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Zwischen Groß-Brand und Turnier-Ausfall

Ziemlich turbulente Monate liegen hinter Hoyerswerdas Hundesportverein „Pfote drauf“.

Axel Görner (rechts) ist der neue Vorsitzende des „Pfote drauf e.V.“, Jens Drzisga sein Stellvertreter.
Axel Görner (rechts) ist der neue Vorsitzende des „Pfote drauf e.V.“, Jens Drzisga sein Stellvertreter. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Rasch war das Urteil des Experten von der Polizei gefällt. „Er hat einen Kurzschluss recht sicher festgestellt“, sagt Axel Görner vom Hundesportverein „Pfote drauf“ über das Feuer, das im Februar auf dem Vereinsgelände zwei Carports vernichtete. In den Unterständen waren vor allem Turniergeräte gelagert. Der Schaden für den Verein mit seinen gut 60 Mitgliedern beläuft sich auf mehr als 22.000 Euro.

Möglich, dass der Kurzschluss durch Wildtierverbiss ausgelöst wurde. Möglich auch, dass der extreme Tag-Nacht-Temperatur-Unterschied eine Rolle gespielt hat. Sicher ist: Bei „Pfote drauf“ ist neben den ohnehin laufenden Ausbauarbeiten am Vereinsgebäude nun auch noch Wiederaufbauarbeit gefragt. So ganz rasch wird das nicht gehen. Wenn der Bauantrag eingereicht ist, so Görner, könnten alle Nachbarn ihre Stellungnahmen abgeben. Und einer der Anrainer des Hundesportplatzes an der Heinestraße ist die Deutsche Bahn. Erfahrungsgemäß, so die Signale aus dem Rathaus, geht‘s dort nicht so schnell.

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Wechsel an der Vorstandsspitze

Axel Görner hat im Mai den Vereinsvorsitz übernommen. Nachdem sich Vorgänger Mario Masson aus privaten Gründen zurückziehen musste, sprang der bisherige zweite Mann ein. Nun hat der Präsident des Westlausitzer Fußballverbandes also noch ein weiteres Führungs-Ehreamt. Ihm zur Seite steht als neuer Stellvertreter der auch als DJ bekannte Jens Drzisga. Er ist schon seit Längerem begeisterter Agility-Trainer, bringt Hunden das Bewältigen eines Hindernis-Parcours bei. Den Vorstand komplettieren Thomas Berg als Kassenwart, Michelle Pillokat als Kurs-Verantwortliche und Axel Görners Frau Sylvia als Schriftführerin. „Unsere Satzung gibt uns zum Glück die Möglichkeit, dass ein Vorstand von sich aus Ersatz berufen kann“, erklärt der neue Vereinschef. Heißt: Es war nicht erforderlich, inmitten von Viren und von gegen sie ergriffenen Maßnahmen eine Mitgliederversammlung einzuberufen.

Die Pandemie und die Bestimmungen der letzten Monate sind es auch, die Axel Görner nennt, wenn man ihn nach den aktuell größten Herausforderungen fragt. Der Brand war ärgerlich, die Restriktionen ärgerlicher. Einerseits musste über Monate das Training ausfallen. Sobald es im April möglich war, konnten zumindest wieder individuelle Übungsstunden angeboten werden. Der Verein schrieb ein Gesundheitskonzept und teilte eines seiner Übungsfelder in vier separate Sektoren ein. Es wurde sogar die Möglichkeit geschaffen, dass man sich im Freien die Hände mit Desinfektionsmittel behandeln konnte. Alles ein ziemlicher Aufwand. Nun hatten die Leute vom „Pfote drauf e.V.“ sich allerdings darauf gefreut, im Mai ihren Seenland-Cup nachzuholen. Es sollte der Ersatz für das traditionelle Winter-Turnier im Februar sein. Aber auch im Mai war die üblicherweise von Hundesportlern aus Nah und Fern ausgesprochen gut frequentierte Veranstaltung noch nicht möglich. Der Verein trauert nicht nur den zwischenmenschlichen Kontakten nach, sondern auch den entgangenen Startgebühren. Von den Mitgliedsbeiträgen alleine ist das Vereinsgelände kaum zu bewirtschaften.

Was hilft‘s? Jens Drzisga will nun seine schon früher beim Fußball unter Beweis gestellten Talente bei der Sponsoren-Suche reaktivieren. Insgesamt, sagt Axel Görner, gebe es bei den Hundesportlern viel Unverständnis bezüglich der letzten Monate. Allgemeiner Tenor: Die Regierenden hätten es über den Sommer verschlafen, vorab gut über erforderliche Schritte nachzudenken.

Und so hängt auch an der Heinestraße eine der Fahnen der Kampagne „#sportvereint“ der sächsischen Sportbünde. Immerhin ist Axel Görner auch noch Präsidiumsmitglied beim Kreissportbund Bautzen. Der Sport, findet er, sei in den zurückliegenden Monaten von administrativer Seite vergessen worden. So wäre seiner Meinung nach speziell im Hundesport nicht so viel Strenge erforderlich gewesen, denn: „Abstand hältst Du mit Hund sowieso.“

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