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Mehr Nutztier-Risse im Bereich Wittichenau

Schafe und Ziegen sind betroffen, meistens von Wölfen getötet. Die Statistik gibt Auskunft.

Dieses Ouessant-Schaf im Hoyerswerdaer Zoo dürfte als wolfssicher untergebracht gelten. Anderswo haben Wölfe leichtes Spiel.
Dieses Ouessant-Schaf im Hoyerswerdaer Zoo dürfte als wolfssicher untergebracht gelten. Anderswo haben Wölfe leichtes Spiel. © Foto: Uwe Schulz

Wittichenau. Das Jahr 2000 ist so etwas wie die Stunde Null bei der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland. Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz wurde das erste Mal die Aufzucht von Welpen nachgewiesen. Seitdem haben sich die Wölfe in Deutschland wieder stärker verbreitet. Die Landkreise Bautzen und Görlitz sind aber die am dichtesten mit Wölfen besiedelte Region geblieben, zumindest in Sachsen. Damit einher gingen Übergriffe auf Nutztiere wie Schafe, Ziegen und teils auch Rinder.

Es gab Zeiten, da wurden bei fast jedem gerissenen Schaf Medien hinzugerufen, landeten Fotos blutiger Kadaver in den Blättern, lösten Debatten aus. Vor zwei Wochen wunderte sich nun eine Leserin aus Maukendorf, dass von einem Wolfsriss am unmittelbaren Stadtrand von Wittichenau nichts zu lesen war. Es ist so, dass niemand diese oder eine andere Zeitung informiert hat. Im Polizeibericht tauchen gerissene Schafe nicht auf. Und in der von jedermann im Internet einsehbaren Schadensstatistik des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie waren die Fälle noch nicht gelistet.

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Die Statistik wird so in etwa alle zwei Wochen aktualisiert. Jetzt taucht dort auch der erwähnte Fall auf. Zwei Ziegen wurden getötet, eine vermisst. Die Statistik gibt zudem darüber Auskunft, ob Wölfe als Verursacher hinreichend in Frage kommen, bei den getöteten Tiere ein Mindestschutz gegeben war und um welche Art Zaun es sich handelte. Die Ziegen fielen demnach einem Wolf zum Opfer. Der Mindestschutz war laut Landesamt nicht gegeben.

Was aber im Vergleich zu den beiden Vorjahren auffällt, das ist, dass im Hoyerswerda Land in den ersten 14 Wochen des Jahres deutlich mehr Nutztier-Schadensfälle gemeldet wurden als in den beiden Vorjahren.2019 wurden von Anfang Januar bis zum 10. April in Sachsen 41 Schadensfälle bei Nutztieren dem Wolfsmanagement gemeldet. 96 Tiere waren getötet worden, darunter in Wittichenau ein Schaf und in Lohsa ein Kalb. In beiden Fällen wurden sie von Wölfen gerissen. Bei einem toten Kalb in Lauta wurde eine andere Ursache festgehalten.

Im Jahr darauf sind in Sachsen bis zum 12. April 49 Fälle mit 90 toten Tieren gelistet. In einem Fall waren in Wittichenau 8 Schafe getötet und eins verletzt worden. Sie gingen trotz Einhaltung des Mindestschutzes auf das Konto von Wölfen. Bei einem toten Rind in Bernsdorf hingegen konnte keine Ursache geklärt werden.

In diesem Jahr weist die Statistik bis zum 12. April 33 Fälle mit insgesamt 49 toten Nutztieren für ganz Sachsen aus. Acht davon entfallen auf das Hoyerswerdaer Land. Bei einem toten Rind in der Gemeinde Spreetal konnte anhand der vorgefundenen Reste nicht mehr festgestellt werden, warum es starb. Bei den anderen sieben Fällen wurden elf tote und zwei verletzte Schafe registriert, dazu zwei tote Ziegen. Bis auf einen Fall sind Wölfe die Verursacher. In vier Fällen soll der Mindestschutz nicht gegeben gewesen sein. Einer der Fälle ist für Hoyerswerda vermerkt, einer für Spreetal, die anderen fünf für Wittichenau. Wobei die öffentlich einsehbare Statistik nur die Kommune benennt, nicht aber den jeweiligen Ortsteil. So ist auch nicht ersichtlich, ob es sich um die jeweilige Kernstadt handelt, ob die Risse stets im selben dörflichen Ortsteil geschehen, oder ob sich das Geschehen über die gesamte Gemeinde verteilt.

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