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Wetterschutzhütte lädt jetzt zum Rasten ein

Dank Eigeninitiative ist der Lohsaer Ortsteil Driewitz nun um eine Attraktion reicher.

Sonnabend erfolgte die Einweihung der Wetterschutzhütte in Driewitz. Mit dabei waren Sonja Rehor (Domowina), Frank Linge (Ortsvorsteher für Driewitz und Lippen), Thomas Leberecht (Bürgermeister von Lohsa), Andreas Trell (Vorsitzender des Heimatvereins
Sonnabend erfolgte die Einweihung der Wetterschutzhütte in Driewitz. Mit dabei waren Sonja Rehor (Domowina), Frank Linge (Ortsvorsteher für Driewitz und Lippen), Thomas Leberecht (Bürgermeister von Lohsa), Andreas Trell (Vorsitzender des Heimatvereins © Foto: Andreas Kirschke

Driewitz. Zum Rasten, Innehalten und Lesen lädt jetzt die Schutzhütte im Lohsaer Ortsteil Driewitz ein. Am Seeadlerrundweg, direkt am Erinnerungsstein „Driewitz. Geographischer Mittelpunkt des sorbischen Siedlungsgebietes in Sachsen“, steht sie. Außer Bank und Tisch enthält sie zwei Infotafeln. Beide sind auf Deutsch und Sorbisch beschriftet. Der Ortschaftsrat und der Heimatverein Driewitz 99 e. V. gestalteten die erste Tafel zur Ortsgeschichte gemeinsam.

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Die Domowina erstellte die zweite Tafel. Diese gibt Erläuterungen zum sorbischen Siedlungsgebiet und zu den Sorben im Raum Hoyerswerda. Die Regionalsprecherin für das Territorium des Domowina-Regionalverbandes „Handrij Zejler“ Hoyerswerda/Wojerecy, Sonja Rehor, und der Sprecher des Dachverbandes, Marcel Braumann, haben sich um diese Informationstafel gekümmert, die Karte des sorbischen Siedlungsgebietes hat Julian Nitzsche gestaltet. Im Sommer sind auf dem Seeadlerrundweg bei gutem Wetter jeden Tag oft hundert und mehr Touristen unterwegs. Ihnen und allen Interessierten bietet die Domowina jetzt über diese Tafel auch direkten Kontakt an – per QR-Code, Mail-Adresse und Telefonnummer. „Wir hoffen auf eine Aufwertung des Radwanderweges. Wir hoffen, dass er weiterentwickelt, besser beschriftet, besser befestigt wird – vor allem von Drehna in Richtung Driewitz“, unterstrich Ortsvorsteher Frank Linge am Sonnabend zur feierlichen Einweihung der besagten Tafeln beim Dorffest in Driewitz.

Die Idee für die Wetterschutzhütte entstand voriges Jahr. Ortschaftsrat und Heimatverein riefen sie ins Leben. „Dach und Seitenwände hatten wir bereits“, erinnert sich Frank Linge. Der Bauhof der Gemeinde Lohsa hob die Grube aus und füllte mit Muttererde auf. Der Heimatverein pflasterte die Fläche. Zimmermann Sebastian Mikwauschk (Bosćij Mikławšk) aus Schönau projektierte und errichtete die Schutzhütte. Ihm und allen weiteren beteiligten Firmen, Sponsoren und Unterstützern gilt herzlicher Dank. Ortschaftsrat und Heimatverein finanzierten ihre Infotafel mit Mitteln der Freistaat-Pauschale zur Stärkung des ländlichen Raums und des Sorbenfonds der Gemeinde Lohsa. Die Domowina finanzierte ihre Tafel selbst.

„Driewitz ist ein sorbisches Dorf, das zeigt schon der Name des Ortes“, erinnerte Sonja Rehor an die historischen Wurzeln. „Im Wortstamm des Ortsnamens finden wir das Wort «drjewo» – «Holz», im älteren Sprachgebrauch «Baum». Der sorbische Dorfname «Drěwcy» bedeutet laut Ortsnamenbuch von Walter Wenzel «Siedlung am oder im Walde» oder schlicht «Gehölz».“ Nach der Statistik des sorbischen Volkskundlers Arnošt Muka waren hier in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts 99 Prozent der Einwohner Sorben.

