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Pflegeheime fast ohne Corona-Infektionen

Trotz allgemein steigender Zahlen verzeichnen die Einrichtungen im Kreis Bautzen aktuell kaum neue Fälle.

Die Awo Lausitz betreibt in Hoyerswerda in der Müntzerstraße ein Altenzentrum und ein Pflegewohnheim.
Die Awo Lausitz betreibt in Hoyerswerda in der Müntzerstraße ein Altenzentrum und ein Pflegewohnheim. © Foto: Uwe Schulze

Von David Berndt & Uwe Schulz

Hoyerswerda/Bautzen. Ohne tagesaktuellen negativen Corona-Test geht nichts. Den brauchen Besucher auch in den Seniorenwohnanlagen Hoyerswerda oder Lauta der Awo Lausitz Pflege- und Betreuungs- gGmbH.

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Grundsätzlich sind Besuche in den Einrichtungen möglich, wenn Besucher keine Erkältungssymptome aufweisen und nicht selbst unter Quarantäne stehen. Und die Besucher müssen das negative Ergebnis eines tagesaktuellen PoC-Antigen-Schnelltests oder eines PCR-Tests, das nicht älter als 48 Stunden sein darf, vorweisen. So ist es der Internetseite der Awo Lausitz zu entnehmen. Ergebnisse von Selbsttests (Laientests) werden nicht anerkannt. Auf diese Art und Weise ist der Besuch täglich in der Zeit von 9.30 bis 11 Uhr und von 14.30 bis 16.30 Uhr möglich. Man muss sich dann nur noch am Haupteingang registrieren und eine FFP2-Maske tragen.

Alternativ führen die drei Awo-Einrichtungen einen PoC-Antigen-Schnelltest vor Ort unmittelbar vor Besuch und Aufenthalt durch und zwar dienstags, donnerstags und samstags in den Zeiten 9 bis 10.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Das Betreten der Einrichtung erfolgt dann über die jeweilig ausgeschilderten Teststützpunkte. Laut Awo-Sprecher Björn Fünfstück gibt es Stand letzte Woche in keiner der stationären Einrichtungen in Hoyerswerda und Lauta Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Im Altenzentrum Hoyerswerda sind mittlerweile 83% der Bewohner und 72% der Mitarbeiter geimpft, im Pflegewohnheim Hoyerswerda sind es 86% der Bewohner und 57% der Mitarbeiter, im Altenpflegeheim „Jenny Marx“ Lauta 91% der Bewohner und 50% der Mitarbeiter.

Die kirchliche Stiftung Diakonie Libera betreibt ihrerseits in Hoyerswerda das Haus Rosengarten und das Laurentiushaus. Sprecherin Anja Vogler sagt gegenüber Tageblatt, dass in der Altenhilfe in Hoyerswerda aktuell insgesamt 60 Prozent der Mitarbeiter und 70 Prozent der Bewohner zweimalig geimpft sind. Das Haus Rosengarten war und ist von der dritten Welle nicht stark betroffen. Natürlich hatte man es auch mit Quarantäneanordnungen zu tun, allerdings brachte dies zu keinem Zeitpunkt die Versorgung der Bewohnerinnen in Engpässe. Ebenso verhält es sich mit dem Laurentiushaus, das über Weihnachten von der zweiten Corona-Welle stärker betroffen war. Letztlich hätten die vor Ort Tätigen alles gut gemanagt. Die Stiftung hat aufbauend aus den Erfahrungen von vor einem Jahr einen starken Krisenstab gebildet und einen entsprechenden Ablauf- und Einsatzplan für den Fall der Fälle ausgearbeitet. Bei den Regelungen für die Besucher halte man sich an die sächsischen Vorgaben und passt die eigenen gegebenenfalls tagesaktuell an.

