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Zerstörungswut ärgert die Bernsdorfer

Die Freizeitanlage „Bike & Chill“ ist betroffen. Mehrere Jungs stellen sich freiwillig den Konsequenzen.

Mit Begeisterung haben die Bernsdorfer Biker und Scooter-Fahrer am 18. September vergangenen Jahres die Freizeitanlage „Bike & Chill“ in Besitz genommen.
Mit Begeisterung haben die Bernsdorfer Biker und Scooter-Fahrer am 18. September vergangenen Jahres die Freizeitanlage „Bike & Chill“ in Besitz genommen. © Archivfoto: Gernot Menzel

Bernsdorf. Ein beschädigtes Fallrohr. Zwei abgerissene Leuchten. Verschmutzte Wände. Schmierereien. Holzbalken, die rüde mit einem scharfen Gegenstand bearbeitet wurden. Ein Abfallbehälter, in dem es wiederholt gebrannt hat. Das alles hat Konsequenzen: Die Wetterschutzhütte auf dem Freizeitgelände „Bike & Chill“ an der Rathausallee in Bernsdorf wurde vom Bauhof mit Zaunsegmenten eingehaust. Sie ist nun: „Wegen Vandalismus gesperrt!“

Es waren nicht die ersten mutwilligen Beschädigungen auf der im September vergangenen Jahres eingeweihten Anlage, die sich die Stadt etwas mehr als 200.000 Euro kosten lassen hat und die im weiten Umkreis ihresgleichen sucht. Monatelang ging alles gut. Zuletzt nahm die Zerstörungswut allerdings überhand, sodass der Stadt nichts anderes übrig blieb, als die Wetterschutzhütte bis auf Weiteres zu sperren.

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Enttäuschendes Verhalten

Nicht nur Bürgermeister Harry Habel (CDU) ärgert sich maßlos über das Geschehene. So kommentiert ein Bernsdorfer auf Facebook die Mitteilung der Stadt über den anhaltenden Vandalismus: „Leider musste ich selber schon mehrfach eingreifen, um eine mutwillige Zerstörung zu vermeiden. Auch der bereits dritte zerstörte Reifen der Räder meiner Kinder zeigt, dass eine Wertschätzung nicht gegeben ist.“ Und die Stadt selbst schreibt: „Es ist für uns einfach nur traurig und nicht nachvollziehbar, wieso man Dinge mutwillig zerstört, aus denen man einen positiven Nutzen zieht.“

Der Bürgermeister spricht von einem Schaden von 5.000 Euro. Immerhin seien die Verursacher der Schäden bekannt. Die Zerstörung des Fallrohres, die schon etwas zurückliegt, geht auf die Kappe von zwei Jungs. Reumütig seien diese gemeinsam mit Silvio Thieme, dem Leiter des Mehrgenerationenhauses, der auch ein Auge auf das Geschehen auf dem „Bike & Chill“-Gelände hat, ins Rathaus gekommen, so der Bürgermeister. Die Jungs leisten mit gemeinnütziger Arbeit Wiedergutmachung. Das Fallrohr wurde vom Bauhof ersetzt.

Gesprächstermin mit Eltern

Auch wer für die jüngsten Schäden verantwortlich ist, sei nach Auskunft des Bürgermeisters bekannt. Drei Jungs seien bei ihm im Rathaus gewesen und hätten gemeint, dass die Leuchten beim Ballspielen aus Versehen getroffen wurden. Nach Auskunft von Harry Habel seien die drei Jungs zuvor von älteren Jugendlichen aufgefordert worden, zur Stadt zu gehen. „In der kommenden Woche wird es ein Gespräch mit den Eltern geben“, kündigte der Bürgermeister an, der auch den Bürgerpolizisten mit hinzuziehen wird. „Den angerichteten Schaden muss jemand bezahlen“, sagt er.

Und angesichts der anhaltenden Verschmutzung im Innern des Unterstandes sollte klar sein, dass sich Unbefugte nach wie vor Zugang zu diesem verschaffen. Auch durchtrennte Kabelbinder, die eigentlich die Zaunfelder halten sollten, lassen eigentlich keinen anderen Schluss zu.

Ein erster Auftrag für Reparaturarbeiten sei inzwischen ausgelöst worden, ist von Bauamtsleiter Dirk Lieback zu erfahren. Ein weiterer Auftrag ist in Vorbereitung. Ziel sei es, die Schutzhütte zeitnah wieder zur Nutzung freizugeben, spätestens bis 25. Juni. Der Rest der Anlage, deren Herzstück der asphaltierte Pumptrack ist, ist von der Sperrung nicht betroffen.

„Die jungen Leute sollten immer daran denken, dass das ihre Anlage ist“, betont der Bürgermeister, der sich freut, dass diese nicht nur von den Bernsdorfern, sondern auch von Auswärtigen sehr geschätzt und stark frequentiert wird. Froh ist er zudem darüber, dass sich die Nutzer der Anlage gegenseitig im Blick haben und auch Einfluss nehmen, wenn das nötig ist. „Dieser Selbsterziehungseffekt ist wichtig“, erklärt das Stadtoberhaupt. „Und das macht auch Mut für andere Sachen“, fügt er hinzu.

Ein weiterer Bauabschnitt folgt

Eine solche Sache ist auf jeden Fall der dritte Bauabschnitt der Freizeitanlage „Bike & Chill“, der am gestrigen Tag Thema bei einer Beratung im Rathaus war. Für diesen Bauabschnitt wurde auf Initiative von Eltern und begleitet von Sächsischer Aufbaubank und Fraunhofer-Institut eine Spendenaktion im Internet durchgeführt, bei der mehr als 16.000 Euro zusammengekommen sind. Das Geld soll verwendet werden, um eine weitere Schutzhütte, einen Grillplatz und eine separate Graffiti-Wand zu errichten sowie den Komplex mit Fahrradständern und Sitzbänken zu ergänzen. Nach Auskunft des Bauamtsleiters soll das noch in diesem Jahr erledigt werden.

Nachdem es wiederholt und zuletzt größere Zerstörungen gegeben hat, musste die Stadtverwaltung - auch aus Sicherheitsgründen – eine drastische Maßnahme ergreifen. Die Wetterschutzhütte wurde mit Zaunfeldern abgesperrt.
Nachdem es wiederholt und zuletzt größere Zerstörungen gegeben hat, musste die Stadtverwaltung - auch aus Sicherheitsgründen – eine drastische Maßnahme ergreifen. Die Wetterschutzhütte wurde mit Zaunfeldern abgesperrt. © Foto: Ralf Grunert

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