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„Zehn Jahre Pionierarbeit“

Der Ferien- und Freizeitpark am Geierswalder See ist sommers ein gut belegter Platz. Kann das auch in der Nebensaison gelingen?

Diesen Container hat Campingplatzbetreiber Martin Tinko erst vor einigen Wochen errichten lassen. Es ist wieder ein Schritt in Richtung mehr Professionalität. Hier ist die Rezeption zu finden. Gäste melden sich hier an.
Diesen Container hat Campingplatzbetreiber Martin Tinko erst vor einigen Wochen errichten lassen. Es ist wieder ein Schritt in Richtung mehr Professionalität. Hier ist die Rezeption zu finden. Gäste melden sich hier an. © Foto: Juliane Mietzsch

Geierswalde. Wenn sich Martin Tinko so auf seinem Campingplatz am Geierswalder See umschaut und zurückdenkt, dann beschreibt er, 2006 an diesem Ort lediglich eine Wiese ohne Strom, Wasser und andere Medien vorgefunden zu haben. Bis heute liege keine Telekommunikation an, ergänzt er. „Das waren zunächst zehn Jahre Pionierarbeit“, ist sich der Unternehmer sicher. „In den letzten Jahren haben die Struktur und die Bemühungen gefruchtet.“

Der Ferien- und Freizeitpark am Geierswalder See ist mittlerweile zum festen Anlaufpunkt im Lausitzer Seenland geworden. Der Betreiber Martin Tinko spricht in diesem Zusammenhang davon, dass er langsam an die Kapazitätsgrenzen komme. Das etwa zweieinhalb Hektar große Areal ist Caravan- und Wohnmobilstellplatz, verfügt aber auch über sieben Mobilheime. Diese sind aktuell bis in den Herbst hinein ausgebucht. Zelten ist auf dem Gelände ebenso möglich.

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Inlandstourismus beliebter

Der verzögerte Saisonstart hat sich insofern bemerkbar gemacht, als dass viel Aufklärungsarbeit geleistet werden musste, was gerade erlaubt sei und was eben nicht. Dennoch hat sich gezeigt, dass die Anfragen, wie in den Vorjahren, mittlerweile ganz von alleine kommen. Überhaupt hat vor allem das vergangene Jahr an den Tag gebracht, dass der Inlandstourismus stark zugenommen hat, so hat es Martin Tinko beobachtet. Der Platzbetreiber hofft auf eine Stabilität in diesem Bereich.

Im vergangenen Jahr konnte beispielsweise der späte Start noch kompensiert werden. Ob das auch 2021 möglich sein wird, zeige sich erst noch. „Von null auf hundert, das war ein ganz besonderes Stresslevel“, schaut der Unternehmer ein paar Wochen zurück. Das Beherbergungsverbot hat zu einem Ausfall von insgesamt sieben Wochen geführt – und einer „Unmenge an Stornierungen“. Doch bei dieser Art von Urlaub ist das Abstandhalten kaum ein Thema, außerdem ist alles im Freien, erklärt der Campingplatzbetreiber. Dennoch hat die ganze Situation dazu geführt, dass eine Auseinandersetzung mit neuen Themenfeldern erfolgen musste. Doch er erzählt auch, dass es einen guten Kontakt zum Gesundheitsamt und dem Hotel- und Gaststättenverband gab, wenn es um Fragen oder Empfehlungen ging.

Die Klientel des Ferien- und Freizeitparks ist laut dem Betreiber überhaupt sehr umgänglich. „Der Großteil ist ziemlich locker, sie sind schließlich im Urlaub.“ Die Mehrheit der Gäste machen Sachsen aus. Auf etwa 30 Prozent schätzt Martin Tinko den Anteil der Tschechen ein. Das habe vor allem mit einer gezielten Werbung zu tun, einem günstigen Wechselkurs, dem gestiegenen Lohnniveau und der sportlich aktiven Einstellung, zählt er auf. „Wir sind hier eine Aktivregion. Die Vielfalt des Seenlandes zu erleben, ist gar nicht in einer Saison zu schaffen.“

Nachfrage übersteigt Kapazitäten

Für den Platz selbst nimmt Martin Tinko keine Reservierungen entgegen – das sei nicht gastfreundlich, ist seine Meinung. Die Wiese hat in diesem Sinne auch keine Parzellen. Nur die Mobilheime haben logischerweise einen Belegungsplan. Sie sind 2007 angeschafft worden und erfreuen sich einiger Beliebtheit.

Auch hier sieht Martin Tinko einen Zusammenhang zu dem allgemeinen Reiseverhalten in diesen Zeiten. „Flugreisen sind teuer und der Aufenthalt im Ausland risikobehaftet.“ Nach einer spontanen Einschätzung übersteigt der Bedarf die Kapazitäten etwa um 40 Prozent. „So viel größer können wir hier nicht werden.“ In der Nebensaison und bei schlechtem Wetter stehen dann wiederum Flächen zur Verfügung. Das Saisongeschäft bringt nun mal dieses Ungleichgewicht mit sich.

Wie geht es weiter?

Der See ziehe vor allem Gäste an, weil der Leuchtturm und die schwimmenden Häuser Alleinstellungsmerkmale sind, ist für Martin Tinko klar. Dieses Zusammenspiel ermöglicht auch das Angebot ganz verschiedener Unterkunftsarten auf relativ kleinem Raum, in örtlicher Nähe zueinander. „Das ist in der Hochsaison kein Geheimtipp mehr.“ Jetzt muss es nur noch klappen, dass die Gegend auch im Winter für Gäste attraktiv ist, wünscht sich der Selbstständige. Aber der Blick geht auch noch weiter in die Zukunft: „Wie geht es mit dem Wassermangel weiter?“

Doch vorerst wird weiter am stetigen Wachstum gearbeitet, obwohl das Fehlen saisonaler Arbeitskräfte ein Problem darstellt. Zunächst sei eine Person für die neue Rezeption denkbar, die jetzt noch vom Stellplatzleiter besetzt wird, der allerdings in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht.

Hier ist für jeden etwas dabei: Es ist Platz für Dauer- und Langzeitcamper sowie spontane Gäste mit Caravan, Wohnmobil oder Zelt. Mobilheime stehen auf dem Platz am Geierswalder See auch zur Verfügung.
Hier ist für jeden etwas dabei: Es ist Platz für Dauer- und Langzeitcamper sowie spontane Gäste mit Caravan, Wohnmobil oder Zelt. Mobilheime stehen auf dem Platz am Geierswalder See auch zur Verfügung. © Foto: Juliane Mietzsch

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