Anja Vogler weist in dem Zusammenhang darauf hin, das sich die Diakonie Libera sehr intensiv mit der fehlenden Corona-Sonderzahlung für die Mitarbeiter außerhalb der Altenhilfe beschäftigt: „Wir freuen uns sehr und schätzen es, dass die Mitarbeitenden in der Pflege unserer Altenhilfe die Corona-Sonderzahlung erhalten. Der überdurchschnittliche Einsatz kann nicht genug gewürdigt werden und zwar nicht nur innerhalb der Diakonie, sondern eben seitens des Bundes, der Politik. Ebenso würden wir uns freuen und es schätzen, wenn die Mitarbeitenden der Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe und sicherlich weitere enorm engagierte Menschen die gleiche Anerkennung seitens der Politik erhielten.“

Auch in den drei Malteser-Pflegeheimen in Wittichenau, Kamenz und Bautzen gibt es seit dem Impfbeginn nur vereinzelt Corona-Infektionen, erklärt Sprecherin Olga Jabs. Dies habe meist neue Bewohner und Gäste der Kurzzeitpflege betroffen, die noch nicht geimpft waren. „Wir führen den milden Verlauf der dritten Welle in unseren Einrichtungen vor allem auf den Effekt der Impfungen und auf die regelmäßige Testung der Bewohner und Mitarbeitenden zurück.“ Etwa die Hälfte der Bewohner und rund 40 Prozent der Mitarbeiter hätten inzwischen die Corona-Schutzimpfung erhalten. Für Lockerungen in den Malteser-Heimen sei es aber noch zu früh. Die bewährten Hygieneregeln und das Besuchskonzept bleiben bestehen, „bis gesicherte Erkenntnisse über den genauen Nutzen der Impfung vorliegen“, führt Olga Jabs aus. Bewohner könnten demnach Freizeit- und Beschäftigungsangebote nur mit den anderen Bewohnern ihres Wohnbereichs wahrnehmen. Besucher werden gebeten, sich anzumelden und in ein Kontaktformular einzutragen.

Bei der Oberlausitz Pflegeheim & Kurzzeitpflege (OLPK) mit Heimen in Bischofswerda, Neukirch/Lausitz und Großdubrau setzt man ebenfalls aufs Testen und Impfen. „Ende April wird in unserem großen Seniorenwohnhaus in Bischofswerda wieder geimpft. Hier wollen sich 130 weitere Bewohner und 64 weitere Mitarbeiter impfen lassen“, erklärt OLPK-Geschäftsführer Sascha Bock. Mitarbeiter würden dreimal wöchentlich auf Corona getestet.

Zudem schwinde deren Impf-Skepsis, fügt Sascha Bock hinzu. 500 Mitarbeiter habe die OLPK und 200 weitere das Tochterunternehmen Westlausitz Pflegeheim & Kurzzeitpflege mit Heimen in Pulsnitz, Ohorn und Elstra. 20 Prozent von ihnen seien vor Ort geimpft worden. Verunsicherung gebe es weiterhin, aber die nehme ab. „Die Mitarbeiter, die sich haben impfen lassen, sind dankbar für die Möglichkeit und haben diesen Schritt nicht bereut.“

Die genannten Impfquoten zeigen sich so ähnlich auch in den Pflegeheimen des Arbeiter-Samariter-Bundes in Königsbrück und Bernsdorf, teilt Sprecherin Klaudia Deuchert mit. „Die Bewohner haben die Impfung sehr dankend angenommen und fühlen sich jetzt merklich sicherer.“

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Die Mitarbeiter würden zuversichtlich in die Zukunft blicken. „Trotzdem ist immer noch ein wenig Sorge zu spüren, ob die Impfung auch bei den Mutationen des Coronavirus wirkt“, fügt die Sprecherin hinzu. Durch die Test-, Besuchs- und Hygienekonzepte sei von der dritten Welle bislang an beiden Standorten nichts zu spüren. Im Pflegeheim in Bernsdorf gebe es allerdings wieder mehr positive Coronatests bei den Besuchern.

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