merken
PLUS Hoyerswerda

„Wir arbeiten weiter – auch in schwieriger Zeit“

Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa zieht Bilanz für 2020.

Zu den Stützen des Lohsaer Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus gehören Gabriele Trentzsch aus Knappenrode und Andreas Löpke aus Hoyerswerda (hier am Handrij-Zejler-Denkmal).
Zu den Stützen des Lohsaer Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus gehören Gabriele Trentzsch aus Knappenrode und Andreas Löpke aus Hoyerswerda (hier am Handrij-Zejler-Denkmal). © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. Weltoffen und vielseitig engagiert er sich für Kultur, Geschichtspflege und Begegnungen. Und das nicht nur für Lohsa, sondern für die Region. „Wir waren der erste Verein, der sich nach der Wende in Lohsa der Kultur- und Geschichtsarbeit annahm“, resümierte Mitgründer Werner Thomas aus Weißkollm 2014 zum 20-jährigen Bestehen des Fördervereins. 1997 bis 2002 war er selbst Vorsitzender. Seit 2002 ist Reinhardt Schneider aus Lohsa Vorsitzender. Über das besondere Jahr 2020 mit Höhen und Tiefen sprachen wir mit ihm.

Herr Schneider – woran denken Sie zuerst zurück in diesem Jahr?

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Wir denken an einen guten und hoffnungsvollen Start, einen schwierigen Jahresverlauf und an ein kompliziertes Jahresende.

Welche Folgen hatte Corona?

Einige gut vorbereitete Sonderausstellungen und Veranstaltungen mussten wir absagen. In unseren Dauerausstellungen konnten wir lange Zeit keine Besucher empfangen. Das war auch den kleinen Räumen geschuldet. Darin sind Abstandsregeln nur schwierig einzuhalten. Corona-bedingt gab es keine Führungen für Besucher.

Welche Inhalte prägten das Jahr 2020 für den Verein?

Es gab einige gelungene Veranstaltungen. Dazu gehörten das Konzert in der Lohsaer Evangelischen Kirche an der sanierten Rühlmann-Orgel von 1872 mit dem Ensemble „Lusatia“ aus Görlitz und die Buchvorstellung von Robert Lorenz über das Werk „Statistik der Lausitzer Sorben“, herausgegeben 1884-1886 durch den sorbischen Volkskundler Dr. Arnošt Muka (1854-1932) und jetzt erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Höhepunkte waren ebenso die Sonder-Ausstellungen mit Kunstwerken von Karla Kümmig aus Wittichenau im Frühjahr zum Thema „Daheim und unterwegs“ und von Manfred Richter aus Oßling im Herbst zum Thema „Über Gott und die Welt“. Unsere Vereinsausfahrt Ende August führte ins Kloster St. Marienstern Panschwitz-Kuckau und später nach Säuritz ins Atelier und in die Werkstatt des Holzbildhauers Aloysius Scholze. Dieser hat übrigens die Liederbank vor dem Zejler-Smoler-Haus Lohsa geschaffen. Das Jahr 2020 haben wir auch für Arbeitseinsätze am Lehrpfad „Zejlers Lebensstationen in Lohsa“ und zu Arbeiten an den Vereinsarchiven und zur Verbesserung der Dauerausstellungen genutzt. Eine besondere Ehrung erfuhr unser Vereinsmitglied Elke Nagel mit dem Domowina-Preis 2020.

Wie viele Mitglieder hat der Verein heute? Wie bemüht er sich um Nachwuchs?

Aktuell sind wir 44 Mitglieder. Seit der Vereinsgründung blieb die Zahl im Wesentlichen zwischen 40 und 50 stabil. Aber wir sind in dieser Zeit alle älter geworden und freuen uns über jedes neue Mitglied. Bei uns ist jeder willkommen, der sich mit Kultur und Geschichte unserer zweisprachigen Heimat vertraut machen will und für ihre Förderung eintritt.

Musste der Verein Vorhaben notgedrungen verschieben?

Ja. Verschieben mussten wir unter anderem den Sorbischen Abend mit Monika und Bernhard Ziesch aus Jeßnitz bei Crostwitz zum Thema „Geschichte, Trachten und Gesang“. Verschieben mussten wir die Ausstellung „Elefantastisch“ von Gabriele Trentzsch aus Knappenrode, die Ausstellung mit Malereien von Hans-Jürgen Menges aus Litschen, die Jahreshauptversammlung unseres Vereins sowie die Vorträge „Wilder Westen USA“ mit Wilfrid Sauer aus Lohsa und „Peking“ mit Dr. John Chris Pollack aus Weißkollm. Die mit viel Mühe vorbereitete Weihnachtsausstellung „Musikinstrumente im Wandel der Zeit“ ist jetzt eröffnungsbereit. Wir wollen sie frühestmöglich zeigen.

Was hat der Verein sich für 2021 auf die Fahnen geschrieben?

Wir werden für einen Neustart sorgen. Wir wollen möglichst alle Veranstaltungen, die nicht stattfinden konnten, nachholen. Natürlich werden auch die für 2021 geplanten Veranstaltungen abhängig vom Verlauf der Pandemie durchgeführt. Wichtiges Ziel bleibt: Unsere Dauerausstellung „Bedeutende Lohsaer Persönlichkeiten“ wird erneuert! Ein besonderes Bedürfnis ist ein kleines Einweihungskonzert am Klavier, an dem Komponist Jan Paul Nagel das Klavierspielen gelernt hat. Dieses Klavier wurde im Auftrag seines Sohnes Dr. Mato Nagel aus Weißwasser komplett restauriert. Er hat es unserem Verein geschenkt. Ihm und allen, die uns dieses Jahr unterstützten, gilt herzlicher Dank. Für die Begleitung unserer Arbeit danken wir gleichermaßen auch der Gemeinde Lohsa.

Welche langfristigen Vorhaben nimmt sich der Verein vor?

Ein spannendes Vorhaben ist 2022 das von der sorbischen Dach-Organisation Domowina organisierte Zejler-Kocor-Jahr mit vielen Veranstaltungen. Wir wollen dabei mit unseren Möglichkeiten aktiv werden. Alle weiteren Aktivitäten wollen wir in gewohnter Qualität umsetzen. Besonderes Augenmerk gilt der weiteren Verbesserung unserer Dauerausstellung.

Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute für 2021!

Mehr zum Thema Hoyerswerda