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Wenn Zuse über die Grenzen schaut ...

Ein binationales Schülerprojekt kommt nach mehreren Jahren zum Abschluss. Die Ergebnisse sind im ZCOM zu sehen.

Die Abschlussveranstaltung zum Schülerprojekt „Zuse schaut über die Grenzen“ im ZCOM Hoyerswerda hat zweisprachig stattgefunden. Kurzfristig konnte Helga Nickich bei der Übersetzung für die Online-Zuschauer aushelfen.
Die Abschlussveranstaltung zum Schülerprojekt „Zuse schaut über die Grenzen“ im ZCOM Hoyerswerda hat zweisprachig stattgefunden. Kurzfristig konnte Helga Nickich bei der Übersetzung für die Online-Zuschauer aushelfen. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Es gibt noch mehr Speichermedien als die Diskette oder das Handy – auch das Gedächtnis. So heißt es in der Präsentation einiger Schüler bei der Abschlussveranstaltung des Projektes „Zuse schaut über die Grenzen“ im Zuse-Computermuseum Hoyerswerda. Die Gruppe Audioguide hat für den neu entstandenen Ausstellungsraum „Input/Output“ eine Geschichte entwickelt, die der Besucher des Museums in der App HÖR ZUse entdecken kann und weiter in die Tiefen der Computerwelt führt.

Das ist ein Baustein einer drei Jahre andauernden Zusammenarbeit zwischen Schülern des Léon-Foucault-Gymnasiums Hoyerswerda und Schülern aus dem tschechischen Schulzentrum ESOZ in Chomutov. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit wurde durch EU-Fördermittel finanziert und ist Teil eines Kooperationsprogrammes zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik.

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Mit der Veranstaltung am Donnerstagnachmittag sind die drei entstandenen Ausstellungsteile nun fertiggestellt und offiziell eröffnet. Der erste Jahrgang hat die „Processing Unit“ erarbeitet. Dort geht es um die Entwicklung vom Abakus bis zum heutigen Microchip. Ein Bereich mit alter Technik lädt die Besucher zum Ausprobieren ein. Aufgaben sollen mit Rechenschieber und Co. gelöst werden. Danach wurde der Bereich „Memory“ von den binationalen Schülergruppen und mit Hilfe der Mitarbeiter des Museums gestaltet. Hier wird gezeigt, wie verschiedene Speichermedien entstanden sind. Neben der Entwicklung ist auch der Aspekt der Datensicherheit ein wichtiger Bestandteil. Beliebt bei jungen Besuchern ist der Memo-Raum, der Eindrücke als Erinnerungen speichern kann.

Und danach wurde „Input/Output“ auf den Weg gebracht. Wie zuvor wurde in verschiedenen Gruppen gearbeitet. Das Team Ausstellung hat mit Exponaten den Weg von der Schreibmaschine zur Tastatur dargestellt. Wolfgang Kunde, Vorsitzender des Vereins Konrad Zuse Forum, zeigt sich beeindruckt von der Herangehensweise, dass Schüler selbst Ausstellungskonzepte entwickeln. Ergänzt wird das Ganze von der Gruppe Ausstellungstexte, die in ihrer Abschlusspräsentation betonte, dass die Texte kurz und knapp, aber dennoch informativ gehalten wurden. Neben der erwähnten Arbeit am Audioguide gibt es noch die Gruppe Digitale Kunst. Hier wurde das Thema Elektromüll gewählt. Aus der Idee, Natur und Elektroschrott zu verknüpfen, wurden eine ganze Wand mit alten Materialen gestaltet – gekrönt von einem Kuhkopf, der nicht auf den ersten Blick, aber mit etwas Fantasie zu erkennen ist. Auf einem Bildschirm läuft ein Film, der das Elend auf der größten Mülldeponie Afrikas in Ghana zeigt. Dort versuchen die Menschen, noch etwas aus der alten Technik herauszuholen, um ein klein wenig Geld zu verdienen. Das ist alles andere als gesund, wenn durch Brände Metall freigelegt wird, wobei giftige Dämpfe entstehen. Was bei uns Wohlstand bedeutet, ist auf einem anderen Kontinent Lebensgrundlage unter widrigsten Umständen. Die Leiterin des Museums, Andrea Prittmann, ist dankbar für die Sichtweise und die Blickwinkel der Jugendlichen und, dass sie sich auch solcher Themen angenommen haben. „Sie haben nicht nur klassisch gedacht.“ Darunter fällt auch der Teil der Ausstellung, der sich mit technischen Hilfsmitteln für Menschen mit Einschränkungen beschäftigt.

Der Projektkoordinator Zdenk Dytrt bedankt sich für die Zusammenarbeit und zeigt am Ende stolz die gesamte Ausstellungserweiterung als virtuelle Tour auf der großen Leinwand. Während der ganzen Zeit sind auch Gäste dabei, die nicht mit im ZCOM sitzen, denn die Präsentation ist auch live online mitzuverfolgen. Nun sind aus anfänglichen Ideen, Recherche und Planung durchdachte Konzepte in der Ausstellung geworden. „Es landet nicht in der Schublade, sondern wird vielen Menschen zugänglich gemacht“, so der Hoyerswerdaer Bürgermeister Mirko Pink.

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