Hoyerswerda
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Mehrere Busse transportieren Teams

Feuerwehr und VGH unterstützen tatkräftig beim Kampf gegen Waldbrände in Bad Schandau.

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Christian Geymeier (grünes Hemd) transportierte auch Kräfte.
Christian Geymeier (grünes Hemd) transportierte auch Kräfte. © Foto: VGH / Oliver Puls

Hoyerswerda. Der fehlende Regen und die lange Hitzeperiode bieten momentan den idealen Nährboden für die Waldbrände im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz. Das Feuer griff irgendwann auf den in Deutschland liegenden Nationalpark Sächsische Schweiz im Bereich Bad Schandau über.

Um den gewaltigen Waldbränden entgegenzuwirken, unterstützt vor Ort in Abstimmung mit dem Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Bautzen auch die städtische Feuerwehr Hoyerswerda.

Die Beförderung erfolgt mit mehreren Bussen der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH). Die VGH hat von Dienstag bis voraussichtlich einschließlich Donnerstag mehrere Feuerwehr-Brandbekämpfungsteams zum Einsatzort und wieder zurückbefördert. Die Organisation von Notfallbussen sei auch für die Verkehrsgesellschaft eine Herausforderung gewesen.

Christian Geymeier, Prokurist der Verkehrsgesellschaft meint: "Von dem Notfalleinsatz haben wir am Dienstag nur wenige Stunden vor Abfahrt erfahren. Wir brauchten natürlich zum einen Busse, zum anderen aber auch Fahrer. Diese beiden wesentlichen Ressourcen sind in der Regel wirtschaftlich so optimiert, dass nur noch eine kleine Reserve übrig bleibt. Und die Aktivierung der Reserve braucht eigentlich Zeit - die wir aber nicht hatten." Es musste gewissermaßen improvisiert werden. Es kann auch nicht ein beliebiger Bus eingesetzt werden, wie weiter zu erfahren ist. "Die Bestuhlung muss ausreichen und der Bus für die Beförderung auf so einer langen Strecke zugelassen sein", ergänzt Christian Geymeier und kommt auf die größere Herausforderung zu sprechen: Das Finden von freiem Fahrpersonal. Da der Großteil bereits durch den regulären Linienverkehr verplant ist, Urlaubszeit ist, aber auch erkrankte Fahrerinnen und Fahrer ausfallen, waren die Ressourcen ausgeschöpft.

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So war es notwendig, dass neben Aushilfsfahrern auch Christian Geymeier selbst einsprang, einen der Busse nach Bad Schandau fuhr. "Die Lage ist sehr dynamisch. Für uns ist bei der Abfahrt nicht klar, wo die Reise genau hingeht. Die Einsatzleitung der Feuerwehr vor Ort koordiniert erst nach aktuellem Bedarf, wo die einzelnen Löschteams eingesetzt werden sollen. Wir standen also in ständigem telefonischen Kontakt."

Die Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Bautzen sowie der Feuerwehr Hoyerswerda wird als sehr gut eingeschätzt. Dass derartig große Flächenbrände und Einsätze in dieser Distanz zur Heimat eher selten vorkommen, ist zu spüren. "Diese wahnsinnig tolle Landschaft brennen zu sehen, lässt einem das Herz schmerzen. Selbst der Löschhubschrauber sah mitten in den Rauchwolken wirklich klein aus", teilt Christian Geymeier seine Eindrücke und spricht den Kollegen der Feuerwehr besondere Hochachtung zu.

Die Kameraden seien schließlich ungefähr 24 Stunden vor Ort und schlafen auf Feldbetten, war aus Unterhaltungen zu erfahren. Die Arbeiten bei der Hitze mit schweren Wasserschläuchen in gefährlichem Terrain stellen eine extreme Belastung für die Beteiligten dar. Die Gefahr herabstürzender Bäume und extreme Trockenheit erschweren den Zugang. Es heißt, dass in Bad Schandau provisorisch eine riesige Verpflegungsinfrastruktur für die Feuerwehr-Kräfte aufgebaut wurde. "In solchen Momenten wird man daran erinnert, was Menschen alles gemeinsam erreichen können, wenn alle an einem Strang ziehen", so Christian Geymeier. (red/JuM)