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Wichtiger Meilenstein zur Wahrung der sorbischen Identität und Kultur

Vor 30 Jahren entstand in Lohsa die Stiftung für das sorbische Volk. Eine Tafel erinnert daran.

Reinhardt Schneider ist seit 2002 Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Vor Ort in der Dauerausstellung zeigt er auf die Erinnerungstafel zum Thema „30 Jahre Stiftung für das sorbische Volk“.
Reinhardt Schneider ist seit 2002 Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Vor Ort in der Dauerausstellung zeigt er auf die Erinnerungstafel zum Thema „30 Jahre Stiftung für das sorbische Volk“. © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. Dicht besetzt war die Evangelische Kirche in Lohsa. Einwohner, Gäste und Medien nahmen starken Anteil. „Es war ein kulturelles Großereignis. Ein sehr bewegender, berührender Tag“, erinnert sich Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. an den 19. Oktober 1991. In der Kirche unterzeichneten Vertreter des Bundes, Sachsens und Brandenburgs den Gründungserlass und die gemeinsame Erklärung für die Entstehung der Stiftung für das sorbische Volk.

Angela Merkel (CDU), damals Bundesministerin für Frauen und Jugend, Sachsens damaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) und Brandenburgs damaliger Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hielten Ansprachen. Sie unterstrichen, die Sorben bei der Sicherung und Entwicklung ihrer reichen Kultur, Sprache und Tradition zu unterstützen.

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Lohsa als Unterzeichnungsort war gezielt gewählt. Dafür setzte sich vor allem der sorbische Komponist Jan Paul Nagel (1934-1997) aus Litschen ein. 1991 war er Vorsitzender der Domowina. 1994 gründete er mit engagierten Mitstreitern den Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Gerade hier, an einem Ort reicher Geschichte und Kultur, entstand die Stiftung für das sorbische Volk. „Denn Lohsa ist seit zwei Jahrhunderten ein Ort, an dem es bedeutende soziale, nationale und demokratische Bewegungen gab, auf welche die ganze Gemeinde sich besinnen sollte und stolz sein könnte“, verwies Jan Paul Nagel auf wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten: „Der Aufstand der Fronbauern 1794, die Tätigkeit der hervorragenden Demokraten Handrij Zejler und Jan Arnošt Smoler um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts, der Widerstand der Kirchgemeinde gegen die Nazis, an dem solche aufrechte Frauen und Männer wie Hańža Budarjowa, Elfriede Münzner, Jan Haješ, Karl Bläsche und 700 bis 800 andere, angeführt von Pfarrer Georg Mahling, teilnahmen.“

Die Stiftung, so der Grundgedanke, sollte Einrichtungen der Kultur,- Kunst- und Heimatpflege der Sorben gezielt für ihre Projekte fördern. Sie sollte zudem Garant für die dauerhafte Finanzierung der sorbischen Institutionen sein. Heute fördert die Stiftung gezielt sorbische Sprache und kulturelle Identität in sorbischen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Sie unterstützt die Bewahrung sorbischer Identität in der Öffentlichkeit, im Berufsleben und vor allem im Zusammenleben der Menschen. Die Stiftung ist zudem Initiator und Organisator von Veranstaltungen, sowie Herausgeber von Filmen und Tonträgern. Eine weitere Aufgabe ist die Bewirtschaftung und bauliche Unterhaltung von Gebäuden, die durch sorbische Einrichtungen genutzt werden. Wesentlich ist die Stiftung für die Finanzierung der sorbischen Institutionen und Einrichtungen wie Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Domowina Bund Lausitzer Sorben, Witaj-Sprachzentrum, Domowina-Verlag, Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur in Cottbus, Sorbisches Institut, Sorbisches Museum Bautzen, Sorbisches National-Ensemble und Wendisches Museum Cottbus“, vermerkt die Erinnerungstafel in der Dauerausstellung im Zejler-Smoler-Haus Lohsa. Sie ist ein Gemeinschaftswerk.

„Die Gedenktafel bereichert jetzt unsere Dauerausstellung im Bereich ´Lohsaer Persönlichkeiten´. Sie ist unser Beitrag zur Würdigung des 30-jährigen Bestehens der Stiftung. Wir wollen dauerhaft an die Gründung hier in Lohsa erinnern.“ (AK)

www.zejler-smoler-haus-lohsa.de.

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