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Wie Schulen ihre Tage der offenen Tür ersetzen

Auch in diesem Fall zeigt sich moderne Technik als Segen.

© Symbolfoto: www.pixabay.com

Hoyerswerda. Zum Beginn der Woche verwandelte sich Hoyerswerdas Berufsschul- in ein Testzentrum. Im Zusammenhang damit, dass jene Schüler, die dieses oder nächstes Jahr ihren Abschluss vor sich haben, wieder in die Klassenräume zurückkehren durften, wurden freiwillige Überprüfungen auf Sars-CoV-2-Infektionen angeboten. Für die Jugendlichen aus der Stadtregion standen die Tester im BSZ bereit.

Die Bürokratie funktionierte noch. Mitzubringen waren unter anderem eine Einwilligungserklärung, eine Datenschutzerklärung sowie ein Schnelltest-Protokoll. Womöglich hatten auf diese Art aber auch einige junge Leute erstmals Gelegenheit, in das Berufsschulzentrum zu blicken. Sie ist dieser Tage selten, der übliche Tag der offenen Tür am 27. Februar fällt aus. Schulleiterin Kathleen Stephan sagt, zum Glück ließen sich die wichtigsten Informationen ja über die überarbeitete Schul-Webseite abrufen. Es sei auch darüber nachgedacht worden, für die Homepage einen kleinen Film zu drehen: „Aber dazu hätten wir ja Schüler und Lehrer vor Ort gebraucht.“

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Nun mögen künftige Berufsanfänger relativ einfach Wege und Mittel finden, sich zu orientieren. Wenn man hingegen erst die vierte Klasse besucht, und vor der Entscheidung steht, wie es im Sommer weitergehen soll, ist das sicher kniffliger. In Hoyerswerda gibt es dazu über die dem OB-Büro unterstellte Koordinierungsstelle Bildung abgestimmte Angebote. So werden jedes Jahr schon die Eltern der Drittklässler zentral eingeladen, um sie über den möglichen Fortgang des Bildungsweges zu informieren. Und immer im November findet die „Bildungstour“, statt, bei der Viertklässler sich in den weiterführenden Schulen umsehen können. Beides fiel im letzten Herbst der Covid-19-Pandemie zum Opfer. Genauso ist das nun auch mit dem Schlusspunkt des sogenannten Übergangs-Managements. „Die Tage der offenen Tür sind normalerweise ein wesentlicher Baustein, um sich noch einmal vergewissern zu können“, sagt Evelyn Scholz, die Geschäftsführerin der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven (RAA), welche für die erwähnte Koordinierungsstelle verantwortlich zeichnet.

An den Grenzen des Digitalen

Nun wird es aber dem Stand der Dinge nach Mitte Februar die Bildungsempfehlungen geben, mit denen Eltern von Viertklässler dann ihre Sprösslinge in den weiterführenden Schulen anmelden können. Die RAA hat dazu kleine Faltblätter vorbereitet, die mit den Zeugnissen ausgeteilt werden. Die betroffenen Familien finden darauf aber auch Verweise auf die Internetseiten der Schulen. Denn diese sind nunmehr die zentralen und abgesehen vielleicht von einem Anruf bei der Schulleitung auch einzigen Möglichkeiten, naheliegende Fragen zu klären.

Das Foucault-Gymnasium beispielsweise hat am Freitag einen „Virtuellen Foucault-Abend“ online geschickt. Es sind viele Informationen eigens aufbereitet worden und die Schüler der Klasse 5c zeigen in kurzen Video-Sequenzen Dinge, von denen sie annehmen, dass ein Viertklässler sie wissen sollte. „Wir haben die Pflicht, ihnen zu ermöglichen, sich zu informieren“, sagt Schulleiter Uwe Blazejczyk. Seine Kollegin Katharina Michelfeit vom Lessing-Gymnasium, wo diese Woche Freitag normalerweise die „Spätschicht“ stattgefunden hätte, sieht das auch so: „Wir laden ein, auf unserer Homepage zu stöbern.“ Nicht nur sind alle wichtigen Themen zusammengestellt. Es gibt auch kurze Videos. Eine Ex-Schülerin etwa hat Bilder von der „Spätschicht 2020“ zusammengeschnitten und der Kulturschul-Partner KuFa hat eigens einen Imagefilm gedreht. Für die Johanneums-Webseite, berichtet Schulleiter Günter Kiefer, hat Stadtbibliotheks-Chef Mladen Vukovic zur Video-Technik gegriffen.

Bestmöglich, sagt Jens Leschner von der RAA, würden die Schulen versuchen, Ersatz zu schaffen. „Aber man erlebt dabei natürliche auch die Grenzen des Digitalen“, sagt er. Denn natürlich könne ein Online-Angebot unmittelbare Vor-Ort-Eindrücke nicht komplett ersetzen.

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