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Wer gar nichts tut, macht alles falsch

Im Lausitz-Center Hoyerswerda wird Ostern vorbereitet – mit Fantasie, Improvisationstalent und Gesetzestreue.

Plakat, das jetzt einer Begrüßung weicht.
Plakat, das jetzt einer Begrüßung weicht. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Goethe liefert für das Lausitz-Center Hoyerswerda das Oster-Motto 2021: „Im Tale grünet Hoffnungsglück“ – trotz oder gerade wegen der alles andere als günstigen Begleitumstände. Denn viel Erhellendes hat die Ministerpräsidenten-Kanzlerinrunde am Mittwoch zum „Wie weiter mit Corona?“ nicht verlautbart. Umständliche Halb-und-Halb-Lockerungen – mit um so klareren Ansagen, wann die sofortige Rolle rückwärts kommt. Vertröstung auf den 22. März: dann wolle man weitersehen ...

Das Center am Leben erhalten!

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So weit das wenig Mutmachende für den Einzelhandel, auf den Punkt gebracht für das Lausitz-Center Hoyerswerda. Dessen Manager Dieter Henke ist mit der Lage alles andere als glücklich – das gibt er unumwunden zu. Die Lage für die Center-Fachpartner, gerade die Textilbranche, sei dramatisch. Aber Henke hält nichts davon, sich still ergeben in die Misere zu fügen. „Ich habe die Aufgabe, das Center am Leben zu erhalten – und genau das will ich und wollen alle unsere Fachpartner tun.“

Natürlich müsse, wolle und werde man alle Verordnungen umsetzen – aber die Möglichkeiten, die es trotz allem gebe, nutzen. Dazu stehe er in ständigem Kontakt mit Ämtern, Behörden, Polizei. Er bekomme stets bestätigt, dass das Center sehr gut organisiert sei. Das ermutigt Henke, Ostern so gut vorzubereiten, wie es mit Fantasie und Improvisationstalent machbar ist.

Grünes, bunte Blumen und Tiere

Es wird wieder ein grünendes, blühendes Center geben. Der Dessauer Gartenbaubetrieb Steffen begann gestern damit, Beete, Rasen, Sträucher und Blumen zu arrangieren, so dass Farbenpracht Einzug hält – wie im Corona-Jahr 2020 zuvor, wie in den 25 Jahren Lausitz-Center stets zu Ostern. Die Kinder- und Jugendfarm des Christlich-Sozialen Bildungswerkes Sachsen (CSB e. V.) wird Zwergkaninchen und Meerschweinchen als Osterbotschafter ins Center entsenden, wo sie im C-&-A-Lichthof mit ihrem munteren Treiben die Besucher, besonders die Jüngsten, erfreuen.

„Click & Meet“ mit großem Aber

Es wird eine Osterszenerie geben, nämlich das „Osterdorf“. Nicht mehr geben soll es in der Einkaufsmeile dann aber die gezeigten Stellwände „Rettet unsere Läden jetzt“. Stattdessen sollen die Center-Besucher begrüßt und ihnen der Einkauf per „Click & Meet“ nahegebracht werden. Das heißt, man kann wieder vor Ort in den teilnehmenden Geschäften einkaufen – wenn man vorher im Internet oder am Telefon im betreffenden Laden einen Termin ausmacht, an dem man, unter Beachtung aller Hygiene-Regeln, den Shop aufsuchen darf und zur ausgemachten Zeit eingelassen wird, wenn man in der Terminliste steht. So wird vermieden, dass im Laden Gedränge entsteht; „... und bei den Abstandsregeln werden wir auch sehr hinterher sein“, macht Henke deutlich.

Diese „neue Freiheit“ gilt aber nicht uneingeschränkt. In der sächsischen Corona-Verordnung vom 4. März heißt es sinngemäß zum Thema „Click & Meet“: Ja, das ist ab 8. März möglich. Aber nur, wenn die Inzidenz im Freistaat und im Landkreis unter 100 liegt. Das ist aktuell der Fall. Das Landratsamt Bautzen wies am Sonntag ausdrücklich darauf hin, dass Click & Meet ab heute erlaubt ist. Das aber kann sich täglich ändern ...Sinkt die Inzidenz im Freistaat und in der Region unter 50, soll der Einzelhandel mit einer Beschränkung der Kundenzahl je nach Verkaufsfläche wieder öffnen dürfen. Unabhängig von der Inzidenzzahl gilt seit 8. März: Buchhandel, Blumenläden, Garten- und Baumärkte dürfen wieder öffnen – mit Hygienekonzepten und der Beschränkung auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren Kunden für alle weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Mini-Markt und Gastronomie

Zurück zum Lausitz-Center: Dieter Henke möchte in der Vor-Oster-Zeit eine statische Modenschau in der Mall etablieren: Frühlingsmode von den Fachpartnern des Centers; präsentiert von stummen Models, zu haben per „Click & Meet“ in den Filialen der Aussteller. Der Center-Manager hofft sogar, dass in der Zeile ein österlicher Minimarkt (à la Wochenmarkt, der ja gestattet ist) möglich ist. Die Zusage etwa von Intersport, eine Zeltausstellung vor der Filiale im Ex-Centrum aufzubauen, hat er. Was ihn besonders freut: „Auch unsere Gastronomen «Mr. Binh Dinh» und «Pizza. Pasta. E Basta» sind jetzt mit einem Außer-Haus-Abholservice wieder «im Geschäft».“

Im Tale, also im Center, grünet Hoffnungsglück. Nur in einem irrte der Dichter. Sein eingangs zitierter Faust’scher Osterspaziergang titelt „Vor dem Tor“. Hoyerswerda hofft, dass er auch innerhalb der Tore, meint: in der Lausitz-Center-EinkaufsMeile, stattfinden kann.

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