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Schutz und Guckfenster für Gedenkstätte

Für die Toten des Lausitzer Bergbaus gibt es einen würdigen Erinnerungsort. Und der ist auch künftig einsehbar.

Otto-Heinz Lehmann, Vize-Vorsitzender des Fördervereins Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode, und Marcel Linack von der Energiefabrik Knappenrode vor der Gedenkstätte für die tödlich Verunglückten im Lausitzer Bergbau mit der neuen Gittertür.
Otto-Heinz Lehmann, Vize-Vorsitzender des Fördervereins Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode, und Marcel Linack von der Energiefabrik Knappenrode vor der Gedenkstätte für die tödlich Verunglückten im Lausitzer Bergbau mit der neuen Gittertür. © Foto: Uwe Schulz

Knappenrode. Die Energiefabrik Knappenrode hat nach der fulminanten Wiedereröffnung im Oktober knapp zwei Wochen später coronabedingt die Komplettschließung erleben müssen. Doch es tut sich auch jetzt etwas auf dem Gelände. Gestern übte die Feuerwehr beispielsweise die Personenrettung von der Aussichtsplattform „Lausitzblick“. Was es in diesem Jahr aber erstmals seit 1999 nicht gab, das war die Gedenkfeier für die tödlich verunglückten Bergleute am Barbaratag.

Der 4. Dezember ist der Tag der Heiligen Barbara, die unter anderem die Schutzheilige der Bergleute ist. Ihr Statue befindet sich in der Barbarakapelle, der Gedenkstätte für alle in der Lausitz tödlich im Bergbau verunglückten Menschen. Seit der Museumsumgestaltung und der Versetzung des Zauns liegt die Gedenkstätte nun außerhalb des eigentlichen Museumsgeländes, auch wenn das Objekt weiterhin dem Landkreis Bautzen gehört. Früher wurde mit der Öffnung des Museums auch die Gedenkstätte aufgeschlossen und jedermann konnte hineingehen.

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Mit der Neustrukturierung war de facto die Aufsicht nicht mehr gegeben. „Wir haben uns daher vor einem Jahr entschlossen, die Gedenkstätte dennoch erlebbar zu machen und gleichzeitig zu sichern“, sagt Otto-Heinz Lehmann vom Förderverein Lausitzer Bergbaumuseum Knappenrode. Die Zeißiger Bauschlosserei Pethow erhielt den Auftrag, eine Gittertür samt dem Bergbau-Signet aus gekreuztem Hammer und Schlägel anzufertigen und einzubauen. Das erfolgte vor einigen Wochen und sollte zum Barbaratag eingeweiht werden.

Wenn das Bergbaumuseum künftig wieder öffnet, wird auch jeden Morgen die Außentür zur Gedenkstätte aufgeschlossen, so dass man einen Blick hineinwerfen kann. Wer das Innere sehen oder aber Blumen niederlegen will, der muss sich ans Museumsteam wenden, dann wird ihm auch das Metalltor aufgeschlossen.

Im Inneren befinden sich die Barbara-Statue und auf den Tafeln die Namen von 922 Menschen, die seit dem 19. Jahrhundert im Lausitzer Bergbau umkamen. Es sind die Fälle, die der Förderverein bis 1999 ausfindig machen konnte und die teils im Nachhinein noch bekannt wurden. Das kleine Gebäude wurde von der Errichtung im Jahr 1914 bis Kriegsende zur Aufbahrung tödlich Verunglückter der Grube und Brikettfabrik Werminghoff genutzt, danach bis zur Stilllegung der Fabrik als Waschstützpunkt/Wäschetauschstelle.

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