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Hoyerswerda
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Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff war die Kraft aufgebraucht

Auch wenn Hoyerswerda im Sachsen-Pokal ausgeschieden ist – es war eine gute Generalprobe für den Sachsenliga-Neustart.

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Dario Feuerriegel war mit zehn Treffern der erfolgreichste Hoyerswerdaer Schütze in Freiberg. Aber es reichte nicht ganz.
Dario Feuerriegel war mit zehn Treffern der erfolgreichste Hoyerswerdaer Schütze in Freiberg. Aber es reichte nicht ganz. © Foto: Werner Müller

HSG Freiberg II 33 (15)
LHV Hoyerswerda 29 (16)

Freiberg. Es klingt überraschend, wenn „Verbandsligist“ Freiberg II in der 2. Hauptrunde des Handball-Molten-(Sachsen-)Pokals, also im Achtelfinale, dieses Treffen gegen den Eins-höher-klassigen Sachsenligisten LHV mit 33:29 gewonnen hat. Wenn man aber bedenkt, dass am Sonntagabend bei den Freibergern sechs Spieler aus dem Kader der MHV-Männer im Einsatz waren (also ein komplettes Team der Mitteldeutschen Liga, wiederum eins über Hoyerswerda), dann kann man schon sagen, dass der Favorit eine Runde weiter gekommen ist. Wenn man weiter bedenkt, mit welch dezimierten Kader die Lausitzer angetreten sind, dann kann man nur den Hut ziehen.

LHV-Trainer Conni Böhme war daher auch nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Männer: „Was wir bis zur 50. Spielminute gezeigt haben, war richtig gut. Danach hat leider die Kraft gefehlt und die Freiberger konnten mit ihren erfahrenen Spielern den Sieg nach Hause bringen.“

Dabei waren die Vorzeichen auf Hoyerswerdaer Seite alles andere als Hoffnung machend: Tobias Sieber, Alexander Canbek, Fabian Knofe, Patrick Michel und Henry Schacht standen auf Grund der 2G-Bestimmung nicht zur Verfügung; dazu kamen auf der „Nicht-verfügbar“-Liste Gary Biele (Corona-Quarantäne) und Tim Baugstatt (verletzt). Die Wechselalternativen der Lausitzer waren also von Beginn an begrenzt, dennoch freuten sich alle, endlich wieder auf dem Parkett stehen zu können, um den geilsten Sport der Welt zu spielen.

Die Partie begann furios: Hoyerswerdas Dario Feuerriegel zeigte gleich ein tolles Rückraumtor zum 0:1. Die Gastgeber glichen aus, aber die LHVer blieben danach die gesamte erste Spielhälfte in Führung. Dabei war es beachtlich, wie wenig technische Fehler das Team machte. Im Ballbesitz wurden die Angriffe taktisch klug ausgespielt und fast jede Überzahlsituation konnte genutzt werden. Das gefiel auch den zahlreich mitgereisten LHV-Fans, die wie immer eine tolle Stimmung machten. Alle staunten ein wenig, dass das junge Hoyerswerdaer Team zum Seitenwechsel mit 16:15 in Führung lag.

Aber wie lange würde die Kraft der Zuse-Städter reichen (auch wenn die LHV-Bank versuchte, jedem eine kleine Pause zu geben)? Nach langer Verletzungspause kehrte nun Nico Köppner auf seine Außenposition zurück und er fügte sich gleich super ins Team wieder ein. Und das setzte ein nächstes Achtungszeichen, als Ben Krahl das 20:17 in Unterzahl erzielte (35.). Leider verletzte sich in der zweiten Spielhälfte auch noch Ben Nitzsche leicht, sodass die Hauptverantwortung nun auf den beiden erfolgreichsten LHV-Torschützen Dario Feuerriegel (10) und Nils Nitzsche (8) lag.

Beide rieben sich weiter im Angriff auf und die Kräfte schwanden langsam. Die Freiberger brachten nun auch noch einmal ihre stärkste Formation auf die Platte. Nils Nitzsche erzielte die 28:26-LHV-Führung (53.) – dann aber waren die LHVer stehend k. o. Die Freiberger nutzten dies durch sechs Treffer in Folge zum 32:28. Am Ende siegten die Gastgeber nicht unverdient mit 33:29, wobei 19 der HSG-Treffern von Spielern des MHV-Kaders erzielt worden.

Die LHVer konnten erhobenen Hauptes das Feld verlassen, hatten sie doch sehr viel richtig gemacht und am Ende wegen der schmalen Bank verloren. Die Generalprobe für das Spiel gegen Sachsenliga-Tabellenführer Zwickau war erfolgreich. Das Spiel hat gezeigt: egal, wer auf welcher Position auf dem Feld steht – jeder spielt nach dem Schlachtruf „LHV – kämpft wie Sau“. Und so freuen sich die Männer auf die Fans, wenn am nächsten Sonntag um 17 Uhr der Ball im BSZ „Konrad Zuse“ fliegt. (LHV)

LHV Hoyerswerda: Robert Conrad, Niclas Schäfer - Nils Nitzsche (8), Dario Feuerriegel (10/1), Nico Köppner, Stan Altmann (1), Christian Herzer (1), Tony Jäschke, Ben Krahl (4/1), Ben Nitzsche (2), Tom Baugstatt (3) // Trainer/Betreuer: Conni Böhme, Christian Bartoszek, Tim Baugstatt