ausbau etwas bringen. Bei Asphaltstraßen ist es so, dass bei schlechtem Oberbau, der zum Beispiel Wasser bis zum Unterbau durchlässt, mit der Erneuerung der Verschleißschicht die Straße selbst um viele Jahre wieder gerettet werden kann.

Und das im Schnitt mit einem finanziellen Aufwand, der grob geschätzt ein Fünftel bis ein Zehntel dessen eines grundhaften Ausbaus beträgt. Voraussetzung ist freilich, dass der Unterbau in Ordnung ist.

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Im Bereich der Käthe-Niederkirchner-Straße zwischen Bautzener Allee und Konrad-Zuse-Straße hat man sich so vor vier Jahren Luft verschafft. Jetzt ist der Abschnitt von der Zusestraße bis zur Klinikumskreuzung dran, quasi als logische Folgemaßnahme. Auch wenn es im jüngsten Technischen Ausschuss seitens Michael Ratzing (AfD) und Gitta Kaltschmidt (CDU) hieß, dass es andere Straßen, vor allem gleich um die Ecke die Erich-Weinert-Straße, nötiger hätten, kam die geplante und ausgeschriebene Bauleistung zum Vergabebeschluss. Gegen die Stimmen der beiden Ausschussmitglieder wurde sie gebilligt. Die Deckensanierung der Straße im genannten 280 Meter langen Abschnitt soll binnen zwei Wochen im September durch eine Tiefbaufirma aus Schwarzheide erfolgen, die bereits einige Großaufträge in der Stadtregion ausgeführt hat. Dabei werden wohl auch die unmittelbaren Anschlüsse der in die Käthe-Niederkirchner-Straße einmündenden Wohngebietsstraßen mit betrachtet. Doch wie geht es dann weiter mit Hoyerswerdas Straßen? Wo ist ein grundhafter Ausbau erforderlich; wo kann eine Deckschicht-Erneuerung Abhilfe schaffen? Für die Congresshotel-Kreuzung ist eine solche ja schon angekündigt. Dietmar Wolf, Fachbereichsleiter Bau, kündigte an, dass die Verwaltung Ausbau und Oberflächenerneuerungen in der nächsten Sitzung des Technischen Ausschusses im Juli mit der Vorlage einer Prioritätenliste thematisieren werde. Immerhin hatte der Stadtrat die Planungsgelder für die Kühnichter Spange ja schon in Richtung Rosa-Luxemburg-Straße umgelenkt. Das mehrere Kilometer umfassende Straßennetz des Industriegeländes soll ja beispielsweise gut zehn Millionen Euro kosten. Die Stadt hofft, mit dem Vorhaben eine 90-Prozent-Förderung aus dem Programm „Förderung von Vorhaben zur Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur“ zu erhalten. Allein für die ersten beiden Planungsphasen löste der Ausschuss jetzt eine Vergabe an ein Dresdner Büro mit einem Volumen von rund 200.000 Euro aus. Allerdings muss die entsprechende Planung auch binnen drei Monaten fix und fertig vorliegen, um bei der Landesdirektion eingereicht werden zu können.

Manchem Autofahrer würde es schon reichen, wenn alle Schlaglöcher geflickt würden. Seitens der Bauverwaltung hieß es am Mittwoch, dass die Beseitigung der Winterschäden abgeschlossen sei. Was nicht nur Michael Ratzing erstaunte. Die Verwaltung sagte, dass man freilich hier und da was übersehen haben kann und dass man für Hinweise dankbar sei.

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