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Wiednitzer uneins über Kita-Standort

Mit dem Beschluss des Haushalts 2021 der Stadt Bernsdorf ist die Entscheidung allerdings gefallen.

Die neue Wiednitzer Schule wurde 1998 geschlossen und im Anschluss von der Gemeindeverwaltung, von Vereinen, von der Kleiderkammer und einem Lebensmittelladen genutzt. Auch Wohnungen waren vermietet. Ende 2013 wurde die Immobilie verkauft.
Die neue Wiednitzer Schule wurde 1998 geschlossen und im Anschluss von der Gemeindeverwaltung, von Vereinen, von der Kleiderkammer und einem Lebensmittelladen genutzt. Auch Wohnungen waren vermietet. Ende 2013 wurde die Immobilie verkauft. © Foto: Gernot Menzel

Bernsdorf. Ein großer Kosten-Posten im Haushalt 2021 der Stadt Bernsdorf, der am Dienstag vom Stadtrat beschlossen wurde, ist die Sanierung der Kita „Fuchs & Elster“ in der Wiednitzer Ortslage Heide. Bis 2023 sollen in diese 750.000 Euro investiert werden, in diesem Jahr 50.000 Euro und in den kommenden beiden Jahren jeweils 350.000 Euro – bei einer 90-prozentigen Förderung.

Wolfgang Miertschink (Die Linke) kam am Dienstag in der Sitzung des Stadtrates auf dieses Vorhaben zu sprechen. Von Wiednitzer Bürgern habe er erfahren, dass diese den aktuellen Standort der Kita an der Peripherie für nicht geeignet halten. Besser wäre es, den Standort ins Zentrum zu verlegen. Hier böte sich die ehemalige Schule an. Die Anregung von Wolfgang Miertschink lautete, mit der Eigentümerin des Gebäudes zu sprechen, um dieses zurückzukaufen. Die Stadt hatte sich ja Ende 2013 von der Immobilie getrennt und seinerzeit 55.000 Euro dafür erhalten.

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Die Signale, die der Bernsdorfer Bürgermeister Harry Habel (CDU) aus Wiednitz erhalten hat, sind andere. In der Elternversammlung hieß es, dass keine neue Kita, sondern der Verbleib am jetzigen Standort gewünscht werde. Und was die ehemalige Schule angeht, so weiß er, dass deren Eigentümerin ganz andere Preisvorstellungen habe als die Summe, zu der sich die Stadt seinerzeit davon getrennt hat.

Zur Erinnerung: Die Immobilie war im März 2016 bei eBay-Kleinanzeigen aufgetaucht, inseriert von der Eigentümerin. Da wurde die 1998 geschlossene Schule samt Mehrfamilienhaus und Nebengelass auf dem rund 5.000 Quadratmeter großen Grundstück für 135.000 Euro angeboten.

Aus Sicht von Markus Neumann (Freie Wähler/BKC), der Wiednitzer Ortsvorsteher und zugleich Mitglied des Bernsdorfer Stadtrates ist, wäre der zwischenzeitlich angedachte Neubau einer Kindertagesstätte optimal, mit mehr als zwei Millionen Euro aber auch deutlich teurer gewesen, als die nun favorisierte Sanierung. Von den Wiednitzern wisse er, dass es sehr wohl geteilte Meinungen zum jetzigen Standort der Kindertagesstätte gibt. „Die einen sagen, er ist zu weit draußen. Andere sind gerade von der Lage und dem großen Außengelände begeistert.“ Diese Begeisterung teilt übrigens auch der Bürgermeister. „Der Park ist tatsächlich einzigartig“, erklärte er in der Runde und ließ durchblicken, dass er sich mit einem Neubau schwergetan hat. „Wir werden sehen, wie sich in den nächsten Jahren alles entwickelt.“

Die im Sommer öffentlich vorgestellten Pläne zur Errichtung einer neuen Kita im Bereich des Bolzplatzes an der Sporthalle in Wiednitz wurden im Jahresverlauf wieder ad acta gelegt. Der Ursprungsgedanke war gewesen, ein grenzüberschreitendes Projekt mit den Nachbargemeinden in Brandenburg auf die Beine zu stellen. Die länderübergreifende Konstellation macht jedoch letztlich alles zu kompliziert.

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