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„Wir haben große Pläne“

Hoyerswerdas Oberbürgermeister informierte sich jetzt in Knappenrode über die dortigen Vorhaben.

Das Knappenroder Kulturhaus steht seit 2010 leer. Jetzt mehren sich Anzeichen für einen Verkauf.
Das Knappenroder Kulturhaus steht seit 2010 leer. Jetzt mehren sich Anzeichen für einen Verkauf. © Foto: Uwe Schulz

Knappenrode. Seit reichlich einem Jahrzehnt steht das ehemalige Knappenroder Kulturhaus leer. Nachdem es im vorigen Sommer hieß, es gebe Gespräche mit mehreren Interessenten, scheint sich einer davon mit seinen Plänen für das vor 105 Jahren als Werksgasthaus der Brikettfabrik eröffnete Gebäude als Favorit herauszukristallisieren. Details gibt es noch nicht.

Aber der Hoyerswerdaer Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) hat mit dem Mann schon gesprochen und kann sich einen Verkauf zu einem symbolischen Preis vorstellen. Viel Geld, sagt er, könne die Stadt jedenfalls nicht verlangen. Denn die Substanz des unter Denkmalschutz stehenden Kulturhauses hat seit 2010 doch arg gelitten.

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Hinweis auf Struktur-Fonds

Etwa drei Stunden lang saß der Oberbürgermeister jetzt mit den Knappenroder Ortschaftsräten zusammen, um mit ihnen über die vielfach nicht ganz neuen Probleme und Wünsche im Ort zu sprechen. „Wir haben große Pläne“, meint Ortsvorsteherin Ulrike Neumann. Einerseits. Auf der anderen Seite gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Hoyerswerdas Rathaus in den letzten Jahren nicht nur aus Knappenroder Sicht, sondern auch aus der Sicht der anderen Ortsteile etwas zäh. Es gab jede Menge Schriftverkehr, der nicht immer zu etwas geführt hat. Schon gleich gar nicht schnell. „Wenn man etwas durchsetzen will, braucht man ziemlich viel Ausdauer“, sagt Ortschaftsrat Holger Bredefeld. Ruban-Zeh antwortete, es dürfe nicht passieren, dass die Ortsteile vergessen würden. Und die Knappenroder hörten mit Freude eine klare Ansage des neuen Rathauschefs: „Ich bin Ihr erster Ansprechpartner.

Ortschaftsrat Mirko Leuffert ist zum Beispiel unzufrieden mit der Behandlung der in Bauland umgewandelten Fläche an der Thälmannstraße. Denn es ist nicht unbedingt so, dass mögliche Interessenten direkt mit der Nase auf die schwer erkämpfte Bau-Möglichkeit hingewiesen werden. Und dass der alte Busplatz gleich nebenan immer noch nur eine wenig attraktive Brache ist, stößt Leuffert ebenso auf. Andere Sorgen in Knappenrode betreffen den Umstand, dass die Neuordnung der Buslinien durch den Kreis Bautzen nach dem Stand der Dinge zu einer verschlechterten Verbindung führen würde. Und auf eine Dauer-Diskussion kam das Stadtoberhaupt gleich selbst zu sprechen: „Wir müssen definitiv für Eure Sporthalle eine Lösung finden.“ Denn schon im Sportstättenplan 2012 war das Gebäude an der „Knappenkampfbahn“ mit der Bauzustandsstufe 3 gelistet – als sanierungsbedürftig.

Andere Dinge sind erledigt. Der Pionierpark zum Beispiel wurde 2017/18 auf Vordermann gebracht. Am August-Bebel-Platz gab es eine zumindest parkartige Neugestaltung. Und 2019 ist die Friedrich-Ebert-Straße saniert worden. Wobei hier schon ein neues Problem aufgetaucht ist. Damals wollten die Anwohner einer zugehörigen Stichstraße keinen grundhaften Ausbau. Schließlich werden dafür Ausbaubeiträge fällig. Inzwischen leben dort aber andere Menschen. Und diese finden: So, wie die Stichstraße jetzt ist, kann sie unter keinen Umständen dauerhaft bleiben.

In einer Hinsicht, sagt Ruban-Zeh, sei Knappenrode womöglich besser dran als die anderen Ortsteile. Als ehemalige Industriegemeinde hatte es der Knappensee-Ort bisher nicht immer leicht, an Fördergeld für dörfliche Entwicklung zu kommen. Dafür aber passt nach dem Dafürhalten des Stadtoberhauptes der Fördertopf für die Strukturstärkung in den Noch-Kohle-Regionen auf die einstige Werkssiedlung perfekt: „Wenn Sie dafür Ideen haben, melden Sie sich!“ Die Wirtschaftsförderung, die in der Stadtverwaltung gerade aufgestockt wird, würde sich dann um die notwendigen Schritte kümmern.

Der Antrittsbesuch im Knappenroder Ortschaftsrat soll nun nicht die letzte Visite vor Ort gewesen sein. „Ich werde regelmäßig herkommen“, sicherte Torsten Ruban-Zeh zu. „Schön“, befand daraufhin wohl im Namen aller Ortschaftsräte Bernd Wende.

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