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XXL-Mühlenradschnitzel an der Spreewehrmühle in Cottbus

Das technisches Denkmal wird 222 Jahre alt. Die benachbarte Gaststätte hat einen Gag parat.

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Die Cottbuser Hobby-Künstlerin Gudrun Harzbecher hatte bereits vor mehreren Jahren ihr Atelier kurzerhand auf die Spreewehrinsel verlegt und die historische Spreewehrmühle gemalt.
Die Cottbuser Hobby-Künstlerin Gudrun Harzbecher hatte bereits vor mehreren Jahren ihr Atelier kurzerhand auf die Spreewehrinsel verlegt und die historische Spreewehrmühle gemalt. © Foto: Beowulf Kayser

Von Beowulf Kayser

Cottbus. Das riesige Wasserrad an der Spreewehrmühle in Cottbus dreht sich wieder. Zu den Öffnungszeiten und besonderen Anlässen kann man das Klappern der 1801 in Betrieb genommenen Öl-, Gräupchen-, Hirse- und Getreidemühle weithin hören und auch ganz nah miterleben. Dazu hat sich das benachbarte Restaurant „Spreewehrmühle“ einen besonderen Gag einfallen. Hier steht nämlich ein „XXL-Mühlenradschnitzel“ auf der Speisekarte. Mit einem Gewicht von rund 300 Gramm erinnert das Schweinerückenschnitzel mit Bratkartoffeln, zwei Spiegeleiern und Gewürzgurken an den „Antreiber“ des technischen Denkmals am Großen Spreewehr.

Sieben Jahre mussten die Mühlenfans warten, bis sich im Vorjahr das hölzerne Wasserrad nach großer Reparatur erstmals wieder drehte. „Damit gehört unsere Spreewehrmühle weiterhin zu den wenigen noch erhaltenen Flussmühlen in den neuen Bundesländern“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Cottbuser Mühlenvereins, Ralf Müller. Richtig gemahlen, wie vor 222 Jahren, wird allerdings schon lange nicht mehr. Der Malvorgang wird aber für die Besucher an einem kleinen Modell demonstriert. Auch eine Mühlenprinzessin, wie zu Zeiten von „Mühlenknecht“ Jochen Rädisch, gibt es nicht mehr. „Wir sind doch kein Märchenschloss, sondern ein technisches Denkmal“, so der Vereinschef.

Ganze vier „Hansels“ gehören jetzt noch zu seiner inzwischen in die Jahre gekommenen Vereinsriege. Davon beherrschen nur die Hälfte die technischen Abläufe der seit 1985 unter Denkmalschutz des Landes Brandenburg stehenden Wassermühle. Der 2007 gegründete Verein sucht deshalb „händeringend“ nach Verstärkung und neuen Mitgliedern, die vor allem auch handwerklich begabt sind. Trotzdem kann der kleine Verein stolz sein. Immerhin kamen pro Jahr über 500 bis 1.000 Schaulustige, Wassertouristen, Jogger und Spaziergänger in und an die Mühle am Schnittpunkt von sechs großen Wanderwegen.

Mit besonderen Schautagen ist das technische Denkmal bereits zu Ostern erfolgreich in die neue Saison gestartet. „Auch am Deutschen Mühlentag Pfingstmontag wollen wir wieder kräftig mitmischen“, erklärte der Vereinsvorsitzende. Da gibt es Sonderführungen in der Spreewehrmühle, Mehl-Demos und musikalische Unterhaltung. Auch das gute Verhältnis zum gastronomischen Nachbarn soll gestärkt werden. Das XXL-Mühlenradschnitzel ist dabei nicht die einzige Spreewälder und Lausitzer Delikatesse auf der Speisekarte in dem von Kathleen Hajek geführten Ausflugrestaurant am Großen Spreewehr. Also dann „Glück zu“ für Mühle und Restaurant, wie es in dem alten Müllergruß heißt.

Service: Öffnungszeiten der Spreewehrmühle immer Donnerstag und jeden 3. Samstag und Sonntag im Monat jeweils 14-17 Uhr, Telefon 0355 474745 oder E-Mail [email protected]; Restaurant Spreewehrmühle Mi.-So., ab 11.30 Uhr, Telefon 0355 4945950