Starker Zusammenhalt im Dorf

Die Rasthütte wertet das Dorfbild auf. Sie zeugt von Eigeninitiative der Driewitzer, wie der heutige und der frühere Bürgermeister Thomas Leberecht und Udo Witschas hervorhoben. „Schutz und Sicherheit soll die Hütte bieten“, erklärte Uwe Pakoßnick, Lektor im Evangelischen Pfarrsprengel Oberlausitzer Seenland mit Uhyst Spree, Lohsa und Groß Särchen. Im 111-Einwohner-Ort Driewitz existiert ein starker Zusammenhalt. Es gibt gelebtes Ehrenamt, Kreativität, Eigeninitiative, Handeln und Tun. Das Dorffest gehört unverzichtbar dazu. „So wie viele ihr geselliges Leben vermisst haben, so haben auch wir unser Dorffest voriges Jahr stark vermisst. Dieses Jahr sollte es wieder stattfinden“, schilderte Andreas Trell, Vorsitzender des Heimatvereins Driewitz.

Viele Mitglieder und Helfer brachten sich ein. Kultur und Sport prägten das Programm. Drei Feuerwehr-Mannschaften bestritten den Wettkampf „Löschangriff“ um den Holzfällerpokal. Die Trommlergruppe Drum Tastic aus Hoyerswerda, das Kneipenchor-Orchester Hoyerswerda und am Abend das Musiker-Ehepaar Tanja & René Resick aus Malschwitz erfreuten die Zuhörer. „Wir kommen gern hier her. Wir mögen die Gemeinschaft und die Geselligkeit. Driewitz ist unsere Heimat“, bekräftigten Ingrid Peter (75) aus Königswartha und Annemarie Schuder (85), angereist aus Commerau bei Wartha. In Driewitz auf Pachows Hof verbrachten sie ihre Kindheit. Ihrer Heimat fühlen sie sich nach wie vor stark verbunden.

Auch während der Corona-Zeit aktiv

Trotz Corona ging und geht in Driewitz das (Kultur)Leben weiter. „Wir Frauen waren öfter wandern, unter anderem in Richtung Litschener Teiche, Drehnaer Teiche, Neu-Driewitz Borduc oder Fledermausschloss Weißig. Manchmal ganz spontan. Manchmal auch geplant. Für jede Altersgruppe ist etwas dabei“, erläuterte Susann Schütze. Von Anfang an, seit 1999, engagiert sie sich im Heimatverein. Beim Dorffest organisiert sie das kulturelle Programm.

Eben für die Wandergruppe haben der Ortschaftsrat und der Heimatverein eine Zukunfts-Idee: Rund um die Linde am Sportplatz soll eine Sitzbank entstehen. Dort soll es künftig eine Infotafel in Deutsch und Sorbisch geben. „Auch dabei setzen wir auf Unterstützung durch die Domowina“, sagt Ortsvorsteher Frank Linge.Mitstreiter Werner Bunk hat in Zusammenarbeit mit Carola Trell und mit dem Heimatverein Driewitz eine Broschüre erstellt: „Driewitz im Jahr 2020. Ein Leben mit Corona“ heißt ihr Titel. Sie zeigt: Ein kleiner Ort kann durch die Mithilfe der Bürger viel bewegen. Eigeninitiative kann viel bewegen. 2021 knüpft der Ort daran an. Die entstandene Wetterschutzhütte lädt zum Rasten, Innehalten und Lesen ein.

Ergebnis des Wettkampfs der Feuerwehren Löschangriff:
1. Freiwillige Feuerwehr Driewitz 46,35 s
2. Freiwillige Feuerwehr Saalau 47,28 s
3. Freiwillige Feuerwehr Hermsdorf Spree, Weißig 98,81 s

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