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Willkommen zum Zuse-Computer-Stammtisch

Jeden ersten Freitag im Monat geht es um historische Technik und aktuelle Entwicklungen.

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Gerhard Walter (l.) und Wolfgang Kunde zeigen den Raspberry Pi (Mitte), auf dem das Lernprogramm zum ersten frei programmierbaren Homecomputer der DDR LC 80 lauft.
Gerhard Walter (l.) und Wolfgang Kunde zeigen den Raspberry Pi (Mitte), auf dem das Lernprogramm zum ersten frei programmierbaren Homecomputer der DDR LC 80 lauft. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Wenn Vereine neue Projekte entwickeln und umsetzen, zeigen sie Zukunftsfähigkeit. Das tut gerade das Konrad- Zuse-Forum mit seinem Zuse-Computer-Stammtisch, der seit Kurzem im Zuse-Computer-Museum ZCOM stattfindet. An jedem ersten Freitag im Monat von 16 bis 18 Uhr treffen sich Jugendliche und vor allem Erwachsene im Bit-Labor, die Interesse an historischer Rechentechnik haben und sicheres Wissen zum kritisch-reflektierenden Umgang mit heutigen Medien erwerben wollen, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Konrad-Zuse-Forums, Wolfgang Kunde.

Mitglieder des Vereins, ZCOM-Mitarbeiter und künftig auch Experten von außerhalb halten Impulsvorträge zu verschiedenen Themen. Soweit möglich können die Stammtisch-Teilnehmer im ZCOM Rechenmaschinen aus früheren Zeiten im Betrieb erleben. Aktuelle Entwicklungen der Digitaltechnik und ihre Nutzungsmöglichkeiten werden ebenfalls besprochen, und jeder darf Fragen zum Umgang mit seinem Smartphone oder Computer stellen.

Am 5. November steht beim Zuse-Computer-Stammtisch die Speichertechnik der Vergangenheit im Mittelpunkt, sagt das Vorstandsmitglied des Konrad-Zuse-Forums Gerhard Walter. 1890 wurde in den USA mit Hilfe von Lochkarten eine Volkszählung durchgeführt, und ca. hundert Jahre später wurden immer noch Computer im Rechenzentrum Hoyerswerda mit Lochstreifen betrieben. Am 3. Dezember wird der erste programmgesteuerte, frei programmierbare Rechner von Prof. Konrad Zuse aus dem Jahr 1941 gewürdigt, der die Entwicklung moderner Medien maßgeblich angestoßen hat, sagt Gerhard Walter.

Perspektivisch könnten Programmierungsmöglichkeiten des Mini-Computers Raspberry Pi vorgestellt werden. Das ist eine etwa handtellergroße Entwicklerplatine, der zum kompletten Rechner nur Bildschirm und Tastatur fehlen. Der Raspberry Pi ist internetfähig, darauf läuft ein Open-Office-Paket und er kann noch vieles mehr, macht Gerhard Walter neugierig.

Nun braucht ein langfristig angelegtes Projekt natürlich auch eine stabile Finanzierung. Das Konrad-Zuse-Forum erhält Zuwendungen über das im Sommer gegründete Mediennetzwerk Lausitz. Dieses wird von der Sächsischen Landesmedienanstalt finanziert, und alle teilnehmenden soziokulturellen Einrichtungen und Museen, zu denen auch das ZCOM gehört, wollen vor allem die Medienbildung von Erwachsenen verbessern, erklärt Wolfgang Kunde.

Der Träger des Medienetzwerkes im Wirkungskreis Hoyerswerda-Weißwasser-Niesky ist die KulturFabrik Hoyerswerda. Veranstaltungen des Zuse-Computer-Stammtisches können auch in Weißwasser und Niesky wiederholt werden.