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Winterfestmachung für den vierrädrigen Freund

Höchste Zeit für den Wechsel auf Winterreifen – und einen Rundum-Check samt Lichttest am besten gleich mit

Von Uwe Jordan
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Winter-Check, Lichttest und Wechsel auf Winterreifen sind Teamwork. Alles wird protokolliert, was am Fahrzeug gearbeitet wurde.
Winter-Check, Lichttest und Wechsel auf Winterreifen sind Teamwork. Alles wird protokolliert, was am Fahrzeug gearbeitet wurde. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Eine alte Regel sagt: „Von O bis O“, also von „Oktober bis Ostern“ sollen Winterreifen gefahren werden, in der anderen Zeit des Jahres Sommerreifen. Wie bei vielen Regeln ist auch diese eine, die nicht auf den i-Punkt festgelegt ist: Zum einen kann das Osterdatum je nach Jahr ziemlich variieren; es gab ja bisweilen schon „weiße Ostern“ – und andererseits hat der Herbst nicht selten „Goldene Tage“; gerade die letzte Oktoberwoche 2021 war ja so ein Beispiel. Also tut man gut daran, als Faustregel gelten zu lassen: Wenn die Temperaturen dauerhaft unter 5 Grad Celsius sinken, ist es ratsam, auf Winterreifen umzusteigen.

Das heißt: Rechtzeitig bei der Werkstatt einen Termin besorgen; denn auf diesen Gedanken kommen viele. So ist es auch dem immer etwas säumigen Autor dieser Zeilen ergangen – immerhin ganz am Anfang des Novembers hat er seinen Winterreifen-Termin im Hoyerswerdaer Autohaus Kieschnick bekommen.

Und nicht nur für den Reifenwechsel, sondern gleich noch für den Winter-Check; den Lichttest und eine kurze Batterie-Diagnose. Ein wegen schwacher Batterie in der Kälte nicht mehr anspringender Wagen ist eine Horror-Vorstellung. Und wenn es länger dunkel wird, ist es besonders wichtig, mit perfekt eingestellten Scheinwerfern „auf die Piste“ zu gehen – nicht nur des eigenen Sehens wegen, sondern auch, damit Entgegenkommende nicht geblendet werden. Wer Betroffener von „Blendern“ war, weiß man, wie unangenehm solch eine Situation ist. Der Fachmann kann mit professioneller Technik und wenigen Handgriffen Abhilfe schaffen, wo Abhilfe not tut.

Umfangreiche Prüfliste

Professionalität und entsprechende Technik, kombiniert mit der Kontrolle alles dessen, was beim Selbermachen vielleicht vergessen wird, sind weitere Argumente, seinen Wagen einer Werkstatt anzuvertrauen, Gewiss kann man, sofern handwerklich-kraftfahrzeugtechnisch begabt, vieles selber machen – aber ein besseres Gefühl ist es meist doch, wenn Fachleute sich der Sache annehmen. Die Liste ist ziemlich umfangreich; umfasst nicht nur das Nachprüfen der Betriebsflüssigkeiten, sondern auch eine Inaugenscheinnahme der Fahrzeug-Unterseite und des entsprechenden „Außenlebens“ – und wer verfügt schon über eine Hebebühne oder auch nur eine Grube in der Garage? Nicht zuletzt ist die Probefahrt nach ausgeführter Arbeit zu nennen. Was man im Alltagsbetrieb aus Gewöhnung an sich anbahnenden Mängeln übersieht oder überhört – der Testfahrer findet es gewiss. Ein weiterer Vorteil der Werkstatt-Variante: Wenn Mängel festgestellt werden, ist meist das passende Ersatz- oder Austauschteil (Scheibenwischerblätter ...) vorrätig und es kann sofort dem Übelstand abgeholfen werden. Andererseits kommt in Sachsen Reifen hinzu, dass die nicht benötigten Räder vom Autohaus während der Ruhephase eingelagert werden können – auch das ist ja eine Erleichterung für den Autobesitzer.

Allrounder? Spezialist ist besser!

Ja, aber warum nun überhaupt dieses Wechseln? Es gibt doch Allwetter- also Ganzjahresreifen, die den gesetzlichen Erfordernissen entsprechen. Und ist es nicht eine Preisfrage? Ein Satz Sommer- und ein Satz Winterreifen – das ist doch das Doppelte von einem Satz Allwetterreifen. Schon – aber wenn die Reifen dauerhaft im Einsatz sind, verschleißen sie auch schneller, müssen eher durch ganz neue ersetzt werden, und dann heißt die Rechnung eben: zwei Sätze Allwetterreifen; und diese Variante ist im Regelfall sogar teurer als zwei Sätze Spezialisten. Und bei extremen Bedingungen arbeitet ein Ganzjahresreifen nicht so gut wie ein für bestimmte Temperaturverhältnisse ausgelegtes Produkt.

Profil ist gefragt

Was nicht vergessen werden darf: Nur mit der entsprechenden Profiltiefe funktionieren Reifen auch so, wie sie sollen! Auf dem Einlagerungsschein für die Reifen beziehungsweise Kompletträder wird dezent darauf hingewiesen: „Gesetzliches Minimum = 1,6 mm / Empfohlen: Sommerreifen = 3,0 mm; Winterreifen 4,0 mm“. Dann hat man ja Zeit genug, zu überlegen, ob man beim nächsten Reifenwechsel nicht gleich doch ganz neue aufziehen lässt. Ein sichereres Gefühl ist es auf jeden Fall.

Eric Hentschel, Auszubildender im 1. Lehrjahr im Autohaus Kieschnick, zieht per Präzisionsschrauber passgerecht die Muttern der Winterreifen am Daihatsu Copen an.
Eric Hentschel, Auszubildender im 1. Lehrjahr im Autohaus Kieschnick, zieht per Präzisionsschrauber passgerecht die Muttern der Winterreifen am Daihatsu Copen an. © Foto: Uwe Jordan
Facharbeiter Max Neumann überwacht, dass Schülerpraktikant Tobias Merker den korrekten Reifenluftdruck einstellt: Dieser Wagen hätte gerne 2,4 Bar (Kilopond -kp/cm2).
Facharbeiter Max Neumann überwacht, dass Schülerpraktikant Tobias Merker den korrekten Reifenluftdruck einstellt: Dieser Wagen hätte gerne 2,4 Bar (Kilopond -kp/cm2). © Foto: Uwe Jordan