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Zweieinhalb Jahre bis zur neuen Pracht

Mit dem Bürgerhaus am Spremberger Markt geht es jetzt mit Beteiligung der Öffentlichkeit zur Sache.

Das Spremberger Bürgerhaus am Markt im Flockenwirbel letzter Woche.
Das Spremberger Bürgerhaus am Markt im Flockenwirbel letzter Woche. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Spremberg. Am Dienstag fand im Rathaus eine Pressekonferenz statt, bei der der Sachstand zum Bürgerhaus der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Bürgermeisterin Christine Herntier machte deutlich, dass das Thema viele Einwohner der Stadt und auch von außerhalb beschäftigt. Andreas Bränzel (CDU), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, bekräftigte dies: „Das Interesse ist groß, was natürlich auch zeigt, dass sich die Bürger für die Entwicklung ihrer Stadt interessieren“. Die Zeit der Diskussionen über das „hässliche Entlein“ am Markt sei jetzt vorbei, so Bränzel. „Wir haben uns für eine Sanierung des Gebäudes entschieden, weil das die wirtschaftlichste Variante ist. Das haben sich nicht die Stadtverordneten ausgedacht, sondern es ist das Ergebnis eines langen Findungsprozesses mit fachlicher Beratung“.

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Für die Sanierung des Bürgerhauses sind 4,6 Mio Euro vorgesehen. „In diesem Rahmen haben wir uns zu bewegen und keinen Cent mehr“, sagte Bauamtsleiter Gerd Schmiedel. „Wird eine Leistung teurer, muss an anderer Stelle gespart werden. Pfusch wird es aber kein zweites Mal geben“.

Der Sanierungsauftrag wurde europaweit ausgeschrieben. Die Auftragsvergabe an ein Chemnitzer Architekturbüro wurde von den Mitbewerbern nicht angezweifelt. Alles lief also rechtens. Damit das auch zukünftig so bleibt, läuft das Gesamtbauvorhaben mit anwaltlicher Begleitung. Die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Architekturbüro ist einvernehmlich und die Planer ließen wissen, dass das ihrerseits bis zum Bauende auch so bleiben wird. Besonders, was die Einhaltung der Zeitschiene betrifft. Ende 2023 soll das Bürgerhaus in neuem Glanz erstrahlen.

Im ersten Schritt ging es diese Woche nun um die Fassadengestaltung. Von Anfang an stand fest, dass alles unter Bürgerbeteiligung laufen wird. Das Stadium dafür ist nun erreicht, nur das „Wie“ ist durch Corona und Wintereinbruch noch nicht endgültig entschieden. Am 5. März wird die Stadtverwaltung ein Sonderamtsblatt herausgeben, in dem die drei vorliegenden Entwürfe zur Fassadengestaltung vorgestellt und erläutert werden. In einem Forum voraussichtlich am 12. März werden die Architekten ihre Entwürfe erläutern und sich den Fragen der Bürger stellen. Wie genau das ablaufen soll, hängt von den dann geltenden Corona-Regeln ab. Auf jeden Fall wird die Präsenzveranstaltung im Stadtkanal übertragen, der aber auch nicht alle erreicht, weil über Satellit nicht zu empfangen. Deshalb könnte es ein zweites Forum geben. Die drei Entwürfe werden zudem auf Plakaten im Format A 1 am Bürgerhaus ausgehängt. Bis zum 22. April wird das Chemnitzer Architekturbüro die Bürgervorschläge prüfen und einarbeiten, dann erscheint erneut ein Sonderamtsblatt und auf einem abgedruckten Stimmzettel kann dann seitens der Bürger abgestimmt werden. Die Stadtverordnetenversammlung wird bei ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause den entsprechenden Beschluss fassen.

Das Chemnitzer Architekturbüro beschäftigt viele Mitarbeiter. Das ermöglichte es, einen internen Architekturwettbewerb ins Leben zu rufen und die drei Entwürfe kommen aus einem Haus. Sie dürften als sprembergtypisch gelten, weil sich die Architekten zum einen mit der Geschichte der Stadt beschäftigten und zum anderen mit dem Bürgerhaus in seiner unbeliebten Gestalt. Die Substanz scheint in Ordnung zu sein. Gerd Schmiedel lud zu einem Rundgang durch das leer gezogene Gebäude ein. Da wurde vor Ort auch klar, warum die Sanierung am wirtschaftlichsten ist. „Die tragenden Säulen und Querträger werden in 1.000 Jahren noch stehen“, sagte der Bauamtsleiter. Er zeigte dann, wo die Nässe und Fäulnis herkommen. Nämlich von draußen infolge fehlerhafter Bauplanung- und Ausführung. „Zuletzt wurden die, die den Bau abnahmen, auch noch hinters Licht geführt“. Das soll nun kein zweites Mal passieren.

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