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Pläne für Ferienhaus-Siedlung am Bernsteinsee

Die Gemeinde Spreetal will jetzt eine Fläche in Burghammer verkaufen.

Links zu sehen ist der offiziell bisher nicht nutzbare Strand. Die Verkaufsabsichten betreffen den oberen Teil des Geländes rechts daneben.
Links zu sehen ist der offiziell bisher nicht nutzbare Strand. Die Verkaufsabsichten betreffen den oberen Teil des Geländes rechts daneben. © Archivfoto: Gernot Menzel

Spreetal. Etwas verwundert war in der vergangenen Woche im Spreetaler Gemeinderat Bernd Gesierich (Wählervereinigung): „Wir verkaufen tatsächlich 14.000 Quadratmeter für 15.000 Euro?“ Es ging um eine Fläche am Bernsteinsee, darunter einen Teil des vor einem Jahrzehnt nahe dem Strand von Burghammer angelegten parkähnlichen Waldes. „Das ist unerschlossenes Land, wo der Bauherr in die Pflicht genommen wird“, antwortete Bürgermeister Manfred Heine (parteilos). Zudem: Bei einem Interessenbekundungsverfahren meldete sich laut Gemeinde nur ein einziger Interessent für die Fläche – mit eben diesem Angebot. Es handelt sich um die Casa Mia GmbH, die seit 2014 eine gleichnamige Pension in Spremberg-Pulsberg betreibt.

Letztlich erteilte der Gemeinderat einem Beschluss seine einhellige Zustimmung, nach dem Heine mit Casa Mia einen Kaufvertrag aushandeln und abschließen darf. Der Geschäftsführer des Spremberger Unternehmens, Jens Freudenberger, und seine Mitarbeiterin Jenny Schneider skizzierten zuvor noch einmal die Pläne für das Areal, nachdem sie dies bereits in einer Gemeindeausschuss-Sitzung getan hatten.

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Die Rede ist im Beschluss von der Ansiedlung einer Ferienhausanlage „mit touristisch-gastronomischer Ausrichtung“. Schneider sprach von 20 Zimmern sowie sechs Hütten. Zielpublikum sollten Kurz- und Langzeiturlauber sein, ebenso aber auch die Nachbarn. Denn im Beschluss steht: „Der Gastronomiebereich wird auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.“

Allerdings ist der angestrebte Verkauf nur ein allererster Schritt. Denn außer dem entsprechenden Vertrag und der vom Bürgermeister erwähnten Erschließung nicht nur mit einer entsprechenden Zuwegung, sondern auch mit Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikationsleitungen fehlt ebenso das Baurecht. Erst, wenn ein Bebauungsplan fertig ist, wird feststehen, wo die Vorstellungen von einer ersten, vorgelegten Planzeichnung Wirklichkeit werden können und wo sie angepasst werden müssen. Für die Gemeinde Spreetal geht es grundsätzlich um die lange diskutierte touristische Nutzung des Bernsteinsee-Nordufers. Eine schon 2009 vom Büro Grontmij im Auftrag der Verwaltung erarbeitete Gestaltungs- und Umsetzungskonzeption schlug neben dem Wald-Park und einem Bootssteg auch ein Café vor – alles im Rahmen dessen, was die vor Jahren allgemein für den See aufgestellten Regeln „sanften Tourismus und ruhige Erholung“ nennen.

Bisher gibt es abgesehen vom Park immerhin schon einen Beachvolleyballplatz und einen Rast-Unterstand für Rad-Touristen. Doch schon 2009 hatte es im Gemeinderat geheißen, die angestrebte Entwicklung werde eher eine langfristige Angelegenheit. Und Petra Melcher von Grontmij meinte damals: „Für viele Dinge wird es privater Investoren bedürfen.“ Dennoch will die Gemeinde sich nicht gänzlich heraushalten. Im Gemeinderat wurden Stimmen laut, die darauf aufmerksam machten, dass die öffentlichen Parkplätze für Strandbesucher nicht ausreichen dürften. Der Bürgermeister stimmte zu und stellte seinerseits Überlegungen zum besagten Bootssteg an. Womöglich, meint Heine, könne Spreetal ja Förderung aus dem Bundes-Fonds für die Strukturstärkung in den Noch-Kohle-Regionen erhalten.

Freilich: Auch, wenn die Flutung des vormaligen Tagebaus Burghammer nun offiziell schon mehr als elf Jahre abgeschlossen ist, gibt es für das Gewässer momentan immer noch keine Nutzungserlaubnis. Der gesamte östliche Bereich ist sogar formal bergrechtliches Sperrgebiet. Andererseits lassen sich dadurch nun schon seit Jahren im Sommer die Wasserfreunde nicht von einem kühlenden Bad abhalten.

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