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Wie Familien im Umland leben

Der Familienkompass zeigt, wie Familien das Leben in umliegenden Gemeinden bewerten.

So sah es bei einem Familien- und Gartenfest in der Kita Firlefanz Lauta 2018 aus. Der Großteil der Befragten gibt im Familienkompass an, einen Platz in seiner Wunsch-Kita bekommen zu haben.
So sah es bei einem Familien- und Gartenfest in der Kita Firlefanz Lauta 2018 aus. Der Großteil der Befragten gibt im Familienkompass an, einen Platz in seiner Wunsch-Kita bekommen zu haben. © Archivfoto: Gernot Menzel

Rund 15.000 Sachsen haben an dem 101 Einzelfragen umfassenden Familienkompass der Sächsischen Zeitung, Freie Presse und Leipziger Volkszeitung teilgenommen. In den folgenden Kategorien wird das Leben und die Familienfreundlichkeit im Wohnort eingeschätzt.

Das Hoyerswerdaer Umland bestehend aus den Orten Bernsdorf, Elsterheide, Lauta, Lohsa, Spreetal und Wittichenau wird hier gemeinsam erhoben und ausgewertet.

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Wohnumfeld/Wohlbefinden

Im Vergleich zu Hoyerswerda schneiden die umliegenden Gemeinden bei den meisten Fragen in diesen Kategorien etwas besser ab. Aber in der Landkreiswertung „Wohnen“ erreicht das Umland einen guten vierten Rang – hinter Hoyerswerda auf dem zweiten Platz. Während sich bei den Wohnkosten über 43 Prozent der Hoyerswerdaer unzufrieden zeigen, so ist etwa der gleiche Anteil von 42 Prozent im Umland hingegen zufrieden und vergibt eine „gute“ oder „sehr gute“ Bewertung.

Weiterhin gute Noten fährt das Umfeld ein, das die Nachbarschaft, die Spielmöglichkeiten und das Wohlbefinden berücksichtigt. Denn fast 85 Prozent der Befragten fühlen sich hier wohl. Auf freundliche Nachbarn können sich fast 90 Prozent verlassen, wobei der Sachsenschnitt niedriger ergo schlechter ausfällt. Wieder auffällig ist die Einschätzung der Internetverbindung. 35 Prozent Zufriedene stehen immerhin 42 Prozent Unzufriedenen gegenüber.

Gesundheit

Dass die niedergelassenen Ärzte unzureichend sind, da sind sich Hoyerswerdaer und die Bewohner der umliegenden Gemeinden einig. Zwischen 44 und 68 Prozent geben das an. Auch die schnelle Vergabe von Arztterminen stimmt 60 Prozent unzufrieden. Die Erreichbarkeit der Kinderärzte wird mit 3,03 schlechter als der Sachsenschnitt von 2,53 bewertet. Eine deutliche Diskrepanz. Da zeigte sich in Hoyerswerda eine bessere Bewertung mit 2,26. Denn hier wurde auch die genügende Anzahl der Kinderärzte mit 2,80 schon wesentlich besser bewertet. Gute Chancen den Wunsch-Kinderarzt zu bekommen geben nur etwa 36 Prozent an.

Arbeit

Der in Hoyerswerda (1,93) so gelobte kurze Arbeitsweg, wird auch im Umland (2,64) von knapp 58 Prozent als „gut“ oder „sehr gut“ angesehen. Der Sachsenschnitt (2,39) kann allerdings nicht übertroffen werden.

Die angemessene Bezahlung bestätigen 46 Prozent und im Freistaat 41 Prozent. Die Sicherheit des Arbeitsplatzes sehen 57 Prozent, die im Sachsen-Schnitt 64 Prozent gegenüberstehen.

Mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind knapp 42 Prozent der Befragten im Umland zufrieden. In Hoyerswerda hingegen sind es 54 Prozent. Damit liegen das Umland (2,72) und Hoyerswerda (2,54) jeweils in der Nähe des sächsischen Mittels von 2,60.

Einigkeit und demnach Bedenken herrschen auch im Umland bei der Perspektive, die sich den Kindern bietet. Im Umland geben 48 Prozent eine schlechte Bewertung ab. In Hoyerswerda sind es sogar 63 Prozent. Das Finden eines Arbeitsplatzes wird schlechter als im Sachsen-Schnitt gesehen. Die Bewertung weicht um -0,38 ab.

Kita

In diesem Bereich zeigen sich auch ähnliche Tendenzen, wie in Hoyerswerda. Deutlich zufrieden sind die Befragten (71 Prozent) damit, dass sie einen Platz in der Wunsch-Kita bekommen haben. Auch die Elternbeiträge und die Entfernung zur Kita sind Pluspunkte in der Region um Hoyerswerda. Beides wird besser als im Sachsen-Schnitt und Hoyerswerda gewertet.

Dem gegenüber stehen aber kritische Punkte, wie die Öffnungszeiten und die Hilfe durch die Großeltern. Die Öffnungszeiten sind für 43 Prozent nicht ausreichend, was sich dem Punkt der Vereinbarkeit mit Schichtarbeit anschließt. Hier geben 65 Prozent eine schlechte Einschätzung ab.

Ohne die Großeltern geht es wohl nicht, wenn mit 54 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten im Hoyerswerdaer Umland angibt, nicht auf sie verzichten zu können.

Knapp Dreiviertel der Befragten halten die Kita für gut organisiert, was die Angabe stützt, dass 68 Prozent engagierte Erzieher wahrnehmen. Die Note 2,03 liegt damit im guten Bereich, aber hinter Hoyerswerda mit 1,57 und dem Freistaat mit 1,89. Mit der Personalausstattung unzufrieden zeigt sich die knappe Hälfte.

Schule

Im Fragebogen war das Thema in Lehre und Rahmenbedingungen geteilt. Die Tendenzen in Stadt und Umland sind ähnlich, aber einige Abweichungen gibt es doch.

Der Zustand der Schulen wird in beiden Erhebungsgebieten ähnlich wie auch im Sachsen-Schnitt bewertet. Die Eltern fühlen sich gut informiert – mit 2,81 wie im Durchschnitt. Konkret sind das im Umland 36 Prozent, die das positiv bewerten.

Dass das Kind gerne zur Schule geht, bestätigen 55 Prozent. Bedenken zeigen sich hier bei knapp 11 Prozent der Befragten. Wenn es um den Unterricht geht, dann beklagen fast 45 Prozent den Unterrichtsausfall. In Hoyerswerda sind das nur knapp 14 Prozent. Bei der Klassenstärke zeigt sich hingegen ein umgekehrtes Bild. In der Stadt haben hier 43 Prozent Bedenken und im Umland sind es 36 Prozent, die aber auch 43 Prozent Zufriedenen gegenüberstehen.

Familienpolitik

In diesem Bereich zeigen sich besonders große Differenzen. Wenn Hoyerswerda (2,43) im Landkreis den ersten Platz belegt, so finden sich die umliegenden Städte und Gemeinden (3,04) gemeinsam auf dem Rang 14 wieder – damit hinter dem Landkreis (2,84) und dem Freistaat (2,60). Besonders die Freizeitmöglichkeiten stimmen mit 54 Prozent bedenklich. Ebenfalls abgeschlagen sind die Bereiche der Vereinsangebote und die ÖPNV-Anbindung. Hier bewertet die Hälfte „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Die Schulvielfalt bestätigen um die 42 Prozent, die dennoch unter dem Sachsen-Schnitt liegt. Die Familien fühlen sich von den Gemeinden nicht genug wahrgenommen und unterstützt.

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