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„Wir wollen jetzt einen drauf setzen!“

Ein neues Projekt des Bürgerchores bringt zwei Zeitalter zusammen.

Der Bürgerchor Hoyerswerda studiert derzeit ein neues Programm im Großen Saal des Bürgerzentrums ein. Es soll mehr sein als ein Konzert. Lieder vergangener Zeiten treffen auf Stücke der Neuzeit. Ein Kontrast, der zum Nachdenken anregt.
Der Bürgerchor Hoyerswerda studiert derzeit ein neues Programm im Großen Saal des Bürgerzentrums ein. Es soll mehr sein als ein Konzert. Lieder vergangener Zeiten treffen auf Stücke der Neuzeit. Ein Kontrast, der zum Nachdenken anregt. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Erstmals im Jahr 2015 trat der Bürgerchor Hoyerswerda in Erscheinung. Zum Anlass des sechszigsten Geburtstages von Gerhard Gundermann im Februar, wurde ein Abend mit seinen Liedern gestaltet – neu arrangiert und interpretiert. Ein gutes halbes Jahr Vorbereitung ging voraus. Dieser, damals zu diesem Zweck gegründete, Chor kann nun schon auf einige Projekte, Auftritte und sogar gemeinsame Reisen zurückblicken.

Nach dem Geburtstag kam die Eröffnung des Bürgerzentrums, dann ein Programm mit deutschen Rock- und Popklassikern. Zuletzt war es ruhiger geworden, nachdem im letzten Herbst eine Konzertreise bis nach Baden-Württemberg führte.

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„Es ging über fünf Jahre Non-Stop“, resümiert Andre Bischof die Zeit, seitdem er Leiter des Bürgerchores ist. Eine Pause zum Verschnaufen und Kräfte-Sammeln war nötig. Dann sollte es eigentlich im April mit Proben zu einem neuen Projekt losgehen, aber auch hier kam die Pandemie dazwischen. Nun wurden im September die Proben wieder aufgenommen. Natürlich alles unter Beachtung der aktuellen Vorschriften. Etwa 60 Sänger kommen also im Saal der Braugasse 1 mit Abstand zusammen und lassen sich anleiten.

Das neue Programm macht eine Zeitreise und Gegenüberstellung möglich. Unter dem Arbeitstitel „100 Jahre später“ geht es um Parallelen und Widersprüche. Ein Brückenschlag soll gelingen – in die Zeit um 1920. Dafür wurden Titel aus der damaligen Zeit gewählt, die auf jüngere Stücke, wie auch von Gundermann, treffen und somit heute eine neue Sicht auf die Dinge ermöglichen.

Ist es heute wie damals so, dass eine Katastrophe auf die nächste folgt? So eine These von Olaf Winkler, der die inhaltliche Arbeit unterstützt und selbst Sänger im Chor ist. Es geht darum, eine gewisse Spannung zu provozieren, so der Dramaturg. Damals war Berlin das musikalische Zentrum – gute Musiker trafen auf begabte Texter. Diese Lebensenergie und Lust ist auch heute wieder zu spüren. Gerade mit Blick auf die vergangenen Monate.

Der Chor muss nun mit einigen musikalischen Raffinessen umgehen und die Spannung aushalten, die politische Aussagen Gundermanns und der scharfsinnige Witz hervorrufen. Jeder ist gefragt. Andre Bischof wünscht sich die Interaktion. „Es ist ein kommunikatives Hin und Her.“ Mit kurzen Zwischentexten wird das Programm ergänzt. Es soll nicht nur ein Konzert sein, sondern den Zuschauer umtreiben, wenn die Moritat von Mackie Messer auf das Räuberlied von Gundermann trifft.

„Wir wollen jetzt einen drauf setzen!“ Die Männer sind sich einig und auch gespannt auf die Dynamik dieser Ideen.

Sänger können sich auch noch anschließen, wenn montags um 18.30 Uhr geprobt wird.